Leben mit axialer Spondyloarthritis

Eine nichtröntgenologische axiale Spondyloarthritis wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus. Sie selbst haben die Möglichkeit, den Verlauf Ihrer Erkrankung durch einen bewussten Lebensstil positiv zu beeinflussen.

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Informationen und Tipps für ein selbstbestimmtes Leben mit nicht röntgenologischer axialer Spondyloarthritis

Eine individuell auf Sie abgestimmte Therapie ist die Basis, um möglichst wenig Einschränkungen durch die nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis im Alltag zu haben. Darüber hinaus können Sie selbst durch Ihren Lebensstil eine Menge dazu beitragen.

Leben mit einer nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis:

Mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung zu leben, kann so manche Herausforderung mit sich bringen – keine Frage. Doch die Beispiele vieler Menschen mit einer nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis zeigen, dass es gut möglich ist, ein aktives und erfülltes Leben zu führen. Dafür ist es zunächst wichtig, die Erkrankung als Teil Ihres Lebens zu akzeptieren.

Informieren Sie sich umfassend über das Krankheitsbild und darüber, welchen Verlauf eine nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis nehmen kann. Sich gut mit der eigenen Erkrankung auszukennen, kann Unsicherheiten abbauen und helfen, wichtige Entscheidungen, zum Beispiel bei der Therapie, gemeinsam mit dem behandelnden Arzt zu treffen.

Möglichkeiten selbst aktiv zu werden

Eine entzündlich-rheumatische Erkrankung kann viele Lebensbereiche beeinflussen – andererseits haben Sie jedoch auch die Möglichkeit durch eine gezielte Ausrichtung Ihres Lebensstils, selbst positiv auf den Krankheitsverlauf und Ihr allgemeines Wohlbefinden Einfluss zu nehmen. So sind Sport und Bewegung wichtige Aspekte, denn sie wirken Bewegungseinschränkungen entgegen. Auch bei der Ernährung können Sie durch die bewusste Auswahl von Lebensmitteln Einfluss auf die entzündlichen Vorgänge im Körper nehmen. Hindert Sie die Krankheit daran, den bisherigen Beruf wie gewohnt auszuüben, gilt es, neue Perspektiven zu schaffen. Manchmal können schon kleine Dinge einen großen Unterschied machen – wie ein ergonomisch ausgestatteter Arbeitsplatz. Es ist also wichtig, dass Sie den Blick darauf lenken, was möglich ist und welche Alternativen Ihnen offenstehen, sollte die Erkrankung Ihnen Steine in den Weg legen.

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Mit einer rheumatischen Erkrankung auf Reisen

Eine gelungene Reise ist eine Wohltat für Körper und Seele. Ob es eine Trekkingreise in die Berge, eine Kulturreise nach Italien oder der Strandkorb an der Ostsee ist: Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Urlaub zu verbringen. Ihre nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis muss Sie daran nicht hindern.

Ein schöner Urlaub gibt Kraft und Lebensfreude und hat einen positiven Einfluss auf Körper, Gelenke und Psyche. Zieht es Sie auch in die Ferne? Dann ist es Zeit, Urlaubspläne zu schmieden. Schließlich gibt es unzählige Urlaubsangebote. Morbus Bechterew braucht dabei kein Hindernis sein. Entscheidend für eine unbeschwerte Reise ist, dass Sie sich gut vorbereiten und auch für die Zeit während des Urlaubs ein paar Punkte beachten.

Hat das Klima im Urlaubsland Einfluss auf Ihre Krankheit? Was ist beim Einpacken von Medikamenten zu berücksichtigen? Welche Impfungen sind ratsam? Im Folgenden beantworten wir Ihnen ein paar wichtige Fragen rund ums Reisen mit der entzündlich-rheumatischen Erkrankung.

Wichtig:

Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über Ihre Urlaubspläne. Er kennt Sie und Ihre Erkrankung sehr gut und kann Sie individuell beraten. Zum Beispiel auch für den Fall, wie Sie vorgehen sollten, falls es im Urlaub zu einem Krankheitsschub kommt. So kann er etwa eine Medikamentenkombination und eine Dosierungsvorgabe für Sie festlegen, mit der Sie einen Schub im Urlaub kurzfristig behandeln können.

Berge oder Meer?

Das trockene, warme Klima der Mittelmeerküste wird von vielen Menschen mit rheumatischen Erkrankungen als wohltuend beschrieben. Besonders geeignet ist hier die angenehme, stabile Wetterlage im Frühjahr und Herbst, wenn die Hitze nicht zu intensiv ist. Gerade im Herbst bietet ein Urlaub in warmen Küstengebieten die Möglichkeit, dem nassen und kalten Wetter in Deutschland zu entfliehen. Das kann nicht nur den Gelenken, sondern auch Ihrem Gemüt guttun.

Doch auch das Mittelgebirgsklima – zwischen 400 und 700 Metern über dem Meeresspiegel – ist für Menschen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung gut geeignet. Geringe Temperaturunterschiede und gleichmäßige, niedrige Luftfeuchtigkeit können sich positiv auf Ihr Allgemeinbefinden auswirken. Von Südtirol bis Tansania – die möglichen Reiseziele sind vielfältig.

Informieren Sie sich über die medizinische Versorgung vor Ort, damit Sie im Fall eines Krankheitsschubs bestmöglich versorgt werden können. Eine wichtige Rolle bei der Reiseplanung spielt auch Ihr Krankheitsverlauf. Ist die axiale SpA gerade aktiv, kann es besser sein, auf Fernreisen zu verzichten oder Ihren Urlaub zu verschieben.

Auto, Flugzeug oder Bahn?

Reisen Sie am besten so stressarm wie möglich. Dafür kann auch die Wahl des Verkehrsmittels wichtig sein. Mit einer rheumatischen Erkrankung gilt es, darauf zu achten, dass Sie genügend Bewegungsfreiheit während der Fahrt in den Urlaub haben. Wenn Sie über längere Zeit an einen Sitzplatz gebunden sind, kann das sonst unangenehm werden. Mit einem Rollkoffer können Sie Ihr Gepäck gelenkschonend transportieren.

Die Palette der angebotenen Reiseversicherungen ist groß und deckt fast alle Eventualitäten ab, die Ihren Urlaub verdüstern könnten. Jetzt müssen Sie individuell für sich entscheiden, ob eine Reiseversicherung sinnvoll ist, und wenn ja, welche.

Achten Sie dabei darauf, dass Sie Ihre Ansprüche auch geltend machen können, wenn der Versicherungsfall mit Ihrer nicht röntgenologischen axialen SpA in Zusammenhang steht. Häufig ist das nämlich ausgeschlossen. Darüber hinaus ist es hilfreich, sich vor Versicherungsbeginn von Ihrem Arzt bescheinigen zu lassen, dass Ihr gesundheitliches Befinden eine Reise zulässt und eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Reisezeitraum nicht zu erwarten ist.

In jedem Fall sollte im Urlaub ein Krankenversicherungsschutz bestehen. Erkundigen Sie sich im Rahmen der Reiseplanung, ob Ihre deutsche Krankenversicherung auch im Reiseland und über den gesamten Reisezeitraum greift.

Aber auch, wenn die medizinische Grundversorgung im Urlaubsland durch die Krankenversicherung abgedeckt ist, kann eine Reisekrankenversicherung für zusätzliche Leistungen – zum Beispiel für einen medizinisch notwendigen Rücktransport ins Heimatland – sinnvoll sein.

Medikamente ins Handgepäck oder in den Koffer?

Auf Reisen mit Morbus Bechterew sollten Sie grundsätzlich alle Medikamente im Handgepäck aufbewahren. Denken Sie auch daran, ausreichend Reserven einzupacken, um eventuelle Verzögerungen überbrücken zu können. Sie planen eine Flugreise? In der Regel ist bei Medikamenten in Tablettenform nichts Besonderes zu berücksichtigen. Ausnahme: Bei starken Schmerzmitteln, die zu der Gruppe der Opioide gehören, kann eine ärztliche Bescheinigung für die Einfuhr in einige Länder notwendig sein.

Wenn Sie Injektionshilfen bzw. Pens oder Spritzen dabeihaben, ist bei Flugreisen eine besondere Planung notwendig. Die genauen Vorgaben, wie etwas transportiert werden darf, können je nach Fluggesellschaft variieren. Es ist daher wichtig, dass Sie dort rechtzeitig erfragen, was dabei zu beachten ist. Erkundigen Sie sich auch nach den aktuell geltenden Sicherheitsbestimmungen, was das Mitnehmen von Flüssigkeiten angeht. So können Sie Überraschungen an der Sicherheitskontrolle vermeiden.

Kühlungspflichtige Medikamente, zum Beispiel Biologika, transportieren Sie am besten in einer Kühltasche im Handgepäck. Die geringen Temperaturen im Frachtraum können den Wirkstoff zerstören. Ein ärztliches Attest über den Medikamentenbedarf kann Missverständnissen bei Zoll und Sicherheitskontrolle vorbeugen. Lassen Sie sich dafür von Ihrem Arzt ein Attest – am besten in Deutsch und Englisch und wenn möglich auch in der Sprache des Urlaubslandes – ausstellen, welches bescheinigt, dass Sie die mitgeführten Medikamente und das Zubehör benötigen. Falls eine permanente Kühlung der mitgeführten Arzneimittel notwendig ist, sollte auch dies im Attest vermerkt sein. Einige Hersteller von Medikamenten bieten entsprechende Vordrucke an.

Auf den Impfstoff kommt es an

Bevor die Fahrt in den Urlaub angetreten wird, sollten Sie sich rechtzeitig – insbesondere bei exotischeren Reisezielen – über den für das Reiseland empfohlenen Impfschutz informieren. Daneben sollten Sie überprüfen, ob der empfohlene Standardimpfschutz gegen Tetanus und Diphtherie oder Keuchhusten aufgefrischt werden sollte. Bei rheumatischen Erkrankungen kann es durch die Krankheit selbst oder auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen kommen. Impfungen können daher hilfreich sein.

Wenn Sie Medikamente einnehmen, die sich auf Ihr Immunsystem auswirken (sogenannte Immunsuppressiva oder Biologika), spielt die Art des Impfstoffes eine wesentliche Rolle – Lebendimpfstoffe sollten dann in der Regel nicht eingesetzt werden. Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.

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Gesunde Ernährung bei nicht-röntgenologischer axialer Spondyloarthritis

Eine spezielle „Rheuma-Diät“ gibt es nicht. Eine ausgewogene und bewusste Ernährung kann jedoch den Erfolg Ihrer Therapie unterstützen und damit Ihr Wohlbefinden fördern.

Durch eine gezielte Ernährung haben Sie es selbst in der Hand, den Verlauf Ihrer nicht-röntgenologischen axialen Spondyloarthritis positiv zu beeinflussen. Sie können damit auf die chronisch-entzündlichen Vorgänge in Ihrem Körper einwirken.

Eine spezielle „Rheuma-Diät“ im Sinne einer kurzfristigen und einseitigen Veränderung der Ernährung gibt es nicht. Das wäre auch gar nicht zu empfehlen, denn wenn Sie jetzt nur zeitweise Ihre Essgewohnheiten verändern würden, bekäme das Ihrem Körper, der sich gerade mit seiner Erkrankung auseinandersetzt, wahrscheinlich gar nicht gut. Im Gegenteil, Sie könnten damit sogar eine Mangelversorgung mit bestimmten Nährstoffen verursachen. Zudem gelingt es mit einer vorübergehenden Veränderung des Essverhaltens in der Regel nicht, dauerhafte Effekte zu erzielen.

Empfehlenswert für Menschen mit einer nicht-röntgenologischen axialen Spondyloarthritis ist eine langfristige „rheumagerechte“ Umstellung der Ernährung, um die chronisch-entzündlichen Vorgänge im Körper positiv zu beeinflussen.

Was genau gehört auf den Speiseplan?

Grundsätzlich gilt: Ernähren Sie sich ausgewogen, abwechslungsreich und gesund (siehe weiter unten). Darüber hinaus gibt es Lebensmittel, die einen positiven, und solche, die einen ungünstigen Effekt auf Ihre Erkrankung haben können. Diese sollten Sie gezielt auf den Speiseplan setzen bzw. möglichst vermeiden. Wichtig dabei ist: Verbieten ist verboten! Eine vollwertige Ernährung hat nichts mit Verzicht oder Verboten zu tun. Vielmehr geht es darum, dass Sie lernen, Ihren eigenen Speiseplan bewusst zu gestalten und die Vielfalt der angebotenen Lebensmittel zu nutzen. So gelingt es Ihnen, sich mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen und gleichzeitig genussvoll zu essen. Zu wissen, was Sie essen und was Sie brauchen, ist dabei ein erster wichtiger Schritt.

Weniger Fleisch und Wurst essen

Für Menschen, die wie Sie eine chronisch-entzündliche Erkrankung haben, spielen Fettsäuren und Fette eine besondere Rolle. Grund: Die Arachidonsäure, eine Omega-6-Fettsäure, ist Ausgangspunkt für die Bildung entzündungsfördernder Stoffe im Körper. Sie ist in tierischen Lebensmitteln wie fetten Fleisch- und Wurstsorten zu finden und sollte von Ihnen möglichst eingeschränkt verzehrt werden.

Zwei Fleischmahlzeiten pro Woche sind für Menschen mit entzündlich- rheumatischen Erkrankungen empfehlenswert. So lässt sich vermeiden, dass zu viele tierische Fette aufgenommen werden, die entzündungsfördernde Fettsäuren enthalten. Greifen Sie, wenn möglich, nur auf fettarmes Fleisch zurück, dazu gehören Geflügel oder mageres Rindfleisch.

Maximal zwei Eier pro Woche

Aufgrund des hohen Anteils an Arachidonsäure (entzündungsfördernd!) sollten Sie möglichst auch nicht mehr als zwei Eier pro Woche verzehren. Eier verstecken sich allerdings in vielen industriell hergestellten Lebensmitteln, zum Beispiel auch in Backwaren oder Nudeln. Sie können bei Pasta auf Produkte aus Hartweizengrieß ausweichen. Bei vielen weiteren Gerichten, die eigentlich mit Ei zubereitet werden, können Sie alternativ einen Ei-Ersatzstoff verwenden. Es gibt ihn als Pulver auf Basis von Mais- und Lupinenstärke oder anderen pflanzlichen Binde- und Verdickungsmitteln und ist zum Beispiel in Reformhäusern erhältlich.

Mehr Fisch auf den Tisch

Fisch enthält entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren und ist daher ein- bis zweimal wöchentlich empfehlenswert. Insbesondere fetter Seefisch (wie Lachs oder Hering) ist reich an diesen Fettsäuren.

Auf die richtigen pflanzlichen Öle setzen

Bestimmte Pflanzenöle wie Lein-, Soja-, Raps- oder Walnussöl sind ebenso Lieferanten der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure. Diese wird im Körper in Eicosapentaensäure (EPA) umgewandelt, die entzündungshemmend wirkt. Greifen Sie eher dazu als zu entzündungsfördernden tierischen Fetten wie Butter und Schmalz.

Fünfmal täglich Obst und Gemüse

Durch den Entzündungsprozess im Körper, wie er bei Ihrer nicht-röntgenologischen axialen Spondyloarthritis besteht, kommt es zu einem erhöhten Bedarf an bestimmten Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Spurenelementen, weil die Entzündung vom Körper in Schach gehalten werden muss. Täglich fünf Portionen Obst und Gemüse sorgen für ausreichend Nachschub.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für jeden Menschen – mit oder ohne Rheuma – sinnvoll und gut. Hier die 10 Regeln für eine gesunde Ernährung nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE):

  1. Vielseitig essen
  2. Reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln
  3. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“, das heißt fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch, nur kurz gegart
  4. Täglich Milch und Milchprodukte; ein- bis zweimal in der Woche Fisch; Fleisch und Wurstwaren sowie Eier in Maßen
  5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
  6. Zucker und Salz in Maßen
  7. Reichlich Flüssigkeit: ca. 2 Liter am Tag, bevorzugt Wasser, Kräutertees oder verdünnte Säfte
  8. Speisen schmackhaft und schonend zubereiten
  9. Zeit nehmen und das Essen genießen
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

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Leben und Lieben mit einer Spondyloarthritis

Wenn Sie erfahren, dass Sie eine Spondyloarthritis haben, kann das eine Herausforderung für die Beziehung sein. Für beide Partner gilt es jetzt, sich auf die Krankheit einzustellen. Und das erfordert oft ein ganz neues Miteinander.

Eine entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule kann eine Beziehung aus dem Gleichgewicht bringen. Klar verteilte Rollen, das eingespielte Zusammenleben, gemeinsame Pläne – vieles wird infrage gestellt. Offene Worten können helfen, gemeinsam in Balance zu bleiben.

Hinweis:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir im Text nur den Begriff „Partner“. Selbstverständlich sind Partnerinnen und Partner gemeint.

Eine gute Beziehung und ein ausgeglichenes Sexualleben schenken Energie, Geborgenheit und Wohlgefühl. Es kann aber sein, dass Sie sich durch Ihre Erkrankung manchmal ausgebrannt und lustlos fühlen. Vielleicht geraten Sie auch in einen inneren Zwiespalt: Einerseits wollen Sie Ihrem Partner nicht zur Last fallen, andererseits wünschen Sie sich aber auch Verständnis und Trost von ihm. Auch für Ihren Partner kann es dann schwer werden, das richtige Maß an Fürsorglichkeit zu finden. Vielleicht nimmt er Ihnen zu viele Aufgaben ab und „bemuttert“ Sie, wodurch Sie sich unwohl fühlen könnten.

Die Grundregel lautet dann: im Gespräch bleiben. Nur offene Worte bilden die Basis für ein harmonisches Zusammenleben. Sprechen Sie mit Ihrem Partner und sagen Sie ihm, wie viel Hilfe Sie sich wünschen und wann es in Ihren Augen genug ist. Sie sollten sich nicht scheuen, Ihre Wünsche zu äußern. Außerdem gilt es auch, den gesunden Partner zu schützen. Mancher stellt seine Bedürfnisse sehr weit zurück und überfordert sich dann.

Die Balance zwischen Nähe und Distanz

In guten Paarbeziehungen wechseln sich Nähe und Distanz ab. Jeder kann auch seinen eigenen Interessen nachgehen. Und dann sind wieder gemeinsame Unternehmungen dran. Sie stärken die Beziehung und schenken Lebensfreude. Als Paar sollten Sie zudem darauf achten, dass die Erkrankung nicht die ganze Zeit Ihre Beziehung bestimmt. Das bedeutet nicht, Ihre Krankheit komplett zu ignorieren, aber es gibt auch noch andere Dinge in Ihrem Leben – und die gilt es auch wahrzunehmen und zu genießen. Das können gemeinsame Projekte wie Urlaub, Restaurant- und Kinobesuche, aber auch Treffen mit Familie und Freunden sein. Danach gilt es auch immer wieder, im Alltag genügend Zeit für Erholung einzuplanen. Das fördert die Ausgeglichenheit und nützt dem Miteinander.

Starke Beziehung – gutes Sexualleben

Klar kann es Zeiten geben, in denen Sie überhaupt nicht über Sexualität nachdenken mögen, sobald Ihnen der entzündete Rücken weh tut. Vielleicht sind Sie auch einfach zu müde für Zweisamkeit. Das sind aber nur Phasen und kein Grund, sich resigniert von Zärtlichkeit und Sinnlichkeit in Ihrer Partnerschaft abzuwenden. Denn das kann auf Dauer Spannungen in Ihre Beziehung bringen – weil ein wichtiges Bindeglied zwischen Ihnen fehlt und Ihr Partner sich vielleicht zurückgewiesen fühlt.

Ja, es kann schwer fallen, über sexuelle Bedürfnisse oder Probleme zu sprechen – aber ein Gespräch, zum Beispiel mit Ihrem Rheumatologen, bietet auch die Chance, Lösungen zu finden. Fakt ist: es gibt viele Ursachen, die zu Lustlosigkeit führen können. Und Ihr behandelnder Arzt kann nicht nur bei Ihrem entzündeten Rücken, sondern auch bei sexuellen Problemen helfen. Grund: Störungen der Sexualität können sowohl durch die Krankheit selbst verursacht sein, als auch durch eventuelle Nebenwirkungen verschiedener Medikamente.

Neue Wege gehen

Es ist wichtig, sich aus früheren Verhaltensmustern zu lösen und die Sexualität den aktuellen körperlichen und psychischen Gegebenheiten anzupassen. Auch hier gilt es, das offene Gespräch zu suchen – diesmal mit dem Partner. Machen Sie sich klar, dass Sexualität viele Facetten hat und sich nicht nur auf den Geschlechtsverkehr beschränkt. Schmusen, berühren, streicheln – auch das kann an- und aufregend sein und das Liebesleben bereichern.

Setzen Sie sich nicht unter Druck

Es gibt immer gute und schlechte Tage. Erzwingen Sie nichts, wenn Sie starke Rückenschmerzen haben und nur ausruhen möchten. Das ist ganz normal. Bitten Sie dann Ihren Partner vielleicht um etwas, das Ihnen guttut: eine sanfte Kopfmassage, eine Tasse Tee, entspannende Musik. Und sobald es Ihnen wieder besser geht? Nutzen Sie die Momente, in denen Sie die kleinste Regung der Lust verspüren – und leben diese dann einfach aus.

Tauschen Sie Lustkiller durch Duftkerzen aus

Achten Sie auch auf die kleinen Details, z. B. darauf, alle „Lustkiller“ aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Der Anblick von Arzneimitteln und Salbengerüche wirkt wenig stimulierend oder erotisierend. Stattdessen könnten Sie zum Beispiel ein paar Duftkerzen anzünden. Das Licht schmeichelt jeder Figur. Und wenn es Ihnen schwerfällt, sich elegant zu entkleiden, dann lassen Sie die Hüllen einfach schon fallen, bevor Ihr Partner das Zimmer betritt.

Bereiten Sie sich vor

Sorgen Sie auch dafür, Kondome im Haus zu haben. Ihr Einsatz ist gerade für Frauen mit einer nichtröntgenologischen axialen Spondyloarthritis (SpA) wichtig, da viele Rheumamedikamente eine sichere Verhütung erfordern. Zudem schützen Kondome vor Infektionen. Es gibt eine Reihe von Medikamenten zur Behandlung einer nichtröntgenologischen axialen SpA, die das Immunsystem beeinflussen. Daher sollten Sie sich generell vor allen Infektionen schützen, besonders aber vor solchen, die durch Geschlechtsverkehr und Schleimhautkontakt übertragen werden können.

Entspannen Sie gemeinsam

Nur wenn Sie entspannt sind, werden Sie sich ganz hingeben können. Das Vorspiel trägt wesentlich dazu bei und ist für Menschen mit einer nichtröntgenologischen axialen SpA besonders wichtig. Ein warmes Bad mit Kerzenlicht und Musik oder auch eine sanfte Massage mit duftenden Ölen trägt nicht nur zur Vorfreude bei, sondern können auch Schmerzen lindern.

Beziehen Sie Stellung

Gerade für Menschen mit einem chronisch entzündeten Rücken ist es wichtig, dass sie nicht durch das Gewicht des Partners belastet werden. Hier kann es helfen, spielerisch verschiedene Positionen auszuprobieren. So lässt sich herausfinden, wann so wenig „Last“ wie möglich auf dem schmerzenden Rücken und dem Kreuzdarmbeingelenk liegt. Generell sind Stellungen gut, bei denen der Partner mit der nichtröntgenologischen axialen SpA „oben“ bleibt und damit Bewegung und Belastung steuern kann.

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Sport und nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis: Bewegung hält beweglich

Auch nach der Diagnose ist Vorbeugung wichtig. Gezieltes Training hilft dabei, die Wirbelsäule beweglich zu halten und eine Versteifung zu verhindern.

Keine Frage: Sport ist gesund – gerade bei einer nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis. Denn neben der Freude und Energie, die Sie durch einen bewegten Körper aktivieren können, tragen Sie auch zu einem vorbeugenden und bessernden Effekt bei. Warum?

Mit Sport aufrecht durchs Leben

Bewegung hält beweglich

Durch Sport bleiben Sie beweglich. Klar, wenn der Rücken schmerzt, ist es nicht immer so einfach, sich zum Sport zu motivieren. Doch gerade für Menschen mit einer nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis ist Bewegung wichtig, damit die Wirbelsäule flexibel bleibt und nicht versteift. Das ist der Grund, warum die Physiotherapie ein wichtiger Bestandteil Ihrer Behandlung ist. Aber reichen ein bis zwei Behandlungen wöchentlich bei einem Experten schon aus? Nein, denn Physiotherapie und Sport ergänzen sich. Während der Physiotherapeut gezielt auf Ihre Wirbelsäule einwirkt, fördern Trainingseinheiten Ihre allgemeine Beweglichkeit und halten diese aufrecht.

Mit Sport aufrecht durchs Leben

Nicht nur Ihre Wirbelsäule, auch andere Körperpartien profitieren vom Sport. Sie trainieren damit Ihren gesamten Bewegungsapparat – also auch Muskeln, Bänder, Sehnen und Knochen. Sie verbessern Ihre Koordination, Kraft und Ausdauer, stärken Ihr Herz-Kreislauf-System, aktivieren den Stoffwechsel und sorgen für eine bessere Atmung. Zudem trägt Sport – zusammen mit einer ausgewogenen Ernährung – zur Gewichtskontrolle bei.

Auch die Psyche profitiert

Sport stärkt die Psyche. Denn er baut Stresshormone ab, hebt die Stimmung, fördert das Selbstvertrauen und kann dabei helfen, Ängste abzubauen. Das kann Sie auch im Umgang mit Ihrer Erkrankung unterstützen und Sie zufriedener machen.

Welcher Sport bei nicht röntgenologischer axialer Spondyloarthritis?

Sie möchten jetzt vielleicht gleich mit dem Training starten? starten? Dann stellt sich die Frage: Welche Sportarten sind mit einer nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis eigentlich „erlaubt“? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort, denn welcher Sport, wie viel davon und in welcher Intensität das Richtige ist, hängt in erster Linie davon ab, welche Gelenke betroffen sind und wie stark. Ihr behandelnder Arzt oder Physiotherapeut kann Sie dazu beraten. Sobald er grünes Licht gibt, können Sie mit dem Training starten. Insbesondere rückenschonende Sportarten wie Nordic Walking, Wandern, Indoorklettern oder Wassergymnastik bieten sich an.

Aber wie sieht es bei einem Krankheitsschub aus? Fakt ist: Eine akut entzündete Wirbelsäule sollen Sie weiter bewegen, aber nicht übermäßig belasten. Denn durch die Entzündung sind Wirbel, Bandscheiben, Sehnen, Bänder und Muskeln geschwächt. Das trifft auch dann zu, wenn die Entzündung gerade dabei ist abzuklingen. Nach der Entzündung gilt es deshalb, die Wirbelsäule zunächst zu stabilisieren, damit sie normale Belastungen wieder tragen kann.

Haben Sie den passenden Sport für sich gefunden, sollten Sie darauf achten, sich nicht zu überfordern. Mit drei bis vier leichten Trainingseinheiten pro Woche können Sie Kraft, Kondition und Koordination verbessern. Wenn Sie bisher nur wenig oder gar keinen Sport getrieben haben, sollten Sie es langsam angehen lassen. Absolvieren Sie lieber mehrere kleinere Einheiten, anstatt sich gleich völlig zu verausgaben. Berücksichtigen Sie Ihre eigenen Leistungsgrenzen und bleiben Sie am Ball. Vor allem ist es wichtig, dass Sie bei allem sportlichen Ehrgeiz den Spaß nicht verlieren. Schließlich soll Ihnen das Training guttun und nicht zu einer zusätzlichen Belastung werden.

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Mit Rheuma aktiv im Beruf bleiben

Wie beeinträchtigt mich die nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis im Berufsleben? Diese Frage stellen sich viele Betroffene, sobald sie die Diagnose erhalten. Die Antwort: Mit der richtigen Unterstützung und einer konsequenten, effektiven Therapie ist ein erfülltes Arbeitsleben möglich.

Der Beruf ist für viele Menschen erfüllender Lebensinhalt und Teil der eigenen Identität. Die finanzielle Unabhängigkeit ist dabei für viele Betroffene, die eine nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis haben, oft nur ein Aspekt.

Die Arbeit schenkt oft Selbstbewusstsein, vermittelt soziale Kontakte und lenkt von der Erkrankung ab. Das sind alles Punkte, die dazu beitragen können, die Erkrankung besser zu bewältigen. Die Entscheidung, wie Sie mit der Erkrankung am Arbeitsplatz umgehen, müssen Sie – entsprechend der Situation an Ihrem Arbeitsplatz – selbst treffen. Ein offener Umgang kann Missverständnisse vermeiden und Konflikten vorbeugen. Aber nicht jeder Vorgesetzte oder Arbeitgeber hat das Verständnis oder den Weitblick, die möglichen positiven Eigenschaften eines Mitarbeiters zu sehen, der eine rheumatische Erkrankung hat – etwa besonderes berufliches Engagement.

Andererseits schafft ein offener Umgang die Möglichkeit – auch mit einer rheumatischen Erkrankung – langfristig an einem Arbeitsplatz zu bleiben. Denn nur so können Lösungen für Schwierigkeiten gefunden werden. Und oft können schon mit kleinen Veränderungen wie flexibleren Arbeitszeiten oder einer ergonomischen Ausstattung des Arbeitsplatzes große Veränderungen für Sie erreicht werden.

Dazu lohnt es sich auch, das Integrationsamt hinzuzuziehen. Es kann Ihnen als Arbeitnehmer beratend zur Seite stehen und gegenüber dem Arbeitgeber vermittelnd auftreten. Voraussetzung: ein gutes, kollegiales Betriebsklima.

Zeigen Sie Eigeninitiative!

Mit einer rheumatischen Erkrankung werden Sie in verschiedenen Bereichen Ihres Lebens manchmal einen neuen Weg einschlagen. Dieser Wandel wird sehr wahrscheinlich auch Ihren Arbeitsplatz betreffen. Hindert die Erkrankung Sie daran, den bisherigen Beruf wie gewohnt auszuüben, gilt es, neue Perspektiven zu schaffen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch eines ist auf dem Weg zum rheumagerechten Arbeitsplatz besonders wichtig: Eigeninitiative! Denn Veränderung braucht oft Mut und kostet auch Kraft. Doch ein erfülltes Berufsleben leistet einen wichtigen und langfristigen Beitrag zu einem Leben im Gleichgewicht. Und behalten Sie im Hinterkopf: Sie sind nicht allein auf Ihrem Weg!

Die Unterstützung für die Erhaltung von Arbeitskraft und Beschäftigung ist vielfältig gesetzlich geregelt. Welche Ansprüche bestehen und umgesetzt werden können, hängt jedoch immer von der individuellen Situation ab. Eine Beratung durch einen Rechtsanwalt, der sich auf Arbeitsrecht spezialisiert hat, kann Aufschluss darüber geben, welche Möglichkeiten in Ihrer individuellen Situation bestehen. Doch es gibt noch weitere wichtige Anlaufstellen, die beraten und unterstützen.

Seit 2001 sind die Gesetze und Regelungen für behinderte Menschen im Sozialgesetzbuch IX festgehalten. Auch wenn es vielen schwerfällt, sich amtlich bestätigen zu lassen, dass die rheumatische Erkrankung auch Behinderungen mit sich bringt, so hat dies auch Vorteile.

Was versteht der Gesetzgeber unter Behinderung?

Doch zunächst gilt es zu klären: Was versteht der Gesetzgeber eigentlich unter einer Behinderung nach dem Sozialgesetzbuch IX? Darunter fallen Einschränkungen in der körperlichen Funktion, den geistigen Fähigkeiten oder der seelischen Gesundheit, die mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate anhalten. Auch wenn viele mit den Begriffen „Schwerbehinderung“ und „Behinderung“ falsche Vorstellungen und negative Gefühle verbinden, so sind sie doch die Grundlage, um die vom Staat angebotenen Rechte und Leistungen in Anspruch nehmen zu können.

Abhängig davon, wie stark die Einschränkungen durch die Erkrankung sind, wird der Grad der Behinderung (GdB) bestimmt. Ab einem GdB von 50 liegt eine Schwerbehinderung vor und ein Schwerbehindertenausweis kann ausgestellt werden.

Hier ein kleiner Überblick:

  • GdB 10
    Ohne wesentliche Einschränkungen
  • GdB 20–40
    Mit geringen Einschränkungen
  • GdB 50–70
    Mit mittelgradigen Einschränkungen
  • GdB 80–100
    Mit schweren Einschränkungen

Steuerfreibeträge

Ab einem GdB von 25 gibt es einen Steuerfreibetrag, dessen Höhe vom GdB abhängig ist. Dies schafft einen Ausgleich zu den durch die Krankheit verursachten Kosten. Einen Antrag auf Feststellung einer Behinderung können Sie beim zuständigen Versorgungsamt stellen.

Ein GdB von 50 und mehr ermöglicht weitere Nachteilsausgleiche:

  • Erweiterter Kündigungsschutz
  • Eine Woche zusätzlicher Urlaub
  • Finanzielle Unterstützung für Arbeitshilfen (einkommensunabhängig)
  • Finanzielle Unterstützung beim Kauf eines behindertengerechten Autos mit beispielsweise Automatikgetriebe (einkommensabhängig)

Detaillierte Infos zu finanziellen Zuschüssen und Ihren Rechten am Arbeitsplatz bekommen Sie über das Integrationsamt.

Haben Sie gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber eine Lösung gefunden, dauerhaft Ihren Arbeitsplatz zu erhalten? Dann können Sie sich für den „RheumaPreis“ bewerben! Mehr Infos finden Sie unter: www.rheumapreis.de.

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