Wie wird axiale Spondyloarthritis behandelt

Als chronische Erkrankung ist die nichtröntgenologische axiale Spondyloarthritis nicht heilbar. Die optimale Therapie kann helfen, Ihre Beschwerden deutlich zu lindern und den weiteren Erkrankungsverlauf positiv beeinflussen.

a

Ihr Behandlungsziel: Beschwerden kontrollieren und Lebensqualität zurückgewinnen

Eine wirksame, frühzeitige und anhaltende Behandlung der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis kann die Erkrankungsaktivität langfristig eindämmen. Dadurch können Ihre Beschwerden kontrolliert werden und Sie sind wieder in der Lage, ein weitgehend normales Leben zu führen.

Wie lässt sich eine nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis behandeln?

Eine individuell auf Sie abgestimmte Therapie kann neue Schübe verhindern und das Fortschreiten der Erkrankung stoppen. Ziel der Therapie ist es, dass die Entzündung in Ihren Gelenken vollständig und dauerhaft abheilt und Sie ein normales Leben ohne große Einschränkung führen können. Dazu ist es wichtig, frühzeitig und konsequent mit der Behandlung zu beginnen, um bleibende Schäden an Gelenken und Knochen zu vermeiden.

Es gibt verschiedene Optionen. Welche davon für Sie die richtige ist, orientiert sich an der Erkrankungsaktivität und daran, wie weit die Entzündung in Ihrem Körper bereits fortgeschritten ist. Berücksichtigt wird darüber hinaus, ob auch andere Gelenke oder Organe Ihres Körpers betroffen sind.

Unabhängig davon, für welche Therapie Sie sich gemeinsam mit Ihrem behandelnden Rheumatologen entscheiden, ist immer auch Ihre aktive Mitarbeit wichtig. Achten Sie auf die regelmäßige Einnahme Ihrer Medikamente. Und lassen Sie es Ihren Arzt wissen, wenn eine Therapie nicht den von Ihnen gewünschten Erfolg bringt. Gemeinsam können Sie herausfinden, welche Alternativen es für Sie gibt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die medikamentöse Behandlung ist die wichtigste Säule der Therapie. Sie steht jedoch nie allein. Physiotherapie und Bewegung ssind weitere feste Bestandteile. Darüber hinaus gibt es eine Reihe ergänzender Maßnahmen, die den Erfolg der Therapie unterstützen und zum persönlichen Wohlbefinden beitragen. Dazu gehören Ergotherapie, psychologische Unterstützung und gesunde Ernährung.

Medikamentöse Therapie

Kortikoidfreie entzündungshemmende Medikamente

Sie werden auch NSAR (nicht steroidale Antirheumatika) genannt und wirken sowohl gegen die Entzündung als auch gegen Schmerzen. Diclofenac und Ibuprofen sind NSAR, die häufig angewendet werden. Eine typische Nebenwirkung von NSAR sind Magenbeschwerden. Daher empfiehlt es sich, begleitend ein Medikament einzunehmen, das den Magen schützt. Auch die sogenannten COX-2-Hemmer, zum Beispiel Celecoxib, gehören zu dieser Medikamentengruppe. NSAR sind in der Regel die ersten Medikamente, die nach der Diagnose der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis eingesetzt werden. Ihre Wirkung tritt meist schnell (innerhalb von Stunden) ein.

Kortikoide

Sie werden auch Kortikosteroide genannt, wirken stark entzündungshemmend und dadurch auch schmerzstillend. Die Wirkung von Kortikoiden setzt innerhalb weniger Stunden ein. Bei der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis werden sie angewendet, wenn die Entzündung in einzelnen Gelenken (fern der Wirbelsäule) besonders stark ausgeprägt ist. Das Medikament wird dann als Injektion direkt in das betroffene Gelenk gespritzt (intraartikulär).

Schmerzmittel

Wenn die nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis sehr ausgeprägt ist und starke Schmerzen verursacht, können neben NSAR auch weitere Schmerzmittel zum Einsatz kommen, die keine entzündungshemmende Wirkung haben. Die Kombination aus Tilidin und Naloxon wird unter anderem dabei häufiger eingesetzt. Bei sehr starken Schmerzen können dann hochpotente Opiate Linderung verschaffen.

Biologika

Damit sind biotechnologisch hergestellte Medikamente gemeint, die gezielt in die fehlgeleitete Abwehrreaktion des Immunsystems eingreifen und die Erkrankung so langfristig kontrollieren. Die Biologika, die zur Behandlung der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis eingesetzt werden, gehören zu den sogenannten TNF-alpha-Hemmern. Sie blockieren den Botenstoff TNF-alpha, der die Entzündung auslöst und sie fördert. Durch die Anwendung von Biologika wird der Entzündungsprozess unterbrochen. Im Idealfall kann die Entzündung abklingen, und die Beschwerden verschwinden. Biologika können bei einer nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis eingesetzt werden, wenn eine gesicherte Diagnose vorliegt, eine hohe Erkrankungsaktivität besteht und mindestens zwei unterschiedliche NSAR keine ausreichende Wirkung gezeigt haben bzw. NSAR nicht vertragen werden.

Physiotherapie und Bewegung

Wirkt ein Biologikum, kann es langfristig eingesetzt werden, um neue Schübe zu verhindern. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, da die anhaltende Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann. Da durch Biologika das Immunsystem unterdrückt wird, kann das Infektionsrisiko erhöht sein. Vor der Therapie ist es daher wichtig, bestehende Infektionen, zum Beispiel Tuberkulose oder Hepatitis, auszuschließen.

Biosimilars

Biosimilars sind Nachahmerprodukte von originalen Biologika, bei denen es sich um sehr komplexe Arzneimittel handelt. Im Gegensatz zu Nachahmerpräparaten herkömmlicher, chemischer Arzneimittel (Generika), sind Biosimilars nicht mit dem Originalprodukt identisch, sondern ähneln diesem lediglich. Biologika und Biosimilars werden mit Hilfe von Zellen hergestellt. Da für Biosimilars andere Zellen verwendet werden als für die ursprünglichen Biologika, weicht der Herstellungsprozess ab. Aus diesem Grund können sich auch die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil eines Biosimilars von dem des Original-Biologikums unterscheiden. Ausführliche Informationen zu Biosimilars erhalten Sie auf www.biologika-info.de.

Physiotherapie und Bewegung

Bei der Behandlung der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis haben die Physiotherapie (Krankengymnastik) und Bewegung einen besonders hohen Stellenwert. Neben der medikamentösen Therapie ist Bewegung entscheidend dafür, dass die Wirbelsäule flexibel bleibt und Schmerzen vermindert werden. Das ist auch schon zu Beginn der Erkrankung äußerst wichtig.

Regelmäßige Physiotherapie und darüber hinausgehende Bewegung, etwa in Form einer Sportart (z. B. Nordic Walking, Rudern oder Wassergymnastik) die mehrmals in der Woche ausgeübt wird, sind daher fester Bestandteil der Therapie. Zudem stärkt das Training Muskeln und Bänder und unterstützt damit den gesamten Bewegungsapparat. Ihr Physiotherapeut oder auch Ihr behandelnder Rheumatologe können Sie dabei beraten, welche individuellen Bedürfnisse bezüglich der Erkrankung berücksichtigt werden sollten. Im Rahmen der Physiotherapie können Sie individuell angepasste Bewegungsübungen erlernen, die Sie zu Hause dann regelmäßig ausführen. Darüber hinaus bieten viele Selbsthilfegruppen spezielle Kurse für die Bewegungstherapie der entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen an. Informationen und Kontakte sind zum Beispiel über die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e. V. erhältlich.

Weitere ergänzende Maßnahmen

Ergotherapie

Ziel der Ergotherapie ist es, Ihre Gelenke funktionstüchtig zu halten und Schmerzen zu reduzieren. Alle Maßnahmen unterstützen Sie dabei, Ihre Selbstständigkeit im Alltag zu bewahren bzw. wiederherzustellen. Wie auch die Physiotherapie kann die Ergotherapie von Ihrem behandelnden Arzt verschrieben werden. Das Spektrum des Ergotherapeuten ist groß. Er stellt individuell für Sie ein Programm zusammen – abhängig davon, welche Schwierigkeiten im Vordergrund stehen und welche Bereiche Ihres Körpers durch die Entzündung beeinträchtigt sind. Das kann unter anderem der Einsatz von Hilfsmitteln für Alltagstätigkeiten wie Hausarbeit oder Veränderungen an einem Arbeitsplatz mit ergonomischem Schreibtischstuhl und höhenverstellbarem Schreibtisch sein. Ergotherapeuten erläutern auch Bewegungsabläufe zum Schutz der Gelenke.

Psychologische Unterstützung

Sie kann sinnvoll sein, wenn die Entzündung der Wirbelsäule Sie nicht nur körperlich, sondern auch seelisch belastet. Jeder Mensch empfindet die Erkrankung anders und geht anders mit ihr um. Wird Ihr Leben zunehmend von der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis bestimmt, kann eine psychologische Unterstützung dabei helfen, positive Strategien zur Krankheitsbewältigung zu aktivieren. Bei einigen Menschen führt die Erkrankung zu einer starken psychischen Beeinträchtigung: Depressionen oder starke Ängste können die Folge sein. Diese Situationen sollten in jedem Fall ernst genommen und psychotherapeutisch behandelt werden. Ihr behandelnder Arzt kann Sie beraten, ob eine psychologische Unterstützung sinnvoll ist, und Ihnen Ansprechpartner nennen.

Auch Stress und der Umgang damit ist ein Thema, das Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen besonders betrifft. Zum einen reduziert die Erkrankung die Widerstandskraft gegen Stress, zum anderen kann sie selbst zum Stressfaktor werden. Daher sind gezielte Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Yoga hilfreich, um Stress abzubauen und mit den Belastungen besser umgehen zu können.

Ernährung

Eine spezielle Diät, die bei einer nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis eingehalten werden sollte, gibt es nicht. Sie können jedoch durch eine bewusste Ernährung und gezielte Auswahl von Lebensmitteln positiv auf Ihre Erkrankung einwirken. Die Ernährung kann folglich die medikamentöse Behandlung unterstützen, wenn auch nicht ersetzen. Basis sollte stets eine abwechslungsreiche und vollwertige Kost sein.

Weitere Informationen zum Thema Ernährung bei einer nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis haben wir hier für Sie zusammengestellt.

  • War diese Seite
    hilfreich?

  • Ja
  • Nein

Vielen Dank für Ihr Feedback.

Schade, das tut uns leid. Wir versuchen ständig uns zu verbessern.

RSV: Das Virus, das Eltern kennen sollten

Schließen

Therapieoptionen zur Behandlung des fortgeschrittenen Parkinson

Schließen

Was sind Wirkschwankungen?

Schließen

Sie haben einen externen Link gewählt. Wenn Sie auf "Ja" klicken, verlassen Sie die Homepage von AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG. Bitte beachten Sie, dass die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG für den Inhalt der verlinkten Seite nicht verantwortlich ist. Wollen Sie die externe Seite betreten?

Ja Nein

Schließen
Seite empfehlen
Schließen