Schutz vor HIV

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, wie sich eine Infektion mit HIV relativ sicher verhindern lässt. Safer Sex und Risikomanagement stehen hierbei an oberster Stelle.

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Safer Sex

HIV wird vor allem beim Sex übertragen. Um das zu verhindern, ist es wichtig, dass möglicherweise virenhaltige Körperflüssigkeiten nicht auf Körperstellen gelangen, durch die das Virus einwandern könnte.

Sehr gut schützt daher Safer Sex. Zentral sind diese zwei Regeln:

Bei Anal- und Vaginalverkehr Kondome benutzen

Kondome können eine Übertragung von HIV sehr sicher verhindern. Sie sollten bereits beim ersten Eindringen in Scheide oder Po benutzt werden. Wichtig ist, dass sie unbeschädigt sind, gut passen und richtig angewendet werden. Bei trockener Scheide oder bei Analverkehr kann ein zusätzliches Gleitmittel verhindern, dass durch Reibung kleine Verletzungen im Gewebe entstehen oder das Kondom kaputt geht. Wichtig ist, ein fettfreies Gleitmittel zu benutzen – fetthaltige können gewöhnliche Latexkondome schnell kaputt machen.

Kein Sperma in den Mund kommen lassen

Beim Oralverkehr sollte kein Sperma in den Mund gelangen. Es besteht aber hinsichtlich HIV ein nur „sehr geringes Risiko”, betont die Deutsche AIDS-Hilfe. „Blasen – raus bevor’s kommt” gilt dennoch weiterhin. Ebenso sollte Menstruationsblut nicht in den Mund gelangen.

Schutz durch Therapie

Eine gut wirksame HIV-Therapie schützt ebenfalls effektiv vor einer Virusübertragung. Voraussetzung für einen funktionierenden Schutz durch Therapie ist, dass ein HIV-positiver Mensch seine antiretroviralen Medikamente regelmäßig einnimmt und sie gut wirken. Sie verhindern dann, dass sich HIV im Körper vermehrt. Zudem muss seine Viruslast infolge der regelmäßigen Medikamenteneinnahme seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze liegen, sprich es sind keine Viren im Blut feststellbar. Dann befinden sich auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Sperma oder Scheidensekret und in den Schleimhäuten sehr viel weniger Viren. Eine HIV-Übertragung ist damit so gut wie ausgeschlossen. Diese Methode des Schutzes ist so sicher wie der Schutz mit Kondom. Allerdings kann es hierbei zu Ansteckungen mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen kommen.

Partner, die in einer festen Beziehung auf Schutz durch Therapie setzen möchten, sollten miteinander über das Thema reden und ihre Entscheidung gemeinsam und einvernehmlich treffen. Auch ein Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt kann bei Fragen weiterhelfen.

Wer mit HIV lebt und auf die Methode Schutz durch Therapie setzen möchte, sollte mit seinem behandelnden Arzt darüber sprechen und in gleichmäßigen Abständen testen lassen, ob die Medikamente weiterhin gut wirken. Empfohlen wird ein Check alle drei Monate. Es wird dabei geschaut, ob man unter der Nachweisgrenze ist und keine sexuell übertragbare Infektion, also entzündliche Geschlechtskrankheit, vorliegt. Zentral dabei ist die regelmäßige Tabletteneinnahme.

Weitere Informationen zu Safer Sex und Schutz durch Therapie gibt es bei der Deutschen AIDS-Hilfe.

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Risikomanagement


Der häufig zu findende, etwas sperrige Begriff Risikomanagement lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Es geht um Verhaltensweisen, die das Risiko, sich beim Sex mit HIV anzustecken, so gering wie möglich halten. Zu den gängigen Strategien gehören der Bilanztest und die ausgehandelte Sicherheit.

  • Beim Bilanztest machen beide Partner einen HIV-Test. Fällt er negativ aus und haben sie außerhalb ihrer Beziehung mit niemand anderem Sex, können sie auf ein Kondom verzichten. Denn wo kein Virus ist, kann auch kein Virus übertragen werden. Aussagekräftig ist ein Testergebnis drei Monate nach der letzten möglichen Risikosituation für eine Ansteckung mit HIV.
  • Der Begriff ausgehandelte Sicherheit steht für eine sehr klare Absprache in der Partnerschaft: Beide Partner verabreden, dass sie beim Sex außerhalb ihrer Beziehung immer auf Safer Sex achten – um innerhalb ihrer Beziehung nach erfolgtem Bilanztest das Kondom weglassen zu können.

Bei beiden Strategien ist zusätzlich etwas wesentlich: Vertrauen und Ehrlichkeit. Wer trotz anderer Abmachung doch einmal ungeschützten Sex außerhalb der Beziehung hatte, sollte dann so ehrlich sein und auch mit seinem Partner darüber reden.

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Safer Use

Beim Spritzen von Drogen können leicht Krankheitserreger übertragen werden. Auch HIV kann auf diesem Wege in den Körper gelangen. Vor allem der Konsum über gemeinsam benutzte Hilfsmittel wie das Spritzbesteck ist eine Infektionsquelle. Beispielsweise können sich Viren in Blutresten an der Nadel oder in der Spritze befinden, die für den intravenösen Gebrauch von Drogen benutzt wird. Bereits kleine Blutmengen können für eine Übertragung ausreichen. Auch beim Sniefen, dem Schnupfen von Drogen, können Viren übertragen werden: blutende oder gereizte Nasenschleimhäute sind hier der Übertragungsweg.

Safer Use setzt auf Hygiene

So wie Safer Sex zusammenfasst, was eine HIV-Übertragung beim Sex möglichst sicher verhindert, bündelt der Begriff Safer Use, was beim Drogenkonsum dafür zu beachten ist. Die wichtigste Safer Use-Regel lautet: Auf möglichst hygienische Bedingungen achten. Konkret bedeutet das:

  • Idealerweise vorher die Hände waschen und bei intravenösem Konsum die Einstichstelle mit einem Alkoholtupfer desinfizieren.
  • Das eigene Zubehör bzw. Spritzen weder weiterreichen noch mit anderen teilen.
  • Am besten für eine Injektion immer eine neue, eigene und sterile Nadel verwenden.
  • Beim Sniefen immer das eigene, saubere Röhrchen benutzen und es nicht mit anderen teilen.
  • Die eigene Spritze nicht aus einer anderen auffüllen, wenn unklar ist, ob die erste Spritze steril aufbereitet wurde.
  • Wenn die Droge aufgekocht werden muss, nur steriles, frisches Leitungswasser oder Mineralwasser ohne Kohlensäure nehmen.
  • Stets nur den eigenen, sauberen Löffel und das eigene Feuerzeug verwenden.
  • Filter zum Aufnehmen der Substanzen in die Spritze nur einmal benutzen.

Total high – weniger safer?

Wer Drogen in hoher Dosis nimmt oder verschiedene Substanzen mischt, ist möglicherweise weniger in der Lage, auf Safer Use und Safer Sex zu achten und geht eher ein Wagnis ein. Das kann das Risiko für eine HIV-Übertragung erhöhen.

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PEP – Post-Expositions-Prophylaxe

Das Kondom ist gerissen oder abgerutscht, und es ist unklar, ob einer der Partner HIV hat oder die Viruslast eines HIV-positiven Menschen unter der Nachweisgrenze liegt. Was nun? Bei einem tatsächlichen Risiko für eine Übertragung von HIV gibt es die Möglichkeit, dann eine Post-Expositions-Prophylaxe zu machen, kurz PEP. Diese Nach-Risiko-Vorsorge ist eine vierwöchige Therapie mit Medikamenten. Als Notfallmaßnahme muss sie so schnell wie möglich im Anschluss an eine Risikosituation begonnen werden – der Faktor Zeit ist hierbei entscheidend, so kann man eine PEP auch in vielen Städten in der Nacht bei einer Klinikambulanz einleiten. Das Zeitfenster endet nach 48 -72 Stunden (je später, desto mehr steigt das Risiko einer Infektion). Eine PEP kann in vielen Fällen verhindern, dass sich das in den Körper eingewanderte HI-Virus in den Immunzellen festsetzt. Eine Post-Expositions-Prophylaxe kann auch für Menschen angezeigt sein, die sich bei ihrer Arbeit im medizinischen Bereich an Behandlungsinstrumenten verletzt haben, die eventuell Kontakt mit HIV-haltigem Blut hatten. Ein weiterer Grund kann Drogenkonsum mit einer Spritze sein, die zuvor jemand benutzt hat, der HIV hat.

Direkter Kontakt zu einem erfahrenen Arzt

Wer eine riskante Situation erlebt hat, sollte sich so schnell wie möglich an einen auf diesem Gebiet erfahrenen Arzt wenden. Eine Übersicht geeigneter Anlaufstellen bietet die Deutsche AIDS-Hilfe. Die gelisteten Ambulanzen sind rund um die Uhr geöffnet. Tagsüber ist die PEP auch in HIV-Schwerpunktpraxen erhältlich. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, die am schnellsten erreichbare Praxis oder Ambulanz anzusteuern. Ob eine PEP sinnvoll ist oder nicht, entscheidet der Arzt nach einem Beratungsgespräch. Hilfreich ist, wenn nach einer Risikosituation beim Sex der HIV-positive Partner bei dem Gespräch dabei ist. Er kann dem Arzt wichtige Informationen über seine Infektion und seine Therapie geben.

Fragen zu Notfallmaßnahmen nach einem möglichen HIV-Infektionsrisiko beantworten auch die Experten der Telefon- und Onlineberatung der Aids-Hilfen.

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