Wie wird CLL behandelt

Moderne Therapien können heute dazu beitragen, dass Sie über viele Jahre gut mit einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) leben können. Heilen können sie die Erkrankung bislang noch nicht.

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Welche Therapieform passt zu Ihnen?

Welche CLL-Behandlung für Sie die richtige ist und wann Sie am besten damit beginnen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielen unter anderem das Stadium der Erkrankung und ihr bisheriger Verlauf eine entscheidende Rolle.

Befinden Sie sich im frühen Stadium einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL), ist eine Behandlung meist noch nicht notwendig. Im Rahmen der „Watch and Wait“-Strategie, übersetzt „Beobachten und Abwarten“, kann Ihr behandelnder Hämatologe Ihre Erkrankung zu diesem Zeitpunkt mithilfe regelmäßiger Kontrolluntersuchungen überwachen. Mit einer entsprechenden Therapie beginnt er in der Regel erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium.

Gemeinsam individuelles Therapieziel bestimmen

Die Entscheidung, welche Therapieform für Sie geeignet ist, treffen Sie in enger Abstimmung mit Ihrem behandelnden Hämatologen. Dazu bestimmen Sie vermutlich zunächst ein gemeinsames Therapieziel. Jede Therapie kann unter Umständen unerwartete Begleiterscheinungen mit sich bringen. Gemeinsam mit Ihrem Hämatologen können Sie diese gegen den zu erwartenden Nutzen der Behandlung abwägen. Das geschieht unter Berücksichtigung Ihrer Erwartungen, Ihres Allgemeinzustandes sowie möglicher Begleiterkrankungen. So können Sie zusammen festlegen, welche Therapieform in welcher Dosierung mit welchem Behandlungsziel eingesetzt wird.

Was kann eine erfolgreiche Therapie bewirken?

Eine individuell auf Sie abgestimmte CLL-Behandlung kann dazu beitragen, die krankheitsbedingten Beschwerden langfristig zu kontrollieren. Eine fortgeschrittene CLL kann zurückgedrängt und das Fortschreiten der Erkrankung verzögert werden. Im besten Fall führt die Therapie zu einer sogenannten kompletten Remission. Darunter versteht man das Verschwinden aller messbaren Krankheitszeichen. In diesem Fall normalisieren sich die Blutwerte und Lymphknoten und Milz verkleinern sich. Auch die übrigen Symptome können sich bessern. Ein wichtiges Ziel der CLL-Behandlung ist es, die Zeiträume, in denen es Ihnen gut geht, auszudehnen und Ihre Lebensqualität so zu erhöhen. Zur Behandlung einer CLL stehen verschiedene Therapieformen zur Auswahl: unter anderem die zielgerichtete Therapie, die Chemotherapie, die Chemo-Immuntherapie und die Stammzellentransplantation.

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Watch and Wait

Wenn Sie sich im frühen Stadium einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) befinden, geht von der Erkrankung oftmals keine akute Bedrohung aus. CLL schreitet meist sehr langsam voran. Da man heute davon ausgeht, dass eine frühzeitige Behandlung den weiteren Krankheitsverlauf nicht positiv beeinflussen kann, wird Ihr behandelnder Arzt in dieser Phase vermutlich von einer Behandlung mit Medikamenten absehen. Stattdessen kann er die sogenannte „Watch and Wait“-Strategie („Beobachten und Abwarten“) anwenden. Dabei überwacht er Ihre Erkrankung im Rahmen regelmäßiger Untersuchungen.

Was können Sie in diesem Krankheitsstadium selbst beitragen?

Für einige Menschen ist die „Watch and Wait“-Phase mit emotionalen Herausforderungen verbunden. Das Warten auf den nächsten Arztbesuch und den aktuellen Befund kann Unsicherheit erzeugen. Vielleicht haben Sie das Bedürfnis, selbst aktiv zu werden. Nutzen Sie die Zeit während der „Watch and Wait“-Phase, um sich etwas Gutes zu tun. Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können zum Beispiel viel zu Ihrem körperlichen Wohlbefinden beitragen. Der Austausch mit anderen Betroffenen, beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe, kann Ihnen dabei helfen, besser mit Ihrer Erkrankung zurechtzukommen. Hier können Sie sich auch über Ihre Erkrankung informieren. Je besser Sie darüber Bescheid wissen, umso eher können Sie die Entscheidung für eine Therapie mittragen und daran mitwirken. Auch ein vertrauensvolles Verhältnis zu Ihrem behandelnden Hämatologen kann Ihnen dabei helfen, besser mit der Situation umzugehen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Bedenken und fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.

Behandlung im fortgeschrittenen Krankheitsstadium

Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um mit der Behandlung zu beginnen, und welche Therapie für Sie die richtige ist, entscheidet Ihr behandelnder Hämatologe gemeinsam mit Ihnen. Verschiedene Faktoren können Ihrem Arzt dabei als Entscheidungshilfe dienen:

  • vergrößerte Lymphknoten oder eine deutlich vergrößerte Milz
  • eine Verdopplung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) innerhalb von zwölf Monaten
  • ein Mangel an gesunden Blutzellen, wie roten Blutkörperchen oder Blutplättchen
  • Allgemeinsymptome, wie ein deutlicher Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß, Müdigkeit oder ein spürbares Nachlassen der Leistungsfähigkeit
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Chemotherapie

Als Chemotherapie wird die Behandlung mit sogenannten Zytostatika bezeichnet. Diese Medikamente hemmen Zellen, die sich schnell und unkontrolliert teilen, wie beispielsweise Krebszellen. In der Folge sinkt die Anzahl der Krebszellen im Knochenmark und es kann wieder eine gesunde Blutbildung stattfinden. Ziel der Chemotherapie ist eine möglichst gute Remission, also ein Nachlassen der krankheitsbedingten Beschwerden. Nach einer erfolgreichen Behandlung kann es zu einer Ruhephase der Erkrankung kommen. Dann ist möglicherweise vorerst keine Therapie mehr nötig. Eine chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist heute nur in Einzelfällen unter Einsatz einer Stammzelltransplantation heilbar. Daher kann es im Verlauf der Erkrankung immer wieder Phasen geben, in denen eine neue Behandlung notwendig wird.

Mehrere Behandlungszyklen

Je nach Art der Chemotherapie bei CLL können Sie diese in Form von Tabletten einnehmen oder als Infusion verabreicht bekommen. In beiden Fällen ist eine ambulante Therapie möglich. Das bedeutet, dass für die Dauer der Behandlung kein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist. Die Tabletten können Sie entsprechend der Hinweise Ihres behandelnden Hämatologen selbstständig zu Hause einnehmen. Infusionen kann Ihr Arzt entweder in seinen Praxisräumen verabreichen oder in der Tagesklinik eines Krankenhauses. Eine Chemotherapie bei CLL dauert für gewöhnlich zwischen vier und sechs Monaten. In dieser Zeit werden mehrere Behandlungszyklen durchgeführt. Je nach Therapie können dabei unter Umständen auch immer wieder einige Tage oder Wochen Behandlungspause eingeplant werden. Während dieser Zeit haben die gesunden Blutzellen, die durch die Chemotherapie ebenfalls geschädigt werden können, Gelegenheit, sich zu erholen. Ihr Arzt überwacht während der Behandlungspause Ihr Blutbild, um bei einem Wiederauftreten der CLL rechtzeitig eine erneute Therapie veranlassen zu können.

Kombination verschiedener Wirkstoffe möglich

Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die zum Teil auch miteinander kombiniert werden können. Zur Behandlung von CLL haben sich Chlorambucil, Fludarabin, Cyclophosphamid und Bendamustin etabliert. Welche Substanzen für Ihre individuelle Therapie infrage kommen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem Ihr Allgemeinzustand, Ihre Erwartungen an die Therapie oder mögliche Begleiterkrankungen. Es ist möglich, zwei oder mehrere Medikamentenarten miteinander zu kombinieren. Nebenwirkungen, die in Verbindung mit einer Chemotherapie auftreten können, sind unter anderem Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, allergische Reaktionen, Schleimhautentzündungen sowie die Verminderung gesunder Blutzellen. Meist klingen diese Nebenwirkungen wieder ab, sobald die Chemotherapie abgeschlossen ist. Einige dieser Symptome sind auch behandelbar. So werden beispielsweise sogenannte Antiemetika vorbeugend gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Weitere Fragen zur Chemotherapie bei CLL und möglichen Nebenwirkungen kann Ihnen Ihr behandelnder Hämatologe beantworten.

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Immun-Chemotherapie

Zur Behandlung einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) werden häufig monoklonale Antikörper eingesetzt. Antikörper sind Eiweiße, die eine wichtige Bedeutung für die körpereigene Abwehr haben. Sie heften sich an Eindringlinge wie Viren und Bakterien oder körpereigene geschädigte Strukturen (Antigene) und kennzeichnen sie. Dadurch können diese vom Immunsystem erkannt und abgebaut werden. Diesem Prinzip folgen auch monoklonale Antikörper. Dabei handelt es sich um zielgerichtete Antikörper, die mithilfe biotechnologischer Verfahren künstlich hergestellt werden. Sie sind in der Lage, natürliche Abwehrprozesse des Körpers gezielt gegen bestimmte Erkrankungen in Gang zu setzen. Diese monoklonalen Antikörper kommen häufig als Chemo-Immuntherapie zum Einsatz. Dazu werden sie mit einer Chemotherapie kombiniert. Sie können zum Teil aber auch einzeln, also als Monotherapie, verabreicht werden.

Krebszellen unschädlich machen

Monoklonale Antikörper, die zur CLL-Behandlung eingesetzt werden können, sind die CD20-Antikörper Rituximab, Ofatumumab und Obinutuzumab. Die Silbe „mab“ am Ende steht für „monoclonal antibody“ und kennzeichnet die Wirkstoffe als monoklonale Antikörper. CD20-Antikörper erkennen das sogenannte CD20-Antigen. Dieses Molekül befindet sich auf der Oberfläche der B-Zellen und ist am Zellwachstum beteiligt. Der Antikörper dockt an der Krebszelle an, löst eine Reaktion des Immunsystems gegen diese Zelle und damit den Zelltod aus. Mögliche Nebenwirkungen von monoklonalen Antikörpern sind im Wesentlichen allergische Reaktionen, die mit Schüttelfrost und Fieber einhergehen können. Darüber hinaus kann die Behandlung das Immunsystem schwächen und damit die Infektionsanfälligkeit der Betroffenen erhöhen. Ihr behandelnder Arzt wird Nutzen und Risiken einer Behandlung stets gut abwägen.

Verschiedene Kombinationsmöglichkeiten

Welche Chemo-Immuntherapie für Sie die richtige ist, entscheidet Ihr behandelnder Hämatologe in enger Abstimmung mit Ihnen. Verschiedene Faktoren können darauf Einfluss haben, welche Wirkstoffe in welcher Kombination und Dosierung eingesetzt werden. Dabei spielen unter anderem Ihr Allgemeinzustand, Ihre eigenen Erwartungen an die Therapie sowie verschiedene Begleiterkrankungen eine wichtige Rolle. Ihr Arzt kann Sie dazu umfassend beraten und Ihnen Fragen zu möglichen Nebenwirkungen beantworten. Wie die Chemotherapie kann auch die Chemo-Immuntherapie ambulant, also ohne über Nacht im Krankenhaus bleiben zu müssen, erfolgen. Monoklonale Antikörper werden entweder subkutan, also unter die Haut, oder als Infusion verabreicht. Letztere kann Ihr behandelnder Hämatologe in seiner Praxis oder der Tagesklinik eines Krankenhauses verabreichen. Nach Verabreichung der Infusion können Sie wieder nach Hause gehen. Die subkutane Anwendung können Sie nach vorheriger Anleitung selbst zu Hause durchführen.

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Orale zielgerichtete Therapie

Die Behandlungsmöglichkeiten für eine chronische lymphatische Leukämie (CLL) haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert. Neben den bisherigen Chemo- und Antikörpertherapien, die meist in die Blutbahn verabreicht oder unter die Haut gespritzt werden, stehen heute weitere CLL-Medikamente zur Verfügung. Diese sogenannten Signaltransduktionshemmer blockieren bestimmte Botenstoffe, die für das Wachstum und Überleben der Krebszellen zuständig sind. Dazu zählen die Wirkstoffe Ibrutinib, Idelalisib und Venetoclax.

Wachstum unterdrücken, Krebszellen zerstören

Die Kinasehemmer Ibrutinib und Idelalisib bewirken, dass die entarteten B-Lymphozyten absterben. Ibrutinib hemmt die sogenannte Bruton-Tyrosinkinase (BTK), Idelalisib die Phosphoinositid-3-Kinase (PI3K). Dazu hemmen sie die Signalübertragung der Krebszellen. Sie unterdrücken unter anderem den Wachstumsreiz und verhindern so, dass die kranken B-Zellen wachsen und überleben können. Venetoclax hemmt das Eiweiß BCL-2, das den Selbstzerstörungsmechanismus geschädigter Zellen außer Kraft setzt. Die Signalkette für den programmierten Zelltod wird wieder in Gang gesetzt, und die kranken B-Zellen sterben ab.

Einnahme von CLL-Medikamenten in enger Absprache mit dem Arzt

Signaltransduktionshemmer können unter anderem dann zur CLL-Behandlung eingesetzt werden, wenn eine vorausgegangene Therapie keine Wirkung gezeigt hat. Darüber hinaus sind sie auch für Betroffene geeignet, die nicht für eine Standardtherapie infrage kommen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn bestimmte genetische Veränderungen innerhalb der B-Zellen (17p-Deletion oder TP53-Mutation) vorliegen. Bei der Einnahme von Signaltransduktionshemmern kann es auch zu Nebenwirkungen kommen. So kann Ibrutinib unter anderem zu Durchfall, Schmerzen an Muskeln oder Skelett, Infektionen der oberen Atemwege, blauen Flecken, Ausschlägen, Übelkeit, Fieber, einer Verminderung der weißen Blutkörperchen (Neutropenie) und Verstopfung führen. Die häufigsten Nebenwirkungen von Idelalisib sind unter anderem Infektionen, Verminderung der weißen Blutkörperchen (Neutropenie), entzündliche Veränderungen der Lunge, schwerer Durchfall, Darmentzündungen, Hautausschläge, Fieber, ein Anstieg der Leberwerte sowie erhöhte Blutfettwerte (Triglyceridwerte). Während der Einnahme von Venetoclax kann es unter anderem zu einer niedrigen Anzahl weißer oder roter Blutkörperchen (Neutropenie, Anämie), zu einer niedrigen Anzahl Blutplättchen (Thrombozytopenie) sowie zu einer Stoffwechselentgleisung aufgrund der plötzlichen Zerstörung vieler Tumorzellen (Tumorlysesyndrom) kommen. Die genannten Wirkstoffe können Sie in Form von Tabletten einnehmen. Dabei ist es besonders wichtig, dass Sie sich bezüglich der Dosierung und Einnahme an die Hinweise Ihres behandelnden Hämatologen halten. Er kann Ihre Fragen zu den CLL-Medikamenten beantworten und Sie umfassend über mögliche Risiken und Nebenwirkungen informieren.

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Stammzelltransplantation

Als Stammzelltransplantation wird die Übertragung von Blutstammzellen (hämatopoetische Stammzellen) von einem Spender an einen Empfänger bezeichnet. Blutstammzellen sind die Mutterzellen aller Blutzellen. Sie kommen hauptsächlich im Knochenmark vor und sind für die Bildung der roten (Erythrozyten) und weißen (Leukozyten) Blutkörperchen sowie der Blutplättchen (Thrombozyten) verantwortlich. Bei einer CLL-Erkrankung ist keine gesunde Blutbildung mehr möglich. Daher erhalten Betroffene im Rahmen der Stammzelltransplantation neue Blutstammzellen. Diese können dann wieder neue, gesunde Blutzellen, also Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten, bilden. Generell unterscheidet man zwischen der allogenen und der autologen Stammzelltransplantation.

Allogene Stammzelltransplantation

Bei der allogenen Stammzelltransplantation kommen Blutstammzellen eines gesunden Spenders zum Einsatz. Bei dem Spender kann es sich sowohl um eine verwandte als auch um eine fremde Person handeln. Für eine Stammzellspende müssen bestimmte Gewebemerkmale von Spender und Empfänger übereinstimmen. Das ist unter nahen Verwandten wahrscheinlicher als bei fremden Personen. Steht kein naher Verwandter zur Verfügung, ist der Betroffene jedoch auf eine Fremdspende angewiesen. Um in diesem Fall die Chancen auf eine Transplantation zu erhöhen, ist eine sehr große Anzahl potenzieller Spender nötig. Diese können sich in Spenderdatenbanken registrieren lassen. Auf die körperfremden Zellen des Spenders würde das Immunsystem des Empfängers normalerweise reagieren. Daher ist es nötig, zunächst die körpereigenen Zellen zu zerstören. Dies kann verhindern, dass es zu einer Abstoßung der fremden Stammzellen kommt. Die neuen, gesunden Stammzellen des Spenders können nun die kranken Blutstammzellen des Empfängers ersetzen. Aus den Stammzellen entwickelt sich mit den Blutzellen auch das Immunsystem. So erhält der Empfänger neben einem neuen blutbildenden System auch ein neues Immunsystem. Dieses kann unter Umständen dabei helfen, restliche Krebszellen im Körper zu erkennen und zu bekämpfen. In einigen Fällen kann die Erkrankung so unter Kontrolle gehalten, selten auch geheilt werden.

Autologe Stammzelltransplantation

Bei der autologen Transplantation sind Spender und Empfänger ein und dieselbe Person. Dem Betroffenen werden Stammzellen entnommen und aufbereitet, das heißt, sie werden unter anderem von den Tumorzellen getrennt. Anschließend werden dem Betroffenen die Blutstammzellen wieder übertragen. Da dabei immer das Risiko besteht, auch eine kranke B-Zelle zu verabreichen, wird die autologe Stammzelltransplantation nicht mehr empfohlen.

Stammzelltransplantation bei aggressivem Krankheitsverlauf

Die allogene Stammzelltransplantation gilt bei der Behandlung von CLL nicht als vorrangiges Therapieverfahren. Sie ist körperlich fordernd und nimmt einige Zeit in Anspruch. Die Behandlung kann mit Nebenwirkungen oder Komplikationen verbunden sein. So kann es unter Umständen zu einer sogenannten Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung (Graft-versus-host-disease) kommen. Die Immunzellen des Spenders richten sich dann gegen den Körper des Empfängers. Mögliche Reaktionen treten hauptsächlich an Haut, Leber oder Darm des Betroffenen auf. Um dieser Erkrankung vorzubeugen oder sie abzumildern, werden häufig Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem unterdrücken. Dadurch kann über die Transplantation hinaus ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehen. Die Behandlung kommt nur für Betroffene infrage, die entsprechend kräftig und robust sind. Zudem wird diese Methode in der Regel nur bei Personen eingesetzt, bei denen ein besonders schneller und aggressiver Krankheitsverlauf zu erwarten ist. Das ist häufig bei bestimmten genetischen Veränderungen (17p-Deletion oder TP53-Mutation) der Fall. Auch bei Betroffenen, deren Erkrankung auf andere Therapien nicht anspricht oder frühzeitig zurückkehrt, wird in einigen Fällen eine Stammzelltransplantation vorgenommen.

Über die Stammzelltransplantation und mögliche Nebenwirkungen informiert Sie Ihr behandelnder Hämatologe im persönlichen Gespräch.

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