Wie erkenne ich Morbus Crohn

Morbus Crohn kann sehr unterschiedlich verlaufen. Oft beginnt die Erkrankung schleichend. Die Beschwerden können dann nicht immer gleich richtig zugeordnet werden.

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Symptome richtig deuten und dauerhafte Schädigung des Darms verhindern

Bis zur Diagnose Morbus Crohn kann unter Umständen viel Zeit vergehen. Frühzeitiges Erkennen ist bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen jedoch besonders wichtig. Nur durch eine rechtzeitige Therapie können Sie bleibende Schäden verhindern.

Wie stark und welcher Art Ihre Beschwerden sind, hängt in erster Linie davon ab, wie ausgeprägt die Entzündung ist und in welchem Ausmaß Ihr Verdauungstrakt betroffen ist. Der Krankheitsverlauf ist bei jedem von Morbus-Crohn-Betroffenen unterschiedlich und kann sich zu Beginn durch lediglich leichte Symptome wie allgemeines Unwohlsein, Blähungen und Durchfall und mit fortschreitender Erkrankung durch eine Verstärkung der Beschwerden äußern.

Die Symptome sind unspezifisch

Typische Symptome bei Morbus Crohn sind anhaltender wässriger oder breiiger Durchfall sowie krampfartige Bauchmerzen, die oft ein bis zwei Stunden nach dem Essen im rechten Unterbauch auftreten können. Möglicherweise fühlen Sie sich müde und abgeschlagen oder haben Fieber. Anhaltende Durchfälle, Übelkeit und Appetitlosigkeit können zu Gewichtsverlust führen.

Im Verlauf der Krankheit kann es zu unterschiedlichen Komplikationen kommen. Dazu zählt beispielsweise die Bildung von Fisteln. Das sind röhrenförmige, entzündete Verbindungen zwischen zwei Darmschlingen, vom Darm zur Haut oder vom Darm zu anderen Organen. Die Fisteln wiederum können entzündliche Eiteransammlungen, sogenannte Abszesse, bilden. Durch Schwellungen oder Vernarbungen der Darmschleimhaut kann es darüber hinaus zu einer Verengung (Stenose) innerhalb des Darms kommen.

Jede Erkrankung verläuft anders

Morbus Crohn verläuft meist in Schüben. Daher kann es immer wieder auch Phasen geben, in denen Sie sich gesund fühlen. Die Dauer von Schüben und beschwerdefreier Zeit sowie die weitere Ausdehnung der Entzündung lassen sich nicht vorhersagen. Jeder Krankheitsverlauf ist unterschiedlich. Unbehandelt wird Morbus Crohn Ihren Darm jedoch wahrscheinlich fortschreitend und dauerhaft schädigen. Eine frühzeitige und wirksame Therapie kann das verhindern.

Morbus Crohn kann auch Beschwerden außerhalb des Magen-Darm-Trakts, sogenannte extraintestinale Manifestationen, verursachen. Typisch sind unter anderem Entzündungen der Augen, der Haut, der Leber oder der Gelenke sowie eine Abnahme der Knochendichte oder Knochenschwund. Alle Beschwerden außerhalb des Darms sind behandelbar und sollten von einem entsprechenden Facharzt versorgt werden. Darüber hinaus kann sich die erfolgreiche Therapie Ihres Morbus Crohn auch positiv auf diese Beschwerden auswirken.

Bei Ihnen besteht der Verdacht auf Morbus Crohn?

Dann suchen Sie am besten einen CED-Spezialisten auf. Das ist ein Gastroenterologe, der sich auf chronisch-entzündliche Darmkrankheiten spezialisiert hat. Er kann sämtliche notwendigen Untersuchungen durchführen und die Therapie individuell auf Sie abstimmen.

Um zur Diagnose Morbus Crohn zu gelangen, muss Ihr Arzt die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen wie ein Puzzle zusammensetzen. Die Basis bildet ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Ihr Arzt wird Sie nach Art und Dauer Ihrer Beschwerden, nach weiteren Erkrankungen sowie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in Ihrer Familie fragen. Danach folgt die körperliche Untersuchung. Beim Abtasten des Bauchs kann Ihr Arzt feststellen, ob Druckschmerzen auftreten oder Bereiche Ihres Bauchs verhärtet sind. Auch der After wird ausgetastet, um eventuelle Veränderungen festzustellen. Einen konkreten Laborwert, mit dem sich Morbus Crohn eindeutig nachweisen lässt, gibt es nicht. Dennoch können bestimmte Untersuchungen von Blut und Stuhl wichtige Hinweise liefern.

Die wichtigste Untersuchungsmethode bei Morbus Crohn ist die Spiegelung des Verdauungstrakts (Endoskopie). Damit kann Ihr Arzt Veränderungen an der Darmschleimhaut und das Ausmaß der Entzündung erkennen. In der Regel werden im Rahmen der Endoskopie auch Gewebeproben entnommen und untersucht. Bei dem Verdacht auf Morbus Crohn wird meist auch eine Spiegelung des letzten Dünndarmteils und des Übergangs in den Dickdarm, eine sogenannte Ileoskopie, durchgeführt. Gerade hier zeigt sich zu Beginn der Erkrankung häufig eine Entzündung. Um zur Diagnose Morbus Crohn zu gelangen, werden meist unterschiedliche bildgebende Verfahren angewandt, die sich gut ergänzen. Dazu zählen auch Magnetresonanztomografie, Computertomografie und Ultraschall.

Einige Untersuchungsmethoden werden nicht nur zur Diagnose von Morbus Crohn, sondern auch zur regelmäßigen Kontrolle des Krankheitsverlaufs und des Entzündungsgeschehens im Darm angewendet. Dazu zählen neben der Darmspiegelung auch Untersuchungen von Blut und Stuhl. Seit einigen Jahren wird dazu ein Stuhltest auf Calprotectin eingesetzt. Er kann zwar nicht alle Darmspiegelungen und Blutuntersuchungen ersetzen, ist aber als Verlaufskontrolle sicher und unkompliziert in der Handhabung.

Was ist Calprotectin?

Calprotectin ist ein Eiweiß, das in der Zellflüssigkeit von weißen Blutkörperchen zu finden ist. Diese Blutzellen sind im Körper für die Abwehr von Infekten zuständig. Calprotectin ist ein sogenannter fäkaler Biomarker. Wird im Stuhl ein hoher Calprotectin-Wert gemessen, ist das ein Anzeichen für eine erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen im Darm und damit für eine Entzündung. Der Stuhltest kann so Auskunft darüber geben, ob eine Behandlung den gewünschten Erfolg zeigt oder ob die Erkrankung weiter aktiv ist.

Unkomplizierte Anwendung

Ein weiterer Vorteil der Stuhluntersuchung ist die einfache Handhabung. Ihr Arzt kann Ihnen bei Bedarf den Test mitgeben. Für die Durchführung benötigen Sie dazu dann nur eine Stuhlprobe. Diese sollte möglichst vom ersten Stuhlgang des Tages stammen. Füllen Sie, wie in der Anleitung gezeigt, eine kleine Menge davon in das Plastikröhrchen und geben Sie dieses schnellstmöglich bei Ihrem Arzt ab. Im Labor wird dann der Calprotectin-Wert ermittelt.

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Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen erkennen

Auch Kinder und Jugendliche können von Morbus Crohn betroffen sein. Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung bei Kindern und Jugendlichen ist keineswegs selten. Bei 19 Prozent aller Menschen mit Morbus Crohn tritt die Erkrankung bereits vor dem 20. Lebensjahr auf. Davon ist beinahe jeder Dritte unter 10 Jahre alt. Morbus Crohn kann heute meist gut behandelt werden. Ziel einer Therapie ist es, die Beschwerden dauerhaft zu kontrollieren.

Die Entzündungen bei Morbus Crohn betreffen in erster Linie den Darm, können sich aber auf den gesamten Verdauungstrakt, von der Mundhöhle bis zum After, ausbreiten. Typisch bei Morbus Crohn ist die punktuelle Ausbreitung der Entzündung. Es sind meist also keine kompletten Darmabschnitte betroffen, sondern entzündete und gesunde Bereiche wechseln sich ab. Häufiger als bei Erwachsenen kann es bei betroffenen Kindern und Jugendlichen zu Entzündungen in Mund, Speiseröhre und Magen kommen. Ist die Krankheit stark ausgeprägt, können manchmal auch Komplikationen wie Fisteln oder Stenosen entstehen. Fisteln sind röhrenförmige Verbindungen zwischen Darmschlingen, vom Darm zur Haut oder zu anderen Organen. Stenosen sind Engstellen im Darm. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben. Es gibt also Zeiten, in denen die Entzündung Beschwerden verursacht, und andere, in denen Betroffene sich gesund fühlen können. Wie lange ein Schub dauert oder wann der nächste Schub auftritt, ist unterschiedlich und lässt sich nicht vorhersagen.

Die Symptome richtig deuten

Morbus Crohn beginnt meist schleichend. Die häufigsten Beschwerden sind Bauchschmerzen, Durchfall und Gewichtsverlust. Darüber hinaus kann es auch zu Fieber kommen. Bei Kindern und Jugendlichen kann es zu Wachstums- und Entwicklungsverzögerungen, wie beispielsweise einer Verzögerung der Pubertät, führen. Um das zu verhindern, sollten Größe und Gewicht regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.

Diese Verzögerungen haben verschiedene Ursachen: Da Entzündungen den Körper viel Energie kosten, fehlt diese für die Entwicklung. Hinzu kommt, dass durch die betroffenen Verdauungsorgane wichtige Nährstoffe nicht mehr so gut aufgenommen werden können. Manche Kinder und Jugendliche haben krankheitsbedingt auch wenig Appetit und essen dadurch weniger. Dem Körper wird also von vornherein weniger Nahrung zur Verfügung gestellt. Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen kann aber nicht nur das Verdauungssystem, sondern auch andere Organe betreffen. So kann die Erkrankung auch von Veränderungen an der Haut, den Augen oder Gelenken begleitet werden.

Eine frühe Diagnose ist hilfreich

Für eine ungestörte Entwicklung und um eine bleibende Schädigung des Darms zu vermeiden, ist es besonders wichtig, frühzeitig zur richtigen Diagnose zu gelangen und schnell und zielgerichtet zu therapieren. Ein Kinder- und Jugendarzt für Magen-Darm-Erkrankungen, ein pädiatrischer Gastroenterologe ist dafür der richtige Ansprechpartner.

Um zur Diagnose Morbus Crohn zu gelangen, wird der Arzt in einem ausführlichen Gespräch zunächst einmal herausfinden, ob es im familiären Umfeld bereits chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gibt und wann genau welche Beschwerden begonnen haben.
Außerdem wird er Fragen zur Lebensweise und zu bisher verwendeten Medikamenten stellen. Falls ein Kind noch zu jung ist, um selbst Auskunft zu geben, ist die Mithilfe der Eltern gefragt.

Eine körperliche Untersuchung sowie Laboruntersuchungen von Blut und Stuhl geben weitere Hinweise. Besonders wichtig zur Diagnose chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen sind auch unterschiedliche bildgebende Verfahren, die Entzündungen oder Veränderungen an den Verdauungsorganen sichtbar machen. Dazu zählen Ultraschall, Spiegelungen von Dickdarm (Koloskopie) oder Magen (Gastroskopie), Magnetresonanztomografie (MRT) und Computertomografie (CT).

 

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