Wie wird Morbus Crohn behandelt

Morbus Crohn ist eine chronische Krankheit. Durch unterschiedliche Therapieformen können Sie die Beschwerden jedoch wirksam und langfristig kontrollieren.

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Verschiedene Behandlungsoptionen für eine individuell optimale Therapie

Die Wahl der optimalen Therapie wird immer individuell getroffen. Sie hängt in erster Linie von Verlauf und Aktivität Ihrer Erkrankung ab. Ziel der erfolgreichen Behandlung ist es, Ihnen ein aktives, beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Ihre Krankheit begleitet Sie Ihr Leben lang. Eine optimal auf Sie abgestimmte Morbus-Crohn-Therapie kann Ihnen dennoch ein aktives und selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Sie kann die weitere Ausbreitung der Erkrankung stoppen und neue Schübe verhindern. Weiteres Ziel ist eine vollständige und dauerhafte Abheilung der Entzündung im Darm. So sollen bleibende Schäden und Komplikationen verhindert werden.

Hohe Lebensqualität durch optimale Therapie

Gelingt es, die Krankheitsaktivität langfristig einzudämmen, bedeutet das für Sie ein weitgehend normales Leben mit einer hohen Lebensqualität. Wesentlich für die Morbus-Crohn-Therapie ist es, frühzeitig damit zu beginnen. Denn unbehandelt kann die Erkrankung zur dauerhaften Schädigung Ihrer Darmschleimhaut führen.

Wie aber lässt sich Morbus Crohn behandeln? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Welche Therapieform für Sie die richtige ist, hängt davon ab, wie aktiv Ihre Erkrankung ist, welche Abschnitte des Verdauungstraktes betroffen sind und wie ausgedehnt die Entzündung ist. Eine Rolle spielt auch, ob weitere Organe betroffen sind. Wenn Sie sich über die verschiedenen Behandlungsoptionen informieren und deren Vor- und Nachteile kennen, können Sie gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, welche Therapie für Sie geeignet ist.

Viele Behandlungsoptionen

Welchen Weg Sie auch wählen: Für eine erfolgreiche Behandlung ist immer Ihre aktive Mitarbeit nötig. Nehmen Sie Ihre Medikamente gewissenhaft und regelmäßig ein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Bedürfnisse, Erwartungen, Ängste und Befürchtungen. Lassen Sie ihn wissen, wenn eine Therapie nicht den von Ihnen gewünschten Erfolg bringt. Gemeinsam können Sie herausfinden, welche Alternativen es für Sie gibt. Ein CED-Spezialist, also ein Gastroenterologe, der sich auf chronisch-entzündliche Darmkrankheiten spezialisiert hat, wird Sie dazu beraten und Ihre Behandlung optimal auf Sie abstimmen.

Die Morbus-Crohn-Therapie lässt sich generell in drei verschiedene Bausteine unterteilen: Medikamente, Operationen und psychologische Unterstützung. Darüber hinaus können Sie den Krankheitsverlauf auch durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen.

Medikamentöse Behandlung

Zur medikamentösen Behandlung gibt es verschiedene Präparate. Aminosalizylate wirken entzündungshemmend und werden bei einer leichten Form der Erkrankung eingesetzt. Steroide oder Kortikosteroide haben eine stark entzündungshemmende Wirkung und unterdrücken die Reaktion des Immunsystems. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen eignen sie sich allerdings nicht zur langfristigen Anwendung.
Immunsuppressiva sind Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken und so entzündungshemmend wirken. Sie werden bei einer starken Ausprägung der Krankheit eingesetzt. Da sie erst nach zwei bis sechs Monaten wirken, kann es nötig sein, kurzfristig mit Steroiden oder Kortikosteroiden zu überbrücken. Die langfristige Einnahme kann mit Nebenwirkungen verbunden sein. Biologika sind biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in die fehlgeleitete Abwehrreaktion des Immunsystems eingreifen. Die in der Morbus-Crohn-Therapie verwendeten Biologika werden oft eingesetzt, wenn andere Therapien nicht wirken oder nicht vertragen werden. Sie greifen in das fehlgeleitete Immunsystem ein und unterbrechen so den Krankheitsprozess. Biologika sind zur Langzeitbehandlung bei mittelschwer bis schwer ausgeprägten, aktiven Erkrankungen geeignet.

Biosimilars sind Nachahmerprodukte von originalen Biologika, bei denen es sich um sehr komplexe Arzneimittel handelt. Im Gegensatz zu Nachahmerpräparaten herkömmlicher, chemischer Arzneimittel (Generika), sind Biosimilars nicht mit dem Originalprodukt identisch, sondern ähneln diesem lediglich. Biologika und Biosimilars werden mit Hilfe von Zellen hergestellt. Da für Biosimilars andere Zellen verwendet werden als für die ursprünglichen Biologika, weicht der Herstellungsprozess ab. Aus diesem Grund können sich auch die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil eines Biosimilars von dem des Original-Biologikums unterscheiden. Ausführliche Informationen zu Biosimilars erhalten Sie auf www.biologika-info.de.

Operative Eingriffe

Ist Ihre Erkrankung sehr stark ausgeprägt, lässt sie sich medikamentös nicht mehr eindämmen oder treten Komplikationen wie Fisteln oder Stenosen auf, kann ein operativer Eingriff nötig werden. In der Regel werden dabei die betroffenen Darmabschnitte entfernt. Sehr selten kann es infolge der Erkrankung zu einem Darmverschluss oder Darmdurchbruch kommen.

Zum einen ist die Krankheit mit vielen tabuisierten Themen wie beispielsweise Durchfall oder häufigem Stuhldrang verbunden. Zum anderen können auch die krankheitsbedingten Schmerzen sehr belastend sein. Wie Sie diese Einschränkungen empfinden und damit umgehen, hängt von Ihnen ab. Wird Ihr Leben jedoch zunehmend von der Krankheit bestimmt, kann Ihnen psychologische Unterstützung dabei helfen, positive Strategien zur Krankheitsbewältigung zu aktivieren und einen besseren Umgang mit der Erkrankung zu lernen. Bei einigen Menschen kann Morbus Crohn auch zu psychischen Beeinträchtigungen wie Depressionen oder Ängsten führen. Nehmen Sie diese Beschwerden ernst und lassen Sie sie psychotherapeutisch behandeln. Ihr Arzt kann Sie dazu beraten.

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Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen behandeln

Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung, welche nicht heilbar, jedoch heute gut behandelbar ist. Eine frühzeitige Behandlung von Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen kann Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie eine bleibende Schädigung des Darms verhindern.

Steht die Diagnose Morbus Crohn fest, sollte mit einer geeigneten Therapie begonnen werden. Jedes Kind, jeder Jugendliche ist anders und so unterscheidet sich auch jeder Krankheitsverlauf. Welche Therapie die richtige ist, hängt davon ab, wo und wie stark der Verdauungstrakt betroffen ist und welche Beschwerden auftreten. Ein Kindergastroenterologe, also ein Spezialist, der sich sowohl mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen als auch mit den Besonderheiten bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen auskennt, kann Sie dazu umfassend beraten.

Kindheit und Jugend sind entscheidende Phasen im Leben eines Menschen. Es werden Grundsteine für das spätere Leben gelegt und wichtige Entwicklungen finden jetzt statt. Kindheit und Jugend sollten aber auch unbeschwerte Zeiten sein. Für Kinder und Jugendliche mit Morbus Crohn ist es daher besonders wichtig, trotz der Krankheit weiterhin Kind bzw. Jugendlicher sein zu dürfen. Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus: auf Schule, Ausbildung, Freundschaften, Spielen und weitere Freizeitbereiche. Ziel der Therapie ist es daher in erster Linie, die Beschwerden zu stoppen, Einschränkungen zu vermeiden und eine ungebremste Entwicklung zu ermöglichen. Eine dauerhafte Abheilung der Entzündung im Darm und die Vermeidung neuer Schübe sind weitere Ziele.

Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Morbus Crohn lässt sich in die Bereiche Ernährungstherapie, Medikamente, Operationen und psychologische Unterstützung unterteilen.

Ernährungstherapie

Eine Besonderheit der Behandlung von Morbus Crohn bei Jugendlichen und Kindern ist die Ernährungstherapie. Diese Form der Behandlung sorgt dafür, die Beschwerden und das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen. Dazu wird spezielle Trink- oder Sondennahrung in Form von Flüssigkeiten mit hochkonzentrierten Nährstoffen verwendet. Sondennahrung wird durch eine Sonde entweder über die Nase und den Rachen (nasale Sonde) oder über einen Zugang durch die Haut, die Bauchwand und die Magenwand (PEG-Sonde) direkt in den Magen geführt. Die Ernährung kann ausschließlich über die Sonde erfolgen, dann spricht man von einer total enteralen Ernährung, kurz TEN (total enteral nutrition). Oder sie kann zusätzlich zum normalen Essen verabreicht werden, dann ist von einer teilweise enteralen Ernährung, kurz PEN (partial enteral nutrition), die Rede.

Medikamentöse Behandlung

Zur medikamentösen Behandlung werden verschiedene Präparate verwendet:

Aminosalizylate

Aminosalizylate wirken entzündungshemmend und werden bei einer leichten Form der Erkrankung eingesetzt.

Kortikosteroide

Kortikosteroide wirken sehr schnell und stark gegen die Entzündung. Sie unterdrücken die Reaktion des Immunsystems und werden bei mittelschwerer bis schwerer Krankheitsaktivität eingesetzt. Da sie sich ungünstig auf das Wachstum auswirken können, sollten sie bei Kindern und Jugendlichen möglichst wenig verwendet werden.

Immunsuppressiva

Immunsuppressiva unterdrücken ebenfalls das körpereigene Abwehrsystem und hemmen dadurch die Entzündung. Sie wirken erst nach zwei bis sechs Monaten und werden bei einer schweren Erkrankung eingesetzt.

Biologika

Biologika greifen gezielt in die fehlgeleitete Abwehrreaktion des Immunsystems ein und unterbrechen so den Krankheitsprozess. Sie werden eingesetzt, wenn andere Therapien nicht wirken oder nicht vertragen werden. Biologika kommen bei schwerer Krankheitsaktivität zum Einsatz. Fragen zu Nebenwirkungen und Risiken der aufgeführten Medikamente kann Ihnen der behandelnde Arzt beantworten. Sprechen Sie ihn auch an, wenn Sie den Eindruck haben, bestimmte Medikamente werden nicht besonders gut vertragen oder die Wirkung setzt nicht wie gewünscht ein. Wenn die Krankheit sehr aktiv ist und Medikamente keine Wirkung zeigen, kann in seltenen Fällen eine Operation nötig werden. Auch bei Komplikationen wie Fisteln oder Stenosen muss manchmal operiert werden.

Biosimilars

Biosimilars sind Nachahmerprodukte von originalen Biologika, bei denen es sich um sehr komplexe Arzneimittel handelt. Im Gegensatz zu Nachahmerpräparaten herkömmlicher, chemischer Arzneimittel (Generika), sind Biosimilars nicht mit dem Originalprodukt identisch, sondern ähneln diesem lediglich. Biologika und Biosimilars werden mit Hilfe von Zellen hergestellt. Da für Biosimilars andere Zellen verwendet werden als für die ursprünglichen Biologika, weicht der Herstellungsprozess ab. Aus diesem Grund können sich auch die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil eines Biosimilars von dem des Original-Biologikums unterscheiden. Ausführliche Informationen zu Biosimilars erhalten Sie auf www.biologika-info.de.

Morbus Crohn kann das Leben manchmal ganz schön durcheinanderbringen. Das gilt nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für Eltern oder Geschwister. Von allen Beteiligten wird jetzt sehr viel Einsatz, Kraft und Energie gefordert. Jeder Mensch geht anders mit solchen Herausforderungen um. Wenn Sie bemerken, dass die Krankheit Ihr Familienleben zunehmend bestimmt oder einzelne Familienmitglieder nicht mit der Situation zurechtkommen, kann psychologische Unterstützung eine große Hilfe sein. Hier haben alle Beteiligten die Möglichkeit, neue, positive Strategien für den Umgang mit Morbus Crohn zu lernen. Der behandelnde Arzt kann Sie dazu beraten, ob eine psychologische Unterstützung sinnvoll ist.

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