Wie wird Parkinson behandelt

Parkinson ist bis heute nicht heilbar. Es gibt jedoch wirksame Therapien, die die Beschwerden der Erkrankung gezielt behandeln und damit lindern können.

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Verschiedene Therapiebausteine für optimalen Behandlungserfolg

Die Kombination verschiedener Therapieformen erzielt bei der Behandlung von Parkinson sehr gute Erfolge. Ein wichtiger Baustein der Parkinson-Therapie ist die medikamentöse Behandlung. Unterstützt wird diese von verschiedenen Begleittherapien.

Da die Erkrankung an sich nicht geheilt werden kann, zielt die Parkinson-Therapie in erster Linie darauf ab, Krankheitszeichen und Begleiterscheinungen zu lindern. Jeder Parkinson-Verlauf ist anders, die Beschwerden können in Art und Ausprägung sehr unterschiedlich sein. Was dem einen Betroffenen besonders zu schaffen macht, tritt beim anderen vielleicht gar nicht erst auf. Neben den Beschwerden spielen auch die medizinische Vorgeschichte, das Alter sowie die Lebensumstände eine wichtige Rolle. Daher ist es notwendig, die Therapie individuell auf den Einzelnen abzustimmen. Ein wichtiger Ansprechpartner für Ihre Parkinson-Therapie ist Ihr behandelnder Neurologe.

Er kennt Sie und Ihre Erkrankung und kann Sie umfassend zu den unterschiedlichen Therapieoptionen beraten. Mit ihm können Sie vor Behandlungsbeginn auch Ihre persönlichen Therapieziele festlegen. Darin formulieren Sie gemeinsam, welche Aspekte bei Ihrer Behandlung im Vordergrund stehen sollten. Je nach Lebenssituation können das zum Beispiel die Besserung bestimmter Beschwerden und der Erhalt von Berufstätigkeit oder Selbstständigkeit im täglichen Leben sein.

Medikamentöse Therapie

Wichtigster Baustein der Parkinson-Therapie ist die medikamentöse Behandlung. Ihr Ziel ist es, möglichst frühzeitig den Mangel an Dopamin im Gehirn auszugleichen und so die Beschwerden zu lindern. Zur medikamentösen Therapie stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, die zum Teil auch miteinander kombiniert werden.

Fortgeschrittene Therapien

Vor allem im fortgeschrittenen Krankheitsstadium oder nach längerer medikamentöser Behandlung kann es sein, dass die Wirkung der bisherigen Therapie nachlässt oder es zu Schwankungen in der Wirkung kommt. Um Einbußen in der Lebensqualität der Betroffenen zu vermeiden, kann es dann helfen, über eine adäquate Therapie im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung nachzudenken. Eine solche Therapie kann der Einsatz einer speziellen Pumpe sein. Je nach Wirkstoff verabreicht die Pumpe ein Medikament direkt in den Dünndarm oder in das Fettgewebe unter der Haut, wo es vom Körper aufgenommen wird. Die Wirkung der Medikamente kann so über den Tag hinweg gleichmäßig erhalten werden. Auch durch eine Tiefe Hirnstimulation können gute Ergebnisse erzielt werden. In diesem Fall geben Elektroden, die in das Gehirn eingesetzt werden, elektrische Impulse ab. Bewegungsabläufe werden sozusagen neu getaktet.

Begleittherapien

Eine wichtige Stütze der medikamentösen Behandlung sind Begleittherapien wie beispielsweise Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie. Sie sollen die Beweglichkeit der Betroffenen erhalten, das körperliche Wohlbefinden steigern und damit zum Behandlungserfolg beitragen. Auch psychologische Unterstützung kann Menschen mit Parkinson stärken und ihnen dabei helfen, positive Strategien zur Krankheitsbewältigung zu entwickeln.

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Medikamentöse Therapie

Auch wenn Parkinson bis heute leider nicht geheilt werden kann, so sind die Beschwerden doch meist gut behandelbar. Zur medikamentösen Therapie stehen verschiedene Parkinson-Medikamente zur Verfügung, die die Beschwerden deutlich lindern können. Da jeder Parkinson-Verlauf anders ist, ist es wichtig, die medikamentöse Therapie individuell auf Sie abzustimmen. Ihr Neurologe kann Sie dazu umfassend beraten.

Levodopa (L-Dopa)

Levodopa, auch L-Dopa genannt, gilt als Goldstandard zur Behandlung von Parkinson. Auslöser der Parkinson-Beschwerden ist ein Mangel des Botenstoffs Dopamin. Dieser kann dem Körper nicht von außen zugeführt werden, da er die Blut-Hirn-Schranke, also die Grenze zwischen Blutgefäßen und Nervengewebe, nicht überwinden kann. Daher wird Levodopa in der Parkinson-Therapie verwendet – es ist ein Vorläuferstoff von Dopamin und kann im Gehirn zu Dopamin umgewandelt werden. Mit Levodopa können sich die Beschwerden, gerade zu Beginn der Therapie, deutlich verbessern. Allerdings können sie im weiteren Behandlungsverlauf wieder auftreten. Meist muss die Levodopa-Dosis dann erhöht werden. Levodopa wird häufig oral, das heißt in Form von Tabletten oder Kapseln verabreicht. Bei der langfristigen oralen Levodopa-Therapie kann es jedoch zum Nachlassen (Wearing Off) oder zu Schwankungen (On-Off-Fluktuation) der Wirkung kommen. In diesem Fall kann Levodopa, in Kombination mit Carbidopa, über eine Pumpe direkt in den Dünndarm verabreicht werden. Die Wirkstoffkonzentration im Blut kann so konstant gehalten und Schwankungen können ausgeglichen werden. Unter einer Therapie mit Levodopa kann es unter anderem zu Gewichtsabnahme, Übelkeit, Verstopfung, Ängstlichkeit, Depression, Schlaflosigkeit, unwillkürlichen Überbewegungen (Dyskinesien), einer Verschlimmerung oder keiner Besserung der Erkrankung, Blutdruckschwankungen beim Aufrichten (orthostatische Hypotonie) oder Stürzen kommen.

COMT-Hemmer

Verkürzt sich die Wirkungsdauer von oral verabreichtem Levodopa, kann eine Kombination mit einem COMT-Hemmer sinnvoll sein. Zu dieser Medikamentengruppe zählen Wirkstoffe, die den Abbau von Levodopa im Körper blockieren und damit verhindern, dass es bereits in der Blutbahn abgebaut wird. Dadurch kommt eine größere Menge Levodopa im Gehirn an, es kann länger und effektiver wirken. Allerdings können dadurch auch die genannten Nebenwirkungen von Levodopa verstärkt auftreten. COMT-Hemmer werden meist in der sogenannten Wearing-Off-Phase eingesetzt, wenn die Wirkung von Levodopa bereits nachlässt, bevor es Zeit für die nächste Tablette ist. Als Nebenwirkung der COMT-Hemmer kann es zu einer Schädigung der Leber kommen. Es ist daher besonders wichtig, die Leberwerte während der Therapie regelmäßig zu kontrollieren. Darüber hinaus können COMT-Hemmer auch Durchfall verursachen. Eine harmlose Nebenwirkung ist die Gelbfärbung des Urins.

MAO-B-Hemmer

Diese Wirkstoffe hemmen den Abbau des freigesetzten Dopamins im Gehirn. Das gilt für körpereigenes Dopamin ebenso wie für Dopamin, das aus dem zugeführten Levodopa gebildet wird. Dadurch verstärken und verlängern sie die Wirkung von Levodopa. Leichte Wirkungsschwankungen können so ausgeglichen werden. Ähnlich wie bei den COMT-Hemmern können auch bei einer Therapie mit MAO-B-Hemmern die Nebenwirkungen von Levodopa verstärkt auftreten. Als eigene Nebenwirkungen der MAO-B-Hemmer sind grippeähnliche Zustände, Gelenkschmerzen, Appetitlosigkeit, Schwindelgefühl und allergische Reaktionen bekannt.

Dopamin-Agonisten

Die Dopamin-Agonisten zählen neben Levodopa zu den wichtigsten Medikamenten in der Parkinson-Therapie. Sie sind dem Dopamin chemisch sehr ähnlich und ahmen seine Funktion im Gehirn nach. Damit können Dopamin-Agonisten fehlendes Dopamin ersetzen und Störungen, die durch den Dopaminmangel im Gehirn entstehen, abschwächen. Die typischen Beschwerden der Parkinson-Erkrankung können so positiv beeinflusst und Wirkungsschwankungen ausgeglichen werden. Um eine gleichbleibende Wirkstoffkonzentration zu gewährleisten, kann der Dopamin-Agonist Apomorphin im Rahmen der fortgeschrittenen Parkinson-Therapie auch über eine Pumpe direkt unter die Haut abgegeben werden. Als Nebenwirkung einer Therapie mit Dopamin-Agonisten kann es zu niedrigem Blutdruck (Hypotonie) oder Blutdruckschwankungen beim Aufrichten (orthostatische Hypotonie), die mitunter zu Ohnmachtsanfällen führen können, kommen. Außerdem können Übelkeit, Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme, Tagesmüdigkeit, Sekundenschlaf, Ödeme und Impulskontrollstörungen, wie beispielsweise Kauf-, Ess- oder Spielsucht, auftreten.

Glutamat-Antagonisten (NMDA-Antagonisten)

Das Zellsterben im Gehirn bringt verschiedene Botenstoffe aus dem Gleichgewicht, so auch den Botenstoff Glutamat. Durch den Dopaminmangel kommt es bei Menschen mit Parkinson oft zu einem Überschuss an Glutamat im Gehirn. Glutamat wirkt aktivierend. Daher kann es durch den Überschuss zu unwillkürlichen Überbewegungen kommen, wie sie oft im späteren Krankheitsverlauf auftreten. Glutamat-Antagonisten hemmen die Wirkung des aktivierenden Glutamats und können so Überbewegungen reduzieren. Darüber hinaus können sie die Freisetzung von Dopamin verbessern. Als Nebenwirkung der NMDA (N-Methyl-D-Asparat)-Antagonisten können Schlafstörungen, Ödeme in den Beinen, eine Marmorierung der Haut, Herzrhythmusstörungen, innere Unruhe, Albträume, Sinnestäuschungen, Verwirrtheit, Tagesmüdigkeit, Mundtrockenheit, Sehstörungen, Verstopfung, Harnverhalt, Übelkeit, Erbrechen oder Magenbeschwerden auftreten.

Anticholinergika

Diese Wirkstoffe gelten als die ältesten Parkinson-Medikamente und spielen in der modernen Therapie eine eher untergeordnete Rolle. Sie vermindern die Freisetzung von Acetylcholin im Gehirn. Dieser Botenstoff ist bei Menschen mit Parkinson im Überschuss vorhanden und trägt zusätzlich zum Dopaminmangel zu den typischen Bewegungsstörungen bei. Anticholinergika können eine demenzfördernde Wirkung haben. Weitere Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, eine Steigerung des Augeninnendrucks, eine Erweiterung der Pupillen, Verstopfung, Störungen beim Wasserlassen, Schweißminderung, Pulsbeschleunigung, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Schlafstörungen, innere Unruhe, Verwirrtheit, Sinnestäuschungen, Delir und allergischen Reaktionen.

Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen der hier aufgeführten Medikamente beantwortet Ihnen Ihr Neurologe.

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Fortgeschrittene Therapien

Ist die Parkinson-Erkrankung bereits fortgeschritten, kann es sein, dass die orale Therapie, also Tabletten oder Kapseln, nicht mehr die gewünschte Wirkung zeigt. Es kann zum sogenannten „Wearing Off“ kommen. Das bedeutet, dass die Wirkung des Medikaments noch vor der geplanten Einnahme der nächsten Dosis nachlässt. Auch Schwankungen in der Wirkung (On-Off-Fluktuation) werden häufig beobachtet. Phasen, in denen das Medikament Wirkung zeigt (On-Phasen), wechseln abrupt mit solchen, in denen die Wirkung ausbleibt (Off-Phasen). Auch können verstärkt unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien) auftreten. In diesem Stadium der Erkrankung stehen verschiedene Behandlungsalternativen zur Verfügung.

Levodopa-Pumpe

Die Wirkungsschwankungen, die in der Therapie mit Levodopa-Tabletten auftreten können, sind meist auf schwankende Wirkstoffkonzentrationen im Blut zurückzuführen. Durch das fortgeschrittene Stadium der Erkrankung kann es sein, dass sich der Magen des Betroffenen über eine längere Zeit nicht entleert. Eingenommene Tabletten sammeln sich dann dort an. Entleert sich der Magen schließlich, erreicht die gesamte Wirkstoffmenge auf einmal den Dünndarm, von wo aus sie rasch ins Blut aufgenommen wird. Die unregelmäßige Magenentleerung und die schnelle Aufnahme des Wirkstoffs im Dünndarm können also zu temporären Über- bzw. Unterdosierungen führen. Durch den Einsatz einer Pumpe kann die Levodopa-Konzentration im Blut gleichmäßig gehalten werden. Dazu gibt die Pumpe ein Gel mit den Wirkstoffen Levodopa und Carbidopa über eine Sonde direkt in den Dünndarm ab. So wird eine kontinuierliche Wirkstoffzufuhr gewährleistet. Unerwünschte Wirkungsschwankungen können reduziert werden. In der Regel ist die Einnahme weiterer Parkinson-Medikamente nicht nötig. Durch die Therapie mit der Levodopa-Pumpe können so Off-Phasen reduziert und mehr Zeit in guter Beweglichkeit geboten werden. Die Behandlung mit der Levodopa-Pumpe ist im Allgemeinen gut verträglich. Unter einer Therapie mit Levodopa kann es unter anderem zu Gewichtsabnahme, Übelkeit, Verstopfung, Ängstlichkeit, Depression, Schlaflosigkeit, unwillkürlichen Überbewegungen (Dyskinesien), einer Verschlimmerung oder keiner Besserung der Erkrankung, Blutdruckschwankungen beim Aufrichten (orthostatische Hypotonie) oder Stürzen kommen. Zudem können postoperativ unter anderem Infektionen an der Einschnittstelle und abdominale Schmerzen auftreten.

Apomorphin-Pumpe

Apomorphin zählt zur Wirkstoffgruppe der Dopamin-Agonisten. Es ahmt also die Eigenschaften des körpereigenen Dopamins nach. Um eine gleichbleibende Wirkstoffkonzentration im Blut zu gewährleisten, kann Apomorphin direkt unter die Haut verabreicht werden, von wo es in den Blutkreislauf gelangt. Das geschieht als Dauerinfusion über eine Pumpe. Oft wird die Apomorphin-Infusion durch die orale Einnahme von Levodopa ergänzt. Bei manchen Betroffenen zeigt jedoch auch die ausschließliche Gabe des Dopamin-Agonisten die gewünschte Wirkung. Durch die kontinuierliche Wirkstoffversorgung können auch hier Schwankungen reduziert und die On-Phasen verlängert werden. Nebenwirkungen sind unter anderem niedriger Blutdruck (Hypotonie) oder Blutdruckschwankungen beim Aufrichten (orthostatische Hypotonie), die mitunter zu Ohnmachtsanfällen führen können. Zudem können Übelkeit, Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme, Tagesmüdigkeit, Sekundenschlaf, Ödeme und Impulskontrollstörungen, wie beispielsweise Kauf-, Ess- oder Spielsucht, auftreten.

Außerdem können sich an der Injektionsstelle unter der Haut schmerzhafte, störende Knötchen (Noduli) bilden.

Tiefe Hirnstimulation

In einigen Fällen kann auch die Tiefe Hirnstimulation eine gute Behandlungsoption sein. Dabei werden im Rahmen eines operativen Eingriffs Elektroden in die Basalganglien des Gehirns, also jenen Teil, der für die Körperbewegungen zuständig ist, eingesetzt. Die Elektroden sind mit einem Impulsgenerator verbunden, der elektrische Impulse sendet. So kann die Tiefe Hirnstimulation den Bewegungsablauf gewissermaßen neu takten. Der behandelnde Arzt ist in der Lage, das Ausmaß der Stimulation auch nach dem Eingriff zu verändern und den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen. Bewegungsstörungen können damit wirksam vermindert, die zusätzliche Gabe von Parkinson-Medikamenten reduziert werden. Nebenwirkungen, die während einer Tiefen Hirnstimulation auftreten können, hängen im Wesentlichen mit der verwendeten Spannung zusammen. So kann es unter anderem zu Sprech- und Sehstörungen, Kribbel- oder Taubheitsgefühlen sowie zu Gleichgewichtsstörungen kommen. An den Implantationsstellen sind Schmerzen, Wundheilungsstörungen und Infektionen sowie allergische Reaktionen möglich.

Therapieoptionen zur Behandlung
des fortgeschrittenen Parkinson

In diesem Film werden Ihnen die drei Therapieoptionen zur Behandlung des fortgeschrittenen Parkinson vorgestellt.

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Begleittherapien

Nicht nur für Menschen mit Parkinson gilt: Bewegung tut gut. Sie stärkt die Muskeln und den Bewegungsapparat und wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Darüber hinaus trägt sie auch zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Wer sich sportlich betätigt, fühlt sich meist besser. Für Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, hat regelmäßige Bewegung eine besondere Bedeutung.

Sie kann dabei helfen, Bewegungsfähigkeit, Koordinationsvermögen und Gleichgewichtssinn zu stärken und zu erhalten. Ein wichtiger Bestandteil der Parkinson-Therapie ist daher die Physiotherapie. Als Ergänzung zur medikamentösen Behandlung kann sie dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.

Physiotherapie

Bei den krankengymnastischen Übungen ist es wichtig, den gesamten Körper zu bewegen. Individuelle krankheitsbedingte Einschränkungen werden gezielt behandelt. Das Ziel ist es, Ihre eigenen Fähigkeiten zu nutzen und zu trainieren. Gerade im Anfangsstadium der Erkrankung oder bei einem leichteren Verlauf genügt es meist, wenn ein Physiotherapeut geeignete Übungen anleitet, die Sie dann regelmäßig zu Hause durchführen können. Eine gute Alternative kann auch das Training in der Gruppe sein.

Vielleicht fällt es Ihnen leichter, sich zum gemeinsamen Training zu motivieren. Darüber hinaus kann die Bewegung in der Gruppe auch möglichen Rückzugstendenzen vorbeugen. Eine rhythmische oder musikalische Untermalung der Übungen ist besonders gut geeignet. Sind die Bewegungsstörungen stärker ausgeprägt, kann eine dauerhafte Begleitung durch den Physiotherapeuten notwendig sein. In der Einzelgymnastik kann er auf Ihre individuellen Beschwerden eingehen. Geeignete Maßnahmen können dann Gleichgewichtsübungen sowie ein spezielles Sturz- oder Schwindeltraining sein.

Allgemein gilt:

Menschen mit Parkinson dürfen und sollen sich zwar anstrengen, von zu großen Belastungen sollten Sie jedoch absehen. Die Übungen sollen Ihr Wohlbefinden steigern und Sie nicht über die Maßen erschöpfen.

BIG-Therapie

Die BIG-Therapie ist eine neue Bewegungstherapie, die bereits gute Erfolge verzeichnen konnte. Schwerpunkt dieses physiotherapeutischen Trainings ist das regelmäßige Üben von weiten, kraftvollen Bewegungen. Damit soll der für Parkinson typischen Verkleinerung und Verlangsamung der Bewegungen entgegengewirkt werden. Durch einfache Übungen, wie beispielsweise kräftige Stoßbewegungen mit den Armen oder große Ausfallschritte, können Sie unter therapeutischer Begleitung Ihre Bewegungsreserven optimal nutzen. Erste Erkenntnisse zeigen, dass durch ein regelmäßiges Training das Fortschreiten von Bewegungseinschränkungen verlangsamt werden kann. Für Sie kann das den Erhalt von Lebensqualität und Selbstständigkeit bedeuten.

Ergotherapie

Für die meisten Betroffenen spielt der Erhalt der Selbstständigkeit eine wesentliche Rolle. Die Ergotherapie kann dabei helfen, diese so lange wie möglich zu gewährleisten. Im Rahmen der Therapie können Sie daher unter anderem den Umgang mit Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens oder alltägliche Verrichtungen üben. Bei Bedarf stellt Ihnen der Therapeut Hilfsmittel vor, die Ihnen den Alltag mit Parkinson erleichtern und so zum Erhalt Ihrer Selbstständigkeit beitragen können. Das können Hilfsmittel zur Nahrungsaufnahme, zur Bewegung, zur Pflege, zum An- und Auskleiden oder zur Unterstützung bestimmter Freizeitaktivitäten sein. Darüber hinaus kann Ihr Ergotherapeut Sie beraten, welche Veränderungen in Ihrem Wohnumfeld dazu beitragen können, Ihnen auch weiterhin ein sicheres und selbstständiges Leben in Ihren eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Logopädie

Um soziale Kontakte aufrechterhalten und wie gewohnt am sozialen Leben teilnehmen zu können, ist der Erhalt der Kommunikationsfähigkeit besonders wichtig. Viele Menschen mit Parkinson haben beispielsweise Schwierigkeiten, ihre Sprechlautstärke der Umgebung anzupassen, also in einer lauten Umgebung auch lauter zu sprechen. Einige Betroffene stottern zeitweise. Tägliches logopädisches Sprechtraining kann Ihnen dabei helfen, Ihre Stimme zu stärken und laut und verständlich zu sprechen. Auch Atem- oder Mimikübungen sind Teil der Therapie. Ein gutes Training kann darüber hinaus gemeinsames Singen in einer Gruppe sein. Schluckstörungen, wie sie häufig im Zusammenhang mit Parkinson auftreten, können ebenfalls im Rahmen der logopädischen Therapie behandelt werden. Zu den bekanntesten logopädischen Ansätzen für Menschen mit Parkinson zählt unter anderem die sogenannte Loud-Therapie. Durch verschiedene Übungen sollen Stimmfunktion und Sprechlautstärke trainiert werden. Die Verbesserung der Verständlichkeit soll dabei ausschließlich über das Erhöhen der Sprechlautstärke erreicht werden.

Psychologische Beratung

Mit der Diagnose Parkinson können für Betroffene viele Unsicherheiten und Ängste verbunden sein. Das kann zu einer großen seelischen Belastung werden. Darüber hinaus kann eine schlechte Krankheitsbewältigung verstärkt zu psychischen Veränderungen, schlimmstenfalls zu Angstzuständen und Depressionen führen. Psychologische Beratung kann Ihnen dabei helfen, sich mit Ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen und positive Strategien zur Krankheitsbewältigung zu entwickeln. Das stärkt Sie im Umgang mit Ihrer Erkrankung und kann so einem sozialen Rückzug und dem Verlust von Lebensqualität vorbeugen.

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Therapieoptionen zur Behandlung des fortgeschrittenen Parkinson

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