Hilfsangebote

Das Leben mit rheumatoider Arthritis (RA) kann Sie vor viele Herausforderungen stellen. Sie können sich aber jede Menge Unterstützung holen. Eine Auswahl an Hilfsangeboten haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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Hilfe und Unterstützung im Umgang mit rheumatoider Arthritis

Rheumatoide Arthritis kann viele Fragen aufwerfen, die es erst einmal zu klären gilt. Auf den folgenden Seiten finden Sie nützliche Angebote, die Antworten geben und Unterstützung bieten.

Die Diagnose „rheumatoide Arthritis“ (RA) kann Ihr bisheriges Leben erst einmal auf den Kopf stellen. Schließlich ist eine chronisch-entzündliche Krankheit meist mit Schmerzen verbunden und kann Alltagstätigkeiten, die Ihnen bisher einfach gefallen sind, erschweren. Es gibt jedoch zahlreiche Angebote, die Ihnen im Umgang mit dieser Erkrankung helfen können.

Unser AbbVie Care-Serviceprogramm bietet Ihnen eine große Auswahl an Hilfsangeboten, die Ihnen das Leben mit Rheuma leichter machen. Sicherlich haben Sie viele Fragen zu Ihrer Erkrankung. Rheumatologen sind speziell für die Diagnose und effektive Behandlung rheumatischer Erkrankungen ausgebildet. Ein Spezialist kann Sie optimal zu Ihrer RA beraten. Zudem kann er Ihre Therapie individuell auf Sie abstimmen und so bestmögliche Behandlungsergebnisse erzielen. Wo aber finden Sie einen erfahrenen Rheumatologen? Unser Arztfinder kann Sie bei der Suche unterstützen und Ihnen geeignete Ärzte und Kliniken vorschlagen.

Im Umgang mit RA kann es Ihnen helfen, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Es tut gut zu wissen, dass Sie mit Ihrer Krankheit nicht allein sind. Profitieren Sie von den Erfahrungen der anderen, holen Sie sich Anregungen, Hilfe und Tipps für den Alltag mit der rheumatischen Erkrankung. Wir stellen Ihnen Selbsthilfegruppen vor, in denen Sie andere Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung kennenlernen und neue Kontakte knüpfen können.

Nicht nur Sie selbst müssen den Umgang mit der Erkrankung lernen, auch Ihr Partner bzw. Ihre Angehörigen müssen sich auf eine neue Situation einstellen. Unser Angebot richtet sich daher zugleich an Angehörige von Betroffenen. Hier erfahren diese, was genau eine RA ist. Das kann das gegenseitige Verständnis im Umgang mit der Krankheit fördern. Gebündelte Informationen zum Thema RA finden Sie auch in unserem Service-Bereich, wo wir relevante Links und Informationen für Sie bereitgestellt haben.

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Facharztsuche

Der Facharzt für rheumatoide Arthritis ist der Rheumatologe. Er kennt sich mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen aus und hat die Erfahrung, alle nötigen Untersuchungen durchzuführen, eine Diagnose zu stellen und die individuell geeignete medikamentöse Behandlung auszuwählen.

Einen Spezialisten in der Nähe Ihres Wohnortes können Sie über die „Versorgungslandkarte“ der Patientenorganisation Deutsche Rheuma-Liga unter www.versorgungslandkarte.de finden. Die Suche umfasst neben Ärzten und Kliniken noch weitere Ansprechpartner, zum Beispiel Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychotherapeuten oder Rehaeinrichtungen.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) e.V. bietet Ihnen mit ihrem Praxis- und Klinikwegweiser unter www.rheumanet.org die Möglichkeit, einen Rheumatologen in der Nähe zu finden.

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Hier finden Sie Hilfe zur Selbsthilfe

Knüpfen Sie neue Kontakte und tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen über Ihre rheumatoide Arthritis (RA) aus. Schauen Sie, wie andere mit ihrer Erkrankung umgehen, und profitieren Sie von deren Erfahrungen. In einer Selbsthilfegruppe über rheumatoide Arthritis im Alltag zu sprechen, bietet viele Vorteile, weil es neue Perspektiven eröffnen kann. Außerdem treffen Sie hier Menschen, die ebenfalls mit RA leben und die Herausforderungen durch die Erkrankung gut kennen. Gerade in diesem Rahmen kann es oft leichterfallen, auch schwierige Themen anzusprechen. Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen bieten Ihnen diesen Austausch.

Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V.

Die Deutsche Rheuma-Liga ist mit über 290.000 Mitgliedern die größte Patientenorganisation im Gesundheitsbereich. Die Landesverbände bieten vor Ort Beratung von Patienten für Patienten. Das Angebot umfasst Patientenschulungen, Bewegungsangebote, sozialrechtliche Beratung und Angebote für junge Rheumatiker. Neben dem Bundesverband gibt es in allen Bundesländern Landesverbände, die auch Auskunft über örtliche Selbsthilfegruppen geben.

Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V.
Maximilianstraße 14
53111 Bonn
Tel.: 0228 / 76606-0
Fax: 0228 / 76606-20
bv@rheuma-liga.de

www.rheuma-liga.de
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Tipps für Angehörige: Was ist eine rheumatoide Arthritis?

Rheumatoide Arthritis (RA) stellt auch Sie als Partner oder Angehörigen eines Betroffenen vor viele Fragen: Was genau ist eine RA? Wie äußert sich die Erkrankung? Welche Auswirkungen kann sie auf das Leben Ihres Partners oder Angehörigen haben? Um Betroffenen in dieser Situation größtmögliche Unterstützung bieten zu können, ist es auch für Sie wichtig, sich gut mit der Erkrankung auszukennen. Einige Informationen zu RA haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Rheuma ist der Sammelbegriff für mehr als 100 verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparats. Sprechen Ärzte mit Ihnen und Ihrem Partner oder Angehörigen über Rheuma, meinen sie in der Regel die rheumatoide Arthritis (RA), eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gelenke.

Sie wird Ihren Partner oder Angehörigen ein Leben lang begleiten. Je besser Sie sich über RA informieren, umso mehr werden Sie das Verhalten Ihres Partners oder Angehörigen verstehen und nachvollziehen können. Und je mehr Verständnis Sie dem Betroffenen entgegenbringen, desto leichter wird ihm der Umgang mit seiner Erkrankung fallen. So können Sie ihm ein Stück weit dabei helfen, besser mit seiner Erkrankung zurechtzukommen.

Die RA beginnt häufig in den Finger- oder Zehengelenken, kann aber alle Gelenke des Körpers betreffen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, wobei das Immunsystem scheinbar grundlos die Gelenkinnenhaut angreift und schmerzhafte Entzündungen entstehen. Die Gelenkinnenhaut wuchert in den Gelenkspalt hinein. Dadurch werden die Knorpel und angrenzenden Knochen geschädigt. Das Gelenk verliert seine Beweglichkeit. Warum das Immunsystem entgleist, weiß man noch nicht. Wissenschaftler vermuten, dass unterschiedliche Auslöser eine Rolle spielen. Ein Faktor ist die erbliche Veranlagung. Infektionen werden als weitere Auslöser vermutet.

Lernen, gemeinsam mit der Erkrankung zu leben

RA wirkt sich beinahe auf alle Lebensbereiche aus. Ob im Alltag, im Beruf, in der Freizeit oder auf Reisen und natürlich auch in der Partnerschaft: Menschen mit RA müssen sich viele Gedanken darüber machen, was für sie möglich ist und wo ihnen ihre Erkrankung Grenzen aufzeigt. Zeigen Sie Verständnis und geben Sie Ihrem Partner oder Angehörigen den Rückhalt, den er braucht.

Typisch für RA ist, dass sie in Schüben auftritt. Phasen, in denen sie aktiv ist, wechseln sich mit beschwerdefreien Zeiten ab. Akzeptieren Sie darum auch, wenn Ihr Partner oder Angehöriger sich während eines Krankheitsschubs eher zurückziehen möchte. Ein normaler, aktiver Alltag oder gar anstrengende Unternehmungen sind unter starken Gelenkschmerzen manchmal einfach nicht möglich.

Schnelles Handeln ist entscheidend

Wenn auch die Ursachen der rheumatoiden Arthritis im Dunkeln bleiben, so sind inzwischen die Prozesse bekannt, die die Entzündung in den Gelenken in Gang halten. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Zytokine. Das sind Botenstoffe, die Nachrichten zwischen den Zellen übermitteln. Bei der rheumatoiden Arthritis kommt es zu einem Anstieg der Botenstoffe, die eine Entzündung verstärken.

Die Erkrankung kann heute gut behandelt werden. Verschiedene Therapieoptionen können dabei helfen, die Symptome langfristig zu kontrollieren und Betroffenen ein weitgehend selbstbestimmtes und aktives Leben zu ermöglichen. Wichtig bei der RA sind eine frühzeitige Diagnose und Therapie, um langfristige Schäden an den Gelenken zu vermeiden.

Tipps für Angehörige: Wie erkenne ich eine rheumatoide Arthritis?

Wie äußert sich eine rheumatoide Arthritis (RA)?

Man kann einem Menschen nicht unbedingt sofort anmerken, wenn er von einer rheumatoiden Arthritis betroffen ist. Die Erkrankung verläuft in Schüben, das bedeutet, zwischen einer akuten Phase mit Beschwerden, kann es dem Betroffenen auch wieder gut gehen.

Oft fühlt sich eine rheumatoide Arthritis am Anfang wie eine langwierige Grippe an. Müdigkeit, Appetitlosigkeit und eine erhöhte Körpertemperatur bis hin zu leichtem Fieber können damit einhergehen. In dieser Phase ist es für den Arzt nicht immer ganz einfach, anhand der Symptome eine RA festzustellen.

Die Erkrankung verläuft bei jedem anders

Schreitet die Erkrankung fort, kommt es meist zu weiteren Symptomen: Die Gelenke können sich nach dem Aufstehen steif und unbeweglich anfühlen. Diese Morgensteifigkeit kann über eine Stunde anhalten und sich erst im weiteren Tagesverlauf oder nach Bewegung verbessern. Typisch sind auch Schwellungen und Schmerzen in mindestens drei Gelenken. Diese Beschwerden kommen schubweise und sind oft so stark, dass mancher dann gern seine Ruhe hat.

Für Sie als Partner oder Angehöriger kann es zunächst ungewohnt sein, damit umzugehen, dass Unternehmungen oder Tätigkeiten an einem Tag kein Problem, an einem anderen einfach nicht möglich sind. Wenn Sie sich bei gemeinsamen Planungen aber flexibel und kompromissbereit zeigen, können Sie Ihren Partner oder Angehörigen entlasten. Signalisieren Sie ihm, dass Sie bereit sind, auf seinen Gesundheitszustand Rücksicht zu nehmen, und überlegen Sie sich eine Alternative für die Freizeitplanung.

Sobald die Schmerzen mehr als sechs Wochen anhalten, steht der Verdacht im Raum, dass es sich um eine RA handeln könnte. Dann gilt es, einen Spezialisten aufzusuchen. Denn mit einer frühzeitigen Behandlung können bleibende Gelenkschäden verhindert werden.

Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausschließen

Der Experte für RA ist der Rheumatologe. Er kennt sich mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen aus und hat die Erfahrung, alle nötigen Untersuchungen auszuführen, eine Diagnose zu stellen und die individuell geeignete Behandlung auszuwählen.

In dieser Situation kann es Ihrem Partner oder Angehörigen möglicherweise helfen, wenn Sie ihn zum Arzt begleiten. Je besser Sie über RA Bescheid wissen, umso mehr können Sie Ihren Partner im Umgang mit seiner Erkrankung unterstützen. Doch zunächst gilt es, den Verdacht bestätigen zu lassen und andere Erkrankungen auszuschließen. Dazu wird der Rheumatologe die Ergebnisse unterschiedlicher Untersuchungen heranziehen.

Als Erstes stehen das Gespräch und die körperliche Untersuchung an. Darin fragt der Arzt konkret die Krankengeschichte des Betroffenen ab. So kann er erfahren, welche Beschwerden wann begonnen haben, ob es in seiner Familie weitere Fälle von rheumatischen Erkrankungen gibt und ob andere Erkrankungen vorliegen. Dies sind erste Hinweise, ob es sich um RA handeln könnte. Bei der körperlichen Untersuchung kann der Rheumatologe zudem ertasten, ob bei dem Betroffenen Schwellungen in den Gelenken vorhanden sind. Danach wird er verschiedene Blutanalysen vornehmen. Zwar gibt es keinen bestimmten Laborwert, mit dem sich RA eindeutig nachweisen lässt. Trotzdem sind diese Laboruntersuchungen wichtig, um bestimmte Hinweise zur Diagnose zu erhalten.

Einen wichtigen Platz nehmen zudem bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall (Sonografie) und Magnetresonanztomografie (MRT) für die Diagnose und Verlaufskontrolle der RA ein. Vor allem die beiden letzten Methoden ermöglichen es, schon sehr früh zu erkennen, ob Gelenke entzündet sind oder sogar schon eine Schädigung des Knochens vorliegt. Steht die Diagnose RA fest, kann der Arzt einen individuellen Behandlungsplan aufstellen. Sprechen Sie Ihren Partner oder Angehörigen darauf an, ob und in welcher Form Sie ihn dabei unterstützen können.

Ihr Wissen über RA wird ihm nicht nur ernsthaftes Interesse an ihm und seiner Erkrankung signalisieren, sondern Sie auch zu einem Ansprechpartner auf Augenhöhe machen. Vielleicht hilft es ihm weiter, sich mit Ihnen über die verschiedenen Behandlungsoptionen auszutauschen.

Wichtig noch zu wissen:

Eine RA kann auch mit Beschwerden an anderen Organen, zum Beispiel Haut, Augen, Lunge, Nieren oder Herz, einhergehen. Alle diese Symptome lassen sich jedoch behandeln und sollten von dem entsprechenden Facharzt, zum Beispiel Augen- oder Hautarzt, versorgt werden. Eine konsequente und langfristige Behandlung der RA wirkt sich zudem positiv auf die Beschwerden außerhalb der Gelenke aus.

Tipps für Angehörige: Wie wird eine rheumatoide Arthritis behandelt?

Als chronische Erkrankung ist rheumatoide Arthritis nicht heilbar. Die optimale Therapie kann Ihrem Partner oder Angehörigen helfen, Beschwerden deutlich zu lindern und den weiteren Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Das Behandlungsziel: Beschwerden kontrollieren und Lebensqualität verbessern

Eine wirksame, frühzeitige und anhaltende Behandlung kann die Krankheitsaktivität langfristig eindämmen. Dadurch können die Beschwerden Ihres Partners oder Angehörigen kontrolliert werden und er ist wieder in der Lage, ein weitgehend normales Leben zu führen.

Wie lässt sich rheumatoide Arthritis behandeln?

Nun steht es also fest. Ihr Partner oder Angehöriger hat die Diagnose „rheumatoide Arthritis“ (RA) erhalten. Doch wie geht es weiter? Die gute Nachricht: Eine individuell auf ihn abgestimmte Therapie kann neue Schübe verhindern und das Fortschreiten seiner Erkrankung stoppen. Ziel der Therapie ist es, dass die Entzündung in seinen Gelenken vollständig und dauerhaft abheilt und er ein normales Leben ohne große Einschränkung führen kann. Dazu ist es wichtig, frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen, denn eine unbehandelte RA kann langfristig bleibende Schäden in den Gelenken verursachen.

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Welche davon für Ihren Partner oder Angehörigen die richtige ist, hängt unter anderem davon ab, welche Gelenke betroffen sind und wie ausgeprägt die Entzündung ist. Unabhängig davon, für welche Therapie er sich gemeinsam mit seinem Rheumatologen entscheidet, ist immer auch seine aktive Mitarbeit wichtig. Hier können Sie ihm helfen, indem Sie ihn an die regelmäßige Einnahme seiner Medikamente und an die Kontrolluntersuchungen erinnern. Vielleicht möchte er auch, dass Sie ihn zum Arzt begleiten. Bleiben Sie Partner und werden Sie nicht Betreuer.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die medikamentöse Behandlung ist die wichtigste Säule der Therapie. Sie steht jedoch nie allein. Physiotherapie und Bewegung sind feste Bestandteile, die notwendig sind, um die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten. Weitere ergänzende Maßnahmen können außerdem positiv auf die Erkrankung Ihres Partners oder Angehörigen und sein allgemeines Wohlbefinden einwirken.

Medikamentöse Therapie

Kortikoidfreie entzündungshemmende Medikamente

(zum Beispiel Diclofenac und Ibuprofen) werden auch NSAR (nicht steroidale Antirheumatika) genannt. Sie wirken sowohl gegen die Entzündung als auch gegen Schmerzen. Eine typische mögliche Nebenwirkung von NSAR sind Magenbeschwerden. Daher empfiehlt es sich, begleitend ein Medikament einzunehmen, das den Magen schützt. Auch die sogenannten COX-2-Hemmer (zum Beispiel Celecoxib) gehören zu dieser Medikamentengruppe. NSAR sind in der Regel die ersten Medikamente, die nach der Diagnose eingesetzt werden. Ihre Wirkung tritt meist schnell (innerhalb von Stunden) ein.

Kortikoide

(zum Beispiel Prednison), auch Glukokortikoide oder Kortison genannt, wirken stark entzündungshemmend und dadurch auch schmerzstillend. Die Wirkung von Kortikoiden setzt schnell (innerhalb weniger Stunden) ein. Bei RA werden sie als Überbrückungstherapie bis zum Einsetzen der Wirksamkeit der Basistherapeutika (siehe unten) angewendet und wenn die Entzündung in den Gelenken besonders stark ausgeprägt ist. Das Medikament kann in niedriger Dosierung (bis zu 7,5 mg täglich) dauerhaft begleitend bzw. in Schubphasen einmalig in hoher Dosis (Stoßtherapie) oral eingenommen oder direkt in das betroffene Gelenk („intraartikuläre Injektion“) gespritzt werden.

Schmerzmittel

(zum Beispiel eine Kombination aus Tilidin und Naloxon), die im Gegensatz zu NSAR keine entzündungshemmende Wirkung haben, können bei RA zum Einsatz kommen, wenn die Erkrankung sehr ausgeprägt ist und starke Schmerzen verursacht. Bei sehr starken Schmerzen können dann Opiate Linderung verschaffen.

Basistherapeutika

(zum Beispiel Methotrexat/MTX) wirken entzündungshemmend und unterdrücken das Immunsystem. Sie werden bei starker Ausprägung der Erkrankung eingesetzt. Basistherapeutika werden als Tabletten verabreicht oder gespritzt. Sie werden langfristig eingesetzt, um neue Schübe zu verhindern. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, da die anhaltende Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann. Diese Medikamente werden eingesetzt, um langfristig auf den Krankheitsverlauf Einfluss zu nehmen und die Entzündung dauerhaft zu unterdrücken.

Behandlung mit Biologika

Biologika sind biotechnologisch hergestellte Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, indem sie gezielt in die fehlgeleitete Abwehrreaktion des Immunsystems eingreifen und die Erkrankung so langfristig kontrollieren. Eingesetzt werden Biologika bei RA, wenn eine gesicherte Diagnose vorliegt, dass es sich um eine mittelschwere oder schwere aktive RA handelt und die vorangegangene Basistherapie keine ausreichende Wirkung gezeigt hat oder nicht vertragen wurde. Biologika können durch eine Selbstinjektion unter die Haut gespritzt oder beim Arzt durch eine Infusion in die Armvene verabreicht werden.

Die Biologika, die bei RA eingesetzt werden, haben unterschiedliche Ansätze, die zum Ziel haben, das Entzündungsgeschehen zu unterdrücken und damit den Krankheitsmechanismus zu unterbrechen. Es gibt Substanzen, die verschiedene Botenstoffe, wie TNF-alpha, Interleukin-6 oder Interleukin-1, blockieren oder bestimmte Zelltypen (B-Zell-Antikörper oder T-Zell-Antikörper) hemmen.

Schlägt ein Biologikum bei Ihrem erkrankten Partner oder Angehörigen an, kann es langfristig eingesetzt werden, um neue Schübe zu verhindern. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, da die anhaltende Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann. Da durch Biologika das Immunsystem unterdrückt wird, kann das Infektionsrisiko erhöht sein. Vor der Therapie ist es daher wichtig, bestehende Infektionen, zum Beispiel Tuberkulose oder Hepatitis, auszuschließen.

Physiotherapie und Bewegung

Bei der Behandlung der RA sind auch Physiotherapie und Bewegung wichtig. Neben der medikamentösen Therapie ist Bewegung entscheidend dafür, dass die Beweglichkeit der Gelenke erhalten bleibt und Schmerzen vermindert werden. Dies ist auch schon zu Beginn der Erkrankung entscheidend. Regelmäßige Physiotherapie und Bewegung allgemein, etwa in Form einer gelenkschonenden Sportart (unter anderem Schwimmen, Nordic Walking oder Tanzen), die mehrmals in der Woche ausgeübt wird, sind daher fester Bestandteil der Therapie. Im Rahmen der Physiotherapie kann Ihr Partner oder Angehöriger individuell angepasste Bewegungsübungen erlernen, die er auch zu Hause regelmäßig ausführen kann.

Weitere ergänzende Maßnahmen

Ergotherapie

hat das Ziel, die Funktionsfähigkeit der Gelenke zu erhalten und Schmerzen zu reduzieren. Alle Maßnahmen unterstützen dabei, die Selbstständigkeit im Alltag zu bewahren oder unter Umständen auch wiederherzustellen. Ergotherapie wird vom behandelnden Arzt verschrieben. Das Spektrum des Ergotherapeuten ist groß. Er stellt individuell für Ihren Partner oder Angehörigen ein Programm zusammen – abhängig davon, welche Schwierigkeiten im Vordergrund stehen und welche Bereiche seines Körpers durch die Entzündung beeinträchtigt sind. Das kann unter anderem der Einsatz von Hilfsmitteln für Alltagstätigkeiten wie Hausarbeit oder Veränderungen am Arbeitsplatz mit ergonomischem Schreibtischstuhl und höhenverstellbarem Schreibtisch sein. Ergotherapeuten erläutern auch Bewegungsabläufe zum Schutz der Gelenke.

Psychologische Unterstützung

kann sinnvoll sein, wenn die RA Ihren Partner oder Angehörigen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch belastet. Jeder Mensch empfindet die Erkrankung anders und geht anders mit ihr um. Wird das Leben zunehmend von der RA bestimmt, kann eine psychologische Unterstützung dabei helfen, positive Strategien zur Krankheitsbewältigung zu aktivieren. Bei einigen Menschen führt RA zu einer starken psychischen Beeinträchtigung: Depressionen oder starke Ängste können die Folge sein. Diese Situationen sollten in jedem Fall ernst genommen und psychotherapeutisch behandelt werden. Der behandelnde Arzt kann Ihren Partner oder Angehörigen beraten, ob eine psychologische Unterstützung sinnvoll ist, und ihm Ansprechpartner nennen.

Ernährung

spielt eine weitere wichtige Rolle. Eine spezielle Diät, die bei RA eingehalten werden sollte, gibt es zwar nicht, Sie können aber gemeinsam mit Ihrem erkrankten Partner oder Angehörigen über eine langfristige Ernährungsumstellung sprechen. Durch eine bewusste Ernährung und die gezielte Auswahl von Lebensmitteln kann er positiv auf seine Erkrankung einwirken. Die Ernährung kann folglich die medikamentöse Behandlung unterstützen, wenn auch nicht ersetzen. Basis einer „RA-gerechten“ Ernährung sollte stets eine abwechslungsreiche und vollwertige Kost sein. Die ist auch für gesunde Menschen zu empfehlen.

Weitere Informationen zum Thema Ernährung bei einer RA haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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Links & Broschüren

Hier haben wir eine Sammlung interessanter Informationen zu rheumatoider Arthritis für Sie zusammengestellt, die sich auf viele von der Erkrankung betroffene Lebensbereiche beziehen. Familie, Ernährung und Sport zählen ebenso zu den behandelten Themen wie Freizeit und Reisen. Die folgenden Broschüren können Sie kostenlos herunterladen. Die Linktipps führen Sie zu weiteren interessanten Internetseiten, und die hier empfohlenen Bücher beinhalten Wissenswertes und Unterhaltsames. Hier finden Sie nützliche Tipps und praktische Unterstützung, die Ihnen den Alltag mit Ihrer Erkrankung ein wenig erleichtern können.

Für weitere Informationen im Internet empfehlen wir Ihnen folgende Links:

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e. V.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist mit mehr als 1.400 Mitgliedern die größte medizinische Fachgesellschaft im Bereich der Rheumatologie in Deutschland. Sie repräsentiert seit mehr als 80 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung sowie deren Entwicklung in Deutschland. Der Onlineauftritt der DGRh informiert ausführlich über verschiedene Krankheitsbilder, wie zum Beispiel die rheumatoide Arthritis, und deren Therapiemöglichkeiten. Außerdem können Sie über die Facharztsuche Spezialisten vor Ort finden.
www.dgrh.de

Berufsverband Deutscher Rheumatologen e. V.

Der Berufsverband Deutscher Rheumatologen e.V. ist die berufspolitische Vertretung aller rheumatologisch tätigen oder in Aus- und Weiterbildung befindlichen Ärzte. Das Internetportal bietet umfangreiche Informationen für Ärzte und Menschen mit Rheuma, wie zum Beispiel aktuelle Nachrichten rund um das Thema Rheuma, Patientenaktionen sowie eine Arztsuche, an.
www.bdrh.de

Deutsche Rheuma-Liga e. V.

Die Deutsche Rheuma-Liga ist mit aktuell ca. 300.000 Mitgliedern eine der größten deutschen Selbsthilfeorganisationen im Gesundheitsbereich. Der Verband informiert und berät Betroffene unabhängig und frei von kommerziellen Interessen. Die Rheuma-Liga bietet Menschen mit rheumatischen Erkrankungen Rat und praktische Hilfen wie zum Beispiel Funktionstraining, unterstützt aber auch Forschungsprojekte zu rheumatischen Erkrankungen und tritt für die Interessen rheumakranker Menschen in der Gesundheits- und Sozialpolitik ein. Die Rheuma-Liga finanziert ihre Arbeit vorrangig durch Mitgliedsbeiträge, Förderungen der Kranken- und Rentenversicherer, Projektmittel und Spenden.
www.rheuma-liga.de

Initiative „Nicht zu ersetzen“

Die Stiftung Arbeitsmedizin und Prävention hat es sich zur Aufgabe gemacht, chronisch erkrankte Menschen zu unterstützen. Die Initiative „Nicht zu ersetzen“ wurde ins Leben gerufen, um auf das Thema chronische Erkrankungen, wie die rheumatoide Arthritis, am Arbeitsplatz aufmerksam zu machen. Unterstützt wird diese Initiative durch den Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. (VDBW), das BioPharma-Unternehmen AbbVie und den BKK Dachverband e.V., die Interessenvertretung der betrieblichen Krankenversicherungen in Deutschland. Auf der Website der Initiative werden die Kenntnisse und Erfahrungen der Stiftung Arbeitsmedizin und Prävention, des VDBW und der Initiative „Nicht zu ersetzen“ gebündelt, um Betroffenen Tipps und Informationen für den Alltag und das Berufsleben zu geben.
www.nicht-zu-ersetzen.de

rheuma-online

Das umfangreiche Onlineportal bietet ausführliche Informationen zu Diagnostik, Therapie und sonstigen Aspekten rheumatischer Erkrankungen, wie der rheumatoiden Arthritis. Neben aktuellen Nachrichten finden Sie hier auch ein Forum zum Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen.
www.rheuma-online.de

RheumaPreis

Die Initiative „RheumaPreis“ prämiert jährlich Arbeitnehmer und Arbeitgeber für ihren partnerschaftlichen Einsatz zum Erhalt der Berufstätigkeit mit rheumatischen Erkrankungen, wie der rheumatoiden Arthritis. Das BioPharma-Unternehmen AbbVie und seine Partner wollen damit Beispiele gelungener beruflicher Einbindung öffentlich machen und andere Betroffene zum Nachmachen ermutigen. Aktiv mit Rheuma am Arbeitsplatz – viele Preisträger der vergangenen Jahre haben eindrucksvoll gezeigt, dass dies möglich ist.
www.rheumapreis.de

Die Rheuma-App: eine praktische Unterstützung im Alltag

Mit der Rheuma-App RheumaTrack RA steht Menschen mit rheumatoider Arthritis ein digitales Patiententagebuch zur Verfügung. Die Anwendung für Smartphone oder Tablet speichert alle wichtigen Daten zum Krankheitsverlauf. Damit kann die App eine große Hilfe bei wichtigen Fragen zu Ihrem aktuellen Gesundheitszustand oder dem nächsten Arztbesuch sein. Der behandelnde Arzt kann schnell und zuverlässig über alle relevanten Informationen auf dem Laufenden gehalten werden. Darüber hinaus verfügt die Anwendung über eine Erinnerungsfunktion für den nächsten Arzttermin. Die App wurde mit Unterstützung des BioPharma-Unternehmens AbbVie entwickelt und ist sowohl für iOS– als auch für Android--Betriebssysteme erhältlich.

Infomaterialien zum Download



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