Risiko und Schutz

Besonders gefährdet für einen schweren Verlauf einer RSV-Infektion sind Frühgeborene sowie Kinder mit Herzfehlern oder Lungenerkrankungen. Schutz kann eine passive Immunisierung geben.

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Schwere RS-Virus-Infektion: Welche Babys sind gefährdet?

Nicht alle Kinder oder Babys haben das gleiche Risiko dafür, dass eine Infektion mit dem RS-Virus einen schweren Verlauf nimmt. Gefährdet sind vor allem frühgeborene Babys, Kinder mit Lungenerkrankungen und Kinder mit bedeutsamen angeborenen Herzfehlern. Frühgeborene Babys sind deshalb besonders gefährdet, an einer schweren Infektion mit dem RS-Virus zu erkranken, weil ihre Lunge und ihr Immunsystem häufig noch nicht vollständig entwickelt sind. Zudem spielt der unvollständige „Nestschutz“ eine Rolle, da die schützenden Antikörper der Mutter erst im letzten Drittel der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden.

RSV: Säuglinge und Kinder mit Lungenerkrankung oder Herzfehler

Auch Säuglinge und Kinder mit Lungenerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für eine schwere Infektion mit dem RS-Virus. Gerade bei Frühgeborenen kann die chronische Lungenerkrankung BPD (bronchopulmonale Dysplasie) infolge einer künstlichen Beatmung auftreten. Die Schädigung des Lungengewebes bei diesen Säuglingen hat zur Folge, dass die Sauerstoffversorgung des Körpers nicht normal funktioniert. Eine RSV-Infektion kann daher schwer verlaufen.

Babys und Kleinkinder mit bedeutsamen angeborenen Herzfehlern sind ebenfalls besonders gefährdet. Da bei diesen Kindern Herz und Blutgefäße nur eingeschränkt funktionstüchtig sind, weisen sie eine höhere Anfälligkeit für schwere RSV-Infektionen auf.

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RS-Virus: Ansteckung verhindern

Schon einfache allgemeine Schutz- und Hygienemaßnahmen können das Risiko einer Ansteckung mit dem RS-Virus verringern.

  • Hände waschen!
    Alle Menschen, die ein Baby berühren, sollten sich vorher gründlich die Hände waschen. Das gilt für die Eltern, die Geschwister, die Großeltern und natürlich auch für Freunde und erst recht für Fremde.
  • Alle Dinge, mit denen das Kind in Berührung kommt, stets sehr sauber halten!
    Da das RS-Virus auf Oberflächen mehrere Stunden überleben kann, sollte neben Tischplatten, Geschirr und Fläschchen vor allem das Spielzeug häufig gereinigt und gewaschen werden.
  • Vor allem in der Erkältungszeit Orte meiden, an denen sich viele Menschen aufhalten!
    Beispiele sind Busse, S- und U-Bahnen, Warteräume, Geschäfte usw. Je mehr Kontakt ein Baby mit anderen Menschen hat, desto größer ist das Risiko, sich mit Krankheitserregern anzustecken, auch mit RSV.
  • Erkältete Menschen vom Baby fernhalten!
    Die Nähe von Menschen mit einer Erkältung erhöht das Risiko einer Ansteckung. So sollten auch erkältete Geschwister oder Großeltern nicht mit dem Baby spielen oder kuscheln.
  • Nicht rauchen!
    Zigarettenrauch ist für jedes Kind schädlich. Insbesondere aber für Kinder, die ein besonderes Risiko haben, an einer schweren RSV-Infektion zu erkranken. In Gegenwart eines Kindes sollte nicht geraucht werden.

RSV-Prophylaxe für besonders gefährdete Kinder

Neben den genannten Hygienemaßnahmen als RSV-Prophylaxe gibt es für Kinder mit einem besonderen Risiko für eine schwere Infektion eine spezielle Schutzmöglichkeit. Mit der sogenannten passiven Immunisierung können sie bei der Abwehr von RSV unterstützt werden. Dieser Schutz durch Antikörper kommt insbesondere für Frühgeborene die in der 35. Schwangerschaftswoche oder früher geboren wurden, Kinder unter 2 Jahren mit Lungenerkrankungen oder bedeutsamen angeborenen Herzfehlern infrage. Gehört Ihr Kind zu dieser Risikogruppe, sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt. Dieser kann weitere Informationen über eine RSV-Prophylaxe geben.

Was ist eine passive Immunisierung?

Eine Impfung gegen RSV gibt es nicht, möglich ist jedoch eine passive Immunisierung. Bei einer Impfung wird das Immunsystem stimuliert, damit eigenständig Antikörper gebildet werden. Mit der passiven Immunisierung werden bereits fertige Antikörper verabreicht, die Erreger sofort erkennen und abwehren. Da die Immunisierung vorbeugend wirkt, muss sie vor einer Ansteckung mit dem Erreger erfolgen. Sie wird während der RSV-Saison einmal im Monat aufgefrischt und wird über den gesamten Zeitraum der Saison verabreicht. Der Kinderarzt kann individuell beraten, ob dieser medikamentöse Schutz vor dem RS-Virus für Ihr Kind empfehlenswert ist.

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Häufige Fragen zu RSV

Hier finden Sie die Antworten zu häufigen Fragen rund um das Thema RSV.

Was bedeutet die Abkürzung RSV?

Was bedeutet die Abkürzung RSV? RSV steht für „Respiratorisches Synzytial-Virus“ oder kürzer „RS-Virus“. Es ist ein Virus, das Erkrankungen der Atemwege auslöst. Besonders Babys und Kleinkinder sind gefährdet. Bei ihnen ist das RS-Virus sogar einer der bedeutendste Erreger von Atemwegsinfektionen wie das Robert-Koch-Institut mitteilt.

Zu welchen Jahreszeiten tritt das RS-Virus auf?

Das RS-Virus kommt insbesondere in den Erkältungsmonaten, also im Herbst, Winter und Frühjahr, sehr häufig vor.

Wie wird das RS-Virus übertragen?

RSV wird ähnlich wie viele andere Krankheitserreger übertragen: entweder durch das Einatmen von kleinsten Tröpfchen in der Luft (z. B. wenn jemand, der mit RSV infiziert ist, niest oder hustet) oder dadurch, dass das RS-Virus auf anderen Wegen in Mund oder Nase gelangt.

Wie ansteckend ist das RS-Virus?

Wegen der großen Verbreitung und der Leichtigkeit, mit der man sich mit RSV infizieren kann, hat beinahe jedes Kind in den ersten beiden Lebensjahren eine RSV-Infektion durchgemacht. Auf Oberflächen kann RSV stundenlang überleben und ansteckend bleiben.

Wie äußert sich eine RSV-Infektion?

Bei Erwachsenen oder gesunden Kindern ist eine RSV-Infektion in der Regel kaum von einer gewöhnlichen Erkältung mit Schnupfen oder niedrigem Fieber zu unterscheiden. In einigen Fällen kann eine RSV-Infektion jedoch zu ernsten Erkrankungen der Atemwege führen. Dies geschieht dann, wenn das RS-Virus aus dem Nasen- oder Rachenraum in die kleinsten Verästelungen der Lunge gelangt. In diesem Fall kann RSV beispielsweise eine Bronchiolitis oder Lungenentzündung hervorrufen.

Wie wird eine RSV-Infektion behandelt?

Bei einer akuten RSV-Infektion gibt es bis heute keine Therapie, welche die Ursache der Erkrankung bekämpft. Es besteht nur die Möglichkeit, Symptome wie Fieber oder Atembeschwerden zu behandeln. Ist es zu einer schweren RSV-Infektion gekommen, kann dies zu einer Krankenhauseinweisung führen. Gegebenenfalls ist sogar eine künstliche Beatmung notwendig, weil nicht mehr genug Sauerstoff über den normalen Weg in den Körper gelangt.

Wer ist durch RSV besonders gefährdet?

Nicht alle Kinder haben das gleiche Risiko, dass eine RSV-Infektion einen schweren Verlauf nimmt. Vor allem frühgeborene Babys, Kinder mit Lungenerkrankungen und Kinder mit bedeutsamen angeborenen Herzfehlern sind besonders gefährdet.

Warum sind frühgeborene Babys besonders durch RSV gefährdet?

„Frühchen“ sind deshalb besonders gefährdet, an einer schweren RSV-Infektion zu erkranken, weil ihre Lunge und ihr Immunsystem häufig noch nicht vollständig entwickelt sind. Zudem spielt der unvollständige „Nestschutz“ eine Rolle, da die schützenden Antikörper der Mutter erst im letzten Drittel der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden. Außerdem leiden viele Frühgeborene unter chronischen Lungenerkrankungen wie z. B. der BPD (bronchopulmonale Dysplasie), die infolge einer künstlichen Beatmung auftreten kann. Die dabei auftretende Schädigung des Lungengewebes hat zur Folge, dass die Sauerstoffversorgung des Körpers nicht normal funktioniert.

Wie kann das Risiko einer RSV-Infektion verringert werden?

Das Risiko einer Infektion mit RSV kann durch die Befolgung allgemeiner Schutz- und Hygienemaßnahmen verringert werden. Für Kinder, die ein besonderes Risiko für eine schwere RSV-Infektion haben, kann eine passive Immunisierung weiteren Schutz bieten. Der Kinderarzt kann weitere Informationen dazu geben.

Hinterlässt eine durchgemachte RSV-Infektion eine bleibende Immunität?

Eine durchgemachte RSV-Infektion hinterlässt keine bleibende Immunität. Anders als die meisten Kinderkrankheiten kann man eine RSV-Infektion also mehrmals bekommen.

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