Glossar

Rund um die Schuppenflechte gibt es medizinische Begriffe, die nicht so leicht verständlich sind. In unserem Glossar finden Sie Fachwörter zur Psoriasis kompakt und einfach erklärt.

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Psoriasis-Lexikon

Keratinozyten, Zytokine oder Onycholyse – rund um die Schuppenflechte [13.01.00] gibt es viele Fachwörter, die nicht so leicht zu verstehen sind. In unserem Psoriasis-Lexikon finden Sie medizinische Begriffe zur Psoriasis kompakt und einfach erklärt.

Anamnese

Krankengeschichte.

Ankylosierende Spondylitis (AS)

Morbus Bechterew.

Antikörper

Proteine, die im Immunsystem z. B. gegen bestimmte Fremdstoffe wie Bakterien und Viren oder aber auch gegen körpereigene Stoffe gerichtet sind. Antikörper machen diese Stoffe unschädlich, indem sie an diese binden und sie damit für den Abbau markieren. In der Medizin werden bestimmte Antikörper, die z. B. entzündungsfördernde Botenstoffe erkennen und ausschalten, künstlich hergestellt und als Therapie genutzt.

Arthritis

Gelenkentzündung.

Auspitz-Phänomen

Auch Phänomen des blutigen Taus; punktförmige Blutungen, die nach Entfernung der Schuppen und des darunter liegenden dünnen Häutchens entstehen. Das nach dem Wiener Hautarzt Heinrich Auspitz (1835–1886) bezeichnete Phänomen ist ein diagnostisches Zeichen der Psoriasis.

Balneo-Foto-Therapie

Kombinierte Anwendung von Bade- und Lichttherapie.

Basalzellschicht

Hautschicht, in der neue Keratinozyten gebildet werden.

Begleiterkrankungen

Auftreten zusätzlicher Erkrankungen zeitgleich mit einer Grunderkrankung; die Begleiterkrankung kann mit der Grunderkrankung im Zusammenhang stehen.

Betablocker

Gruppe von blutdrucksenkenden Medikamenten.

Biologika

Biotechnologisch hergestellte Medikamente, die u. a. bei Psoriasis eingesetzt werden. Sie greifen gezielt in die Entzündungsprozesse ein und dämmen sie ein.

Botenstoffe

Steuern gezielt das Immunsystem, indem sie Signale an Zellen weitergeben und so z. B. Entzündungen beeinflussen. Es gibt entzündungsfördernde und entzündungshemmende Botenstoffe.

Chronische Entzündung

Bleibt ein Entzündungsprozess dauerhaft bestehen, wird er als chronisch bezeichnet. Dies ist z. B. bei Psoriasis der Fall.

Compliance

Therapietreue.

Daktylitis

Gleichzeitige Entzündung und Schwellung aller Gelenke eines Fingers oder Zehs; sogenannte „Wurstfinger“.

Dermatologe

Hautarzt.

Dermis

Eine Schicht der Haut, genannt Lederhaut.

DLQI-Fragebogen

DLQI ist die Abkürzung für „Dermatology Life Quality Index“. Anhand des DLQI-Fragebogens kann die Lebensqualität bei Hautkrankheiten wie Psoriasis ermittelt werden.

DMARD

Abkürzung für „disease-modifying antirheumatic drugs“. Lang wirksame, krankheitsmodifizierende Medikamente, die bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden.

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Sammelbegriff für Formen des Rheumas, die mit Entzündungen an Knochen und/oder Gelenken sowie Muskeln, Sehnen und anderen Geweben einhergehen. Beispiele sind die rheumatoide Arthritis, die Psoriasis-Arthritis oder der Morbus Bechterew.

Entzündung

Abwehrreaktion des Immunsystems, z. B. gegen Eindringlinge im Körper (etwa Viren oder Bakterien). Zeichen einer Entzündung sind Wärme, Rötung, Schwellung und Schmerzen. Ist die Abwehrreaktion erfolgreich abgeschlossen, klingt die Entzündung ab (Ausnahme: chronische Entzündung).

Epidermis

Oberhaut; oberste Hautschicht.

Erythem

Rötung der Haut.

Erythemato-squamös

Gerötet und schuppend.

Erythematös

Gerötet.

Erythrodermie

Die ganze Haut betreffende Rötung. Die psoriatische Erythrodermie ist eine seltene, schwere Verlaufsform der Schuppenflechte.

Exanthem

Hautausschlag.

Exazerbation

Krankheitsschub.

Fototherapie

Lichttherapie.

Fumarsäurepräparate

Medikamente zur Behandlung der Schuppenflechte, die als systemische Therapie angewendet werden. Sie beeinflussen bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die beim Krankheitsprozess der Psoriasis eine Rolle spielen.

Hautatrophie

Hautverdünnung. Kann als Nebenwirkung auftreten, wenn Kortisonpräparate zu lange und/oder in zu hoher Dosierung auf die Haut aufgetragen werden.

Hepatitis

Entzündung der Leber.

Histologie

Lehre von den Geweben des Körpers; im medizinischen Sprachgebrauch feingewebliche (mikroskopische) Untersuchung einer Gewebeprobe.

Hyperkeratose

Verdickung der Hornschicht der Haut.

Immunsuppressiva

Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken.

Immunsystem

Komplexes Abwehrsystem des Körpers, das ihn mithilfe von Zellen und Botenstoffen vor Angriffen durch Krankheitserreger schützt. Eine Fehlleitung des Immunsystems kann u. a. zu einer chronischen Entzündung führen.

Infektion

Eindringen von Krankheitserregern (z. B. Viren oder Bakterien) in den Körper und ihre Vermehrung. Kann eine Entzündung auslösen.

Inflammation

Entzündung.

Infusion

Verabreichen von Flüssigkeit (z. B. Medikamenten) in den Körper, erfolgt in der Regel über eine Vene.

Injektion

Verabreichen von Medikamenten mit einer Spritze oder einer Injektionshilfe (z. B. einem Pen). Erfolgt eine Injektion unter die Haut (also nicht in die Vene oder in den Muskel), wird sie als subkutan bezeichnet.

Interleukine

Botenstoffe, die im Entzündungsprozess eine große Rolle spielen.

Interleukin-Inhibitor

Hemmstoff von Interleukinen.

Karzinogen

Krebs erzeugend.

Keratinozyten

Hornbildende Zellen der Haut; bei der Schuppenflechte kommt es zu einer beschleunigten Vermehrung der Keratinozyten.

Klimatherapie

Natürliche Balneo-Foto-Therapie; nutzt die positive Wirkung von Licht und Salzwasser auf die Schuppenflechte in Form von Meerwasser und Sonneneinstrahlung, z. B. bei Kuraufenthalten.

Köbner-Phänomen

Eine Schuppenflechte kann durch Reizungen der Haut, z. B. durch Kratzen, ausgelöst werden. An der gereizten Hautstelle entwickelt sich innerhalb einiger Tage ein Psoriasis-Herd. Dieses Phänomen wird nach seinem Entdecker als Köbner-Phänomen bezeichnet.

Komorbiditäten

Begleiterkrankungen.

Korium

Lederhaut; zwischen Ober- und Unterhaut liegende Hautschicht.

Kortisonpräparate

Auch Kortikoide, Glukokortikoide oder Kortison genannt; Medikamente, die eine entzündungshemmende Wirkung haben; werden zur topischen Therapie bei Psoriasis angewendet.

Kreuz-Darmbeingelenk

Auch Iliosakralgelenk oder Sakroiliakalgelenk (SIG); Gelenk, welches das Kreuzbein, den vorletzten Abschnitt der Wirbelsäule, mit dem Becken verbindet.

Krümelnägel

Nagelveränderung, die bei Schuppenflechte vorkommen kann.

Kurzkontakttherapie

Minutentherapie.

Leukozyten

Weiße Blutkörperchen; Zellen des Immunsystems.

Lichttherapie

Behandlung der Haut mit ultravioletter Strahlung (UV-A- oder UV-B-Strahlung).

Makrophagen

Zellen aus der Gruppe der Leukozyten; Makrophagen sind in der Lage, Fremdsubstanzen zu „verdauen“, sie gehören zu den sogenannten Fresszellen des Immunsystems.

Minutentherapie

Behandlungsform, bei der eine topische Therapie nach kurzer Einwirkzeit wieder abgewaschen wird.

Morbus Bechterew

Auch ankylosierende Spondylitis (AS) genannt; chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, bei der besonders häufig das Kreuz-Darmbeingelenk sowie die Wirbelsäule betroffen sind. Typische Beschwerde ist ein tief sitzender Rückenschmerz. Ausgelöst wird sie durch eine Fehlleitung des Immunsystems.

Morbus Crohn

Chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die sich über den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After erstrecken kann und meist schubweise auftritt. Am häufigsten befallen sind Abschnitte des Dünn- und Dickdarms, wobei die Entzündung alle Gewebeschichten der Darmwand durchdringen kann.

Morgensteifigkeit

Eingeschränkte Beweglichkeit von Gelenken in den Morgenstunden nach längerer Ruhe, charakteristisch für viele chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen, z. B. Psoriasis-Arthritis.

Nagelpsoriasis

Nagelveränderungen durch die Psoriasis.

Ölflecken

Nagelveränderung, die bei Schuppenflechte vorkommen kann und sich durch Verfärbungen zeigt.

Onycholyse

Nagelveränderung, die bei Schuppenflechte vorkommen kann; Ablösen der Nagelplatte vom Nagelbett.

Parakeratose

Verhornungsstörung der Haut.

PASI

Abkürzung für „Psoriasis Area and Severity Index“. Methode zur Berechnung des Schweregrades.

Physikalische Therapie

Auf physikalischen Methoden beruhende Behandlung, z. B. Lichttherapie.

Physiotherapie

Krankengymnastik.

Plaque

Charakteristische Hautveränderung bei Schuppenflechte; scharf begrenzte, gerötete, erhabene Hautareale, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind.

Plaque-Psoriasis

Häufigste Form der Schuppenflechte; zeigt die typischen Hautveränderungen der Schuppenflechte, die sogenannten Plaques.

Prädilektionsstelle

Bevorzugte Stelle, an der eine Erkrankung auftritt.

Protein

Eiweiß.

Pruritus

Juckreiz.

Psoriasis

Schuppenflechte.

Psoriasis-Arthritis

Chronisch-entzündliche Systemerkrankung, bei der es sowohl zu einer Gelenkentzündung als auch zu den für Schuppenflechte typischen Hautveränderungen, sogenannten Plaques, kommen kann.

Psoriasis guttata

Form der Schuppenflechte, bei der die Hautveränderungen girlandenartig über den Körper verteilt sind.

Psoriasis inversa

Form der Schuppenflechte, bei der sich die Hautveränderungen in Körperfalten, z. B. Arm- und Beinbeugen, zeigen.

Psoriasis pustulosa

Form der Schuppenflechte, bei der sich kleine Eiterbläschen auf der Haut bilden.

Psoriasis vulgaris

Gewöhnliche Schuppenflechte; Plaque-Psoriasis.

Psoriatische Erythrodermie

Komplikation der Psoriasis; starke Entzündung großer Flächen der Haut bzw. des ganzen Körpers.

Pustel

Mit Eiter gefüllte Hautblase.

PUVA

Auch Fotochemotherapie; Therapieform bei Psoriasis, bei der Psoralen und UV-A-Bestrahlung kombiniert werden.

Rebound

Wiederauftreten der Beschwerden einer Erkrankung nach abruptem Absetzen eines Medikaments.

Rehabilitation

Wiederherstellung; Wiedereingliederung oder auch Vorbeugung zur Beseitigung von gesundheitlichen Störungen.

Relapse

Rückfall.

Retinoide

Vitamin-A-Säure-Abkömmlinge; Medikamente zur systemischen Therapie der Psoriasis.

Rezidiv

Rückfall; Wiederauftreten einer Krankheit.

Rheumatoide Arthritis (RA)

Entzündlich-rheumatische Erkrankung, bei der es zu einer Gelenkentzündung kommt.

Rheumatologe

Facharzt für rheumatische Erkrankungen.

Schuppenflechte

Chronisch-entzündliche Erkrankung; zählt zu den Systemerkrankungen, da die Entzündung nicht nur die Haut, sondern den gesamten Körper betrifft.

Squama

Schuppe.

Squamös

Schuppend.

Streptokokken

Bestimmte Form von Bakterien; einige Arten von Streptokokken können Infektionserkrankungen, z. B. der Atemwege, auslösen.

Subkutan

Unter der Haut oder unter die Haut.

Subkutis

Unterhaut; Hautschicht.

Systemerkrankung

Erkrankung, die nicht nur auf eine bestimmte Körperregion beschränkt ist, sondern viele Bereiche des Körpers betreffen kann.

Systemische Therapie

Innerliche Behandlung mit Medikamenten, z. B. mit Tabletten oder Injektionen.

TNF(-alpha)-Blocker (auch TNF-alpha-Inhibitoren)

Hochwirksame Medikamente, die bei immunologisch-entzündlichen Krankheiten (z. B. rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn, Psoriasis) eingesetzt werden. Sie binden sich gezielt an TNF-alpha und inaktivieren damit dessen biologische Wirkung. Hierdurch werden Entzündungsreaktionen gestoppt und die Symptome der Erkrankung können kurz- und auch langfristig gelindert werden.

TNF-alpha-Hemmer

Bestimmte Form von Substanzen, z. B. Biologika, die gezielt auf den entzündungsfördernden Botenstoff TNF-alpha einwirken, ihn blockieren und damit den Entzündungsprozess im Körper hemmen.

Topische Therapie

Äußerliche Behandlung mit Medikamenten, z. B. mit Cremes oder Salben.

Trigger

Auslösender Faktor, der dazu führt, dass eine Erkrankung erstmals auftritt, oder der zu einem neuen Schub einer Erkrankung führen kann.

Tuberkulose

Infektionskrankheit, die durch bestimmte Bakterien verursacht wird und am häufigsten die Lunge befällt.

Tumor-Nekrose-Faktor-alpha

Kurz TNF-alpha oder TNF-α; Botenstoff, der Entzündungsprozesse im Körper fördert und bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen vermehrt gebildet wird.

Tüpfelnägel

Nagelveränderung, die bei Schuppenflechte vorkommen kann; kleine punktförmige Vertiefungen in den Nägeln.

Urea

Harnstoff. Körpereigener Stoff, der Cremes, Salben und Lotionen zugesetzt wird. Harnstoff hält die Haut feucht und macht sie durchlässiger für (Psoriasis-)Wirkstoffe.

Vitamin-D-Derivate

Synthetische Abkömmlinge (Derivate) von Vitamin D, die zur Behandlung der Psoriasis eingesetzt werden.

Zytokine

Botenstoffe.

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