Wie erkenne ich Schuppenflechte

Juckende und gerötete Haustellen – neben vielen anderen Hautreizungen oder Hauterkrankungen kann das eine Psoriasis sein. Die verschiedenen Erscheinungsformen der Krankheit.

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Symptome der Schuppenflechte

Die Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris) ist nach den typischen Symptomen der Schuppenflechte, den Plaques, benannt:

  • scharf begrenzte, gerötete und verdickte Hautbereiche,
  • mit glänzenden, silbrig weißen Schuppen bedeckt,
  • oft münz- bis handtellergroß,
  • meistens symmetrisch auf beiden Körperhälften verteilt.

Psoriasis: Bilder zur Schuppenflechte

Generell können Plaques überall am Körper auftreten. Es gibt jedoch einige Körperregionen, die besonders häufig betroffen sind. Dazu zählen die Außenseiten der Ellenbogen und Knie, der Bereich um das Steißbein, die behaarte Kopfhaut sowie Hände und Füße. Bei vielen Menschen mit Schuppenflechte sind neben der Haut auch die Nägel verändert. Zu den häufigen Beschwerden der Schuppenflechte zählt der Juckreiz. Oft ist die Haut auch trocken, es kommt zu einem Spannungsgefühl, zu leichten Blutungen und die Haut ist empfindlich.

Hautbereiche, die besonders häufig von Plaques betroffen sind

Typische Psoriasis-Symptome

Eine wissenschaftliche Studie, an der 956 Menschen mit Psoriasis teilnahmen, zeigt, welche Beschwerden die Hautveränderungen begleiten können:

  • 63,8 % berichteten von Juckreiz
  • 46,1 % hatten ein Brennen oder Stechen
  • 26 % kannten Schmerzen auf der Haut

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Besondere Formen der Schuppenflechte

Neben der Plaque-Psoriasis gibt es noch weitere Formen der Schuppenflechte. Sie sind seltener und unterscheiden sich in erster Linie durch ihr Aussehen, denn es kommt nicht zu den typischen Plaques. Diese anderen Arten der Psoriasis können zum Teil zeitgleich mit der Plaque-Psoriasis auftreten oder sie können sich nacheinander entwickeln. Darüber hinaus kann es zusätzlich zu den Hauterscheinungen der Schuppenflechte zu Gelenkbeschwerden kommen. Es handelt sich dann um eine Psoriasis-Arthritis, die bei bis zu 30 % der Patienten mit Schuppenflechte auftritt. Auch zu einer Nagelpsoriasis kann es bei Schuppenflechte kommen.

  • Psoriasis in Körperfalten bzw. an Stellen, an denen die Haut aufeinanderliegt
  • Es handelt sich um eine Unterform der Plaque-Psoriasis
  • Etwa 10 % der Menschen mit Schuppenflechte haben Psoriasis inversa
  • Häufig betroffen: Arm- und Beinbeugen, Achselhöhlen, Gesäßfalte, Nabel, bei Frauen die Haut unter der Brust
  • Meist zeigt sich keine Schuppung bei Psoriasis inversa
  • Psoriasis inversa ist häufig mit Juckreiz verbunden
  • Tropfenförmige Psoriasis
  • Psoriasis guttata geht oft fließend in eine Plaque-Psoriasis über
  • Etwa 10 % der Menschen mit Schuppenflechte haben eine Psoriasis guttata
  • Es zeigen sich stecknadelkopf- bis centstückgroße Hautveränderungen bei der Psoriasis guttata
  • Die Hautveränderungen sind über den ganzen Körper verteilt
  • Bei Psoriasis guttata kommt es in der Regel nur zu einer geringen Schuppung
  • Psoriasis guttata wird oft durch Infektionserkrankungen, insbesondere Streptokokken, ausgelöst
  • Pustelförmige Psoriasis
  • Ca. 5 % der Menschen mit Schuppenflechte sind von Psoriasis pustulosa betroffen
  • Typisch sind gerötete Hautbereiche, auf denen sich kleine Pusteln bzw. Bläschen bilden, die mit Eiter gefüllt sind
  • Häufig zeigt sich Psoriasis pustulosa an Handinnenflächen und Fußsohlen
  • Psoriasis pustulosa ist oft schmerzhaft
  • Psoriasis pustulosa kann zusammen mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl auftreten
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Nagelpsoriasis: Häufigkeit, Formen und Behandlung

Psoriasis macht vor Finger- und Fußnägeln keinen Halt. Mehr als 40 % der Menschen mit Schuppenflechte haben auch Nagelpsoriasis. Wie Nagelpsoriasis genau aussieht, kann ganz unterschiedlich sein. Gemeinsam haben jedoch alle Formen eines: Sie werden meist als besonders unangenehm und einschränkend empfunden. Schließlich lassen sich geschädigte Fingernägel nicht verstecken und können eine große Belastung sein. Ob im Alltag, im Beruf oder in der Freizeit: Verfärbte, deformierte oder abgelöste Nägel können zu Scham führen und die Lebensqualität einschränken. Es geht bei Nagelpsoriasis jedoch nicht nur um das Aussehen. Schuppenflechte an den Fingernägeln kann die Fingerfertigkeit und Beweglichkeit einschränken. In vielen Fällen ist Nagelschuppenflechte auch mit Schmerzen verbunden. Zudem ist es wichtig, bei Nagelpsoriasis auf die Gelenke zu achten, denn eine Psoriasis-Arthritis fällt häufig mit Veränderungen der Nägel zusammen.

Schuppenflechte oft an mehreren Finger- und Fußnägeln

Typisch für die Nagelpsoriasis ist, dass mehrere Finger- und Fußnägel gleichzeitig betroffen sind. Psoriasis zeigt sich am Nagel und an der Haut meist zeitgleich, kann aber auch unabhängig voneinander vorkommen. Besonders wenn die Schuppenflechte stark ausgeprägt ist, wird sie häufig von einer Nagelpsoriasis begleitet. Wie eine Psoriasis an den Finger- bzw. Zehennägeln genau aussieht, hängt davon ab, welcher Teil des Nagels von der Schuppenflechte beeinträchtigt ist.

Formen der Nagelpsoriasis

  • Bei Ölflecken ist das Nagelbett von der Psoriasis betroffen. Es bilden sich gelbliche Verfärbungen.
  • Bei einer starken Veränderung des Nagelbetts kann es zu einer Ablösung der Nagelplatte vom Nagelbett kommen (Onycholyse).
  • Tüpfelnägel sind stecknadelkopfgroße grübchenförmige Einbuchtungen in der Nagelplatte. Sie treten auf, wenn die Nagelmatrix (der Teil, in dem der Nagel gebildet wird) betroffen ist.
  • Weiße Farbveränderungen im Nagel (Leukonychie) oder rote Flecken im Nagelmond sind ebenfalls auf eine Beeinträchtigung der Nagelmatrix zurückzuführen.
  • Zu Krümelnägeln kommt es nur selten. In diesem Fall wird die Nagelplatte zerstört (Nageldystrophie).

Psoriasis-Arthritis: Was hat Nagelpsoriasis mit den Gelenken zu tun?

Ein besonders auffälliger Zusammenhang besteht zwischen Nagelpsoriasis und Gelenkentzündungen. Bis zu 80 % der Menschen mit Psoriasis-Arthritis (Psoriasis mit Gelenkbeteiligung) haben Schuppenflechte an den Nägeln. Nagelschuppenflechte und Gelenkprobleme können daher ein Hinweis auf eine unerkannte Psoriasis-Arthritis sein.

Wenn Sie Nagelpsoriasis haben und Veränderungen an Ihren Gelenken oder Gelenkschmerzen bemerken, wenden Sie sich umgehend an Ihren behandelnden Hautarzt. Er kann überprüfen, ob es sich womöglich um Psoriasis-Arthritis handelt, und bei Bedarf für die weitere Diagnose und Therapie an einen Rheumatologen überweisen.

Nagelschuppenflechte: Diagnose und Behandlung

Die Nagelpsoriasis erkennt der Hautarzt in der Regel an ihrem Aussehen und daran, dass neben den Nägeln auch die typischen Veränderungen der Haut erkennbar sind. Die Symptome der Nagelpsoriasis können jedoch auch denen von anderen Nagelerkrankungen ähneln. Nagelpilz kann zum Beispiel zu ähnlichen Nagelveränderungen führen. Sind die Nägel durch Psoriasis verändert, können sie zudem anfälliger für Nagelpilz sein. Ob ein Nagelpilz vorhanden ist, sollte bei der Diagnose vom Hautarzt überprüft werden.

Die Behandlung der Nagelpsoriasis wird individuell ausgesucht und orientiert sich am Schweregrad der Erkrankung. Eine Beteiligung der Nägel kann auf eine schwere Form der Schuppenflechte hindeuten. Grundsätzlich kann Psoriasis an den Finger- bzw. Zehennägeln mit äußerlichen (topischen) und innerlichen (systemischen) Medikamenten behandelt werden. Bei der Therapie ist oft Geduld gefragt. Nägel wachsen langsam, daher ist der Erfolg einer wirksamen Behandlung oft nicht sofort sichtbar.

Bei leichter Nagelpsoriasis werden in der Regel Medikamente von außen auf die betroffenen Nägel aufgetragen. Dabei kann es schwierig sein, dass genug Wirkstoff durch die Nagelplatte in den Bereich gelangt, in dem der Nagel gebildet wird. Zu den äußerlichen Medikamenten zählen etwa Harnstoff, Kortisonpräparate oder Vitamin-D3-Abkömmlinge. Sie werden als Tinkturen, Salben, Cremes oder Nagellacke angeboten.

Mit innerlichen Medikamenten wird Nagelpsoriasis behandelt, wenn sie schwer ausgeprägt ist oder in Verbindung mit einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte auftritt. Auch bei Psoriasis-Arthritis – die häufig mit Nagelveränderungen einhergeht – werden in der Regel systemische Therapien eingesetzt. Immunsuppressiva, Fumarsäure-Präparate und Retinoide zählen zu den Medikamenten, die bei Nagelschuppenflechte angewendet werden. Darüber hinaus konnte für Biologika eine gute Wirksamkeit bei Nagelpsoriasis gezeigt werden. Sie werden daher ebenfalls eingesetzt, wenn die Nägel von der Schuppenflechte betroffen sind.

Für den Erfolg der Therapie bei Nagelpsoriasis ist die regelmäßige Anwendung entscheidend. Weitere unterstützende Maßnahmen können zusätzlich einen guten Beitrag leisten. Besonders wichtig dabei ist die Nagelpflege. Sind die Nägel stark durch die Schuppenflechte verändert, kann eine medizinische Nagel- oder Fußpflege bei der richtigen Pflege unterstützen. Darüber hinaus ist es wichtig, die betroffenen Nägel vor Reizungen und Verletzungen zu schützen.

Tipps zur Nagelpflege bei Nagelpsoriasis

  • Halten Sie die Nägel kurz.
  • Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie mit chemischen Mitteln arbeiten, z. B. mit Putzmitteln. Auch bei anderen Tätigkeiten können Handschuhe die betroffenen Nägel schützen.
  • Trocknen Sie nach dem Händewaschen Ihre Finger gründlich ab, eventuell mit einem Papiertaschentuch, damit sich keine Feuchtigkeit unter dem Fingernagel sammelt.
  • Meiden Sie azetonhaltigen Nagellackentferner, um Haut und Nägel nicht zu reizen.
  • Vermeiden Sie Druck oder Reibung an den Zehennägeln, wenn diese betroffen sind. Empfehlenswert ist leichtes, gut sitzendes Schuhwerk.

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Juckreiz und Schuppenflechte

Juckreiz ist häufig bei Psoriasis. Für mehr als 60 % der Menschen mit Schuppenflechte ist er ein besonders lästiger Begleiter. Juckreiz wird als eines der am meisten beeinträchtigenden Symptome der Krankheit empfunden. Die Auswirkungen können vielfältig sein und insbesondere zu einer psychischen Belastung werden. Daher ist es wichtig, dass Juckreiz auch bei der Therapie der Schuppenflechte berücksichtigt wird. Abhängig von seiner individuellen Ausprägung kann Juckreiz entweder durch die eigentliche Behandlung der Schuppenflechte oder durch die Einnahme zusätzlicher Medikamente, die speziell gegen Juckreiz wirken, therapiert werden. Wenn Sie unter Juckreiz leiden, ist es wichtig, dass Sie dieses Problem gezielt mit Ihrem behandelnden Hautarzt besprechen.

Juckreiz bei Psoriasis hat viele Gesichter

Kitzelnd, kribbelnd, brennend oder stechend: Wie sich der Juckreiz bei Schuppenflechte äußert, ist unterschiedlich. Es können von der Psoriasis betroffene sowie nicht betroffene Hautstellen jucken. Die Intensität des Juckreizes muss dabei nicht mit der Schwere der Schuppenflechte in Zusammenhang stehen. Sehr wohl besteht jedoch eine Verbindung zwischen der Stärke des Juckreizes und der Beeinträchtigung der Lebensqualität. Folgen des quälenden Symptoms können Schlaflosigkeit oder Konzentrationsstörungen sein. Sogar eine Depression kann gefördert werden. Auch Ablehnungs-, Schuld- und Schamgefühle sind häufiger, wenn die Psoriasis mit Juckreiz einhergeht.

Wie entsteht Jucken und warum kratzen wir uns?

Juckreiz ist eine eigenständige Sinnesempfindung des Körpers, unabhängig vom Schmerzempfinden. Der Entstehungsprozess des Juckreizes bei Schuppenflechte ist bis heute nicht genau geklärt. Jucken wird jedoch durch unterschiedliche Botenstoffe im Blut und in der Haut ausgelöst, auf welche die Nervenenden in der Haut reagieren. Wenn es juckt, ist es schwer, dem Verlangen zu kratzen zu widerstehen. Durch das Kratzen wird ein Schmerzreiz ausgelöst, der den Juckreiz für einen Moment überdeckt und so kurzfristig Erleichterung verschafft.

Ursprünglich wird der Körper durch den Juckreiz vor schädlichen Einwirkungen auf die Körperoberfläche, z. B. Insekten, gewarnt, die durch das Kratzen entfernt werden, woraufhin das Jucken wieder verschwindet. Wird der Juckreiz jedoch durch eine Krankheit wie Psoriasis ausgelöst, bleibt er bestehen und bedeutet in vielen Fällen eine große Belastung. Dem Drang zu kratzen nachzugeben hilft in diesem Fall nur kurzfristig und führt dauerhaft zu einer Verstärkung des Problems. Denn die Haut wird dadurch gereizt, unter Umständen gar verletzt und der Juckreiz wird somit verstärkt. Darüber hinaus kann das mechanische Einwirken des Kratzens auf die Haut neue Plaques auslösen.

Tipps gegen Juckreiz bei Schuppenflechte

Das kann Juckreiz fördern Das kann Juckreiz oder seine Folgen mildern
Trockene Haut Eine gründliche Hautpflege, z. B. mit harnstoffhaltigen Pflegeprodukten
Zu viel Wärme bzw. überhitzte oder klimatisierte Räume Meiden von schnellen Temperaturschwankungen und zu großer Wärme
Kratzende oder raue Kleidung, die zu einem Wärmestau auf der Haut führen kann Leichte und atmungsaktive Kleidungsstücke, insbesondere aus Naturfasern wie Baumwolle oder Seide
Kratzen Den Reflex zu kratzen umleiten, indem stattdessen z. B. der Sessel oder die Bettdecke gekratzt wird
Häufiges, insbesondere heißes Waschen und Baden Kurzes lauwarmes Duschen statt langer heißer Vollbäder
Hautreizende Substanzen, z. B. Eispackungen oder Desinfektionsmittel Eincremen mit kühlenden oder juckreizstillenden Mitteln

Stress

Entspannungstechniken, z. B. progressive Muskelentspannung oder autogenes Training
Alkohol, scharfe Gewürze Verzicht auf Alkohol, milde Speisen
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Diagnose – Psoriasis feststellen

Die Diagnose der Psoriasis ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer wirksamen Therapie. So kann es gelingen, die Symptome der Schuppenflechte zu kontrollieren und Einschränkungen der Lebensqualität zu verhindern.

Wenn Sie Beschwerden bei sich feststellen, die auf eine Schuppenflechte hindeuten können – zögern Sie nicht und gehen Sie zu einem Hautarzt. In vielen Fällen trifft die Hoffnung „das geht schon von allein wieder weg“ leider nicht zu. Eine frühzeitige Behandlung hilft Ihnen und kann vielen Folgen – etwa Begleiterkrankungen – entgegenwirken.

Bei der Diagnose der Schuppenflechte ist es das Ziel,

  • herauszufinden, ob es sich um eine Psoriasis handelt, bzw. andere Erkrankungen auszuschließen;
  • zu erkennen, welche Form der Schuppenflechte vorliegt;
  • festzustellen, wie schwer die Erkrankung ausgeprägt ist.

Der Facharzt Ihres Vertrauens für die Diagnose der Schuppenflechte

Der richtige Ansprechpartner für die Diagnose und Behandlung der Psoriasis ist der Hautarzt (Dermatologe). Unter den Dermatologen gibt es wiederum Ärzte, die auf Schuppenflechte spezialisiert sind. Das ist z. B. der Fall, wenn eine Praxis die Psoriasis als Behandlungsschwerpunkt nennt. Auch an Kliniken gibt es spezielle Psoriasis-Zentren oder Psoriasis-Ambulanzen. Schuppenflechte ist chronisch, das bedeutet, dass eine langfristige Behandlung zu erwarten ist und damit auch immer wieder Arztbesuche. Es ist daher wichtig, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und sich gut aufgehoben zu fühlen. Das ist eine gute Voraussetzung, um gemeinsam mit dem Arzt die individuell passende Therapie zu finden. Manchmal braucht es etwas Zeit, bis Sie den Hautarzt „Ihres Vertrauens“ gefunden haben.

Neben dem Dermatologen können auch andere Fachärzte wichtig für Ihre Behandlung sein. Wenn Gelenkbeschwerden auftreten, ist z. B. ein Rheumatologe für die genaue Diagnose der Psoriasis-Arthritis gefragt.

Schuppenflechte: Körperliche Untersuchung und Gespräch mit Ihrem Arzt

Im Gespräch erhält Ihr Hautarzt wichtige Anhaltspunkte zur Erkrankung. Seit wann und welche Beschwerden vorliegen oder ob es in der Familie andere Personen mit Schuppenflechte gibt, sind solche Hinweise. In den meisten Fällen ist die mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) nicht notwendig. Sie kann aber sinnvoll sein, wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen werden sollen.

Im Gespräch mit dem Hautarzt ist es wichtig, dass Sie alle Beschwerden nennen, die Sie bemerkt haben. Auch solche, die Sie zunächst nicht mit Schuppenflechte in Verbindung bringen würden, z. B. Gelenkbeschwerden, oder solche, die Ihnen vielleicht etwas unangenehm sind, z. B. Veränderungen im Genitalbereich. So können auch besondere Formen der Schuppenflechte sowie mögliche Begleiterkrankungen erkannt und vor allem behandelt werden.

Das Aussehen der Hautveränderungen sowie die Körperbereiche, an denen sie sich befinden, sind die wichtigsten Merkmale, an denen der Hautarzt die Psoriasis erkennt. Die körperliche Untersuchung ist also ausschlaggebend bei der Diagnose der Schuppenflechte. Dabei werden nicht nur Arme und Beine angesehen, sondern auch der behaarte Kopf, die Nägel sowie die Gesäßfalte und der Genitalbereich.

Kratzphänomene zur Diagnose der Schuppenflechte

Es gibt drei Besonderheiten der Haut, wenn sie von Psoriasis betroffen ist. Diese drei Erkennungszeichen können dem Hautarzt bei der Diagnose helfen:

Wird an den Plaques leicht gekratzt – der Hautarzt tut dies hierfür in der Regel mit einem Holzspatel – fallen die Schuppen in feinen Spänen ab, die an Kerzenwachs erinnern.

Wird die Schuppenschicht komplett abgekratzt, stößt man auf ein durchscheinendes glänzendes Häutchen.

Wird auch das „letzte Häutchen“ entfernt, kommt es zu punktförmigen Blutungen, dem sogenannten „blutigen Tau“.

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Schwere der Schuppenflechte

Ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl der Psoriasis-Behandlung ist die Schwere der Erkrankung. Auch für die Beobachtung des Verlaufs der Schuppenflechte und um zu sehen, ob eine Therapie wirkt, ist die Überprüfung des Schweregrads wichtig. Darüber hinaus kann er bei der Bewilligung einer Rehabilitationsmaßnahme herangezogen werden. Der Schweregrad der Psoriasis reicht von leicht über mittelschwer bis schwer.

Bestimmung des Schweregrads bei Psoriasis

Eine allgemeingültige Regel für die Bestimmung des Schweregrads gibt es nicht. Es gibt jedoch unterschiedliche Messmethoden, die dem Hautarzt bei der Beurteilung helfen.

Messung der körperlichen Beschwerden

  • Ermittelt die Ausbreitung und Intensität der Psoriasis
  • Berücksichtigt den Anteil der Körperoberfläche, der durch Plaques bedeckt ist sowie die Stärke der Rötung, der Schuppung und Verdickung der Haut
  • Ergibt einen Punktwert von 0 (keine Symptome) bis 72
  • Von einer mittelschweren bis schweren Psoriasis spricht man ab einem PASI-Wert von 10
  • Ermittelt das Ausmaß der betroffenen Körperoberfläche in Prozent
  • Eine ausgestreckte Handfläche entspricht etwa 1 % der Körperoberfläche
  • Von einer mittelschweren bis schweren Psoriasis spricht man ab einem BSA von 10 %

Messung der Lebensqualität

  • Ermittelt die Einschränkung der Lebensqualität durch die Schuppenflechte
  • Beantwortung von 10 Fragen zu unterschiedlichen Lebensbereichen (z. B. Freizeit, Beruf, Partnerschaft oder Freundeskreis) durch den Patienten
  • Bezieht sich auf die vergangenen 7 Tage
  • Ergibt einen Punktwert von 0 (keine Einschränkungen) bis 30

Beschwerden und Lebensqualität

Neben den körperlichen Beschwerden ist auch die Einschränkung der Lebensqualität wichtig für die Beurteilung der Schwere. Schuppenflechte kann eine große psychosoziale Belastung sein. Arbeit , Freizeit oder Partnerschaft, fast alle Lebensbereiche können durch die Schuppenflechte eingeschränkt werden. Die Beeinträchtigung der Lebensqualität muss nicht mit dem Ausmaß der Hautbeschwerden zunehmen. So können kleine Plaques an sichtbaren Körperstellen oder Hautbeschwerden im Intimbereich als gravierender empfunden werden als größere Plaques an verborgenen Stellen. Bei der Bestimmung des Schweregrads spielen darüber hinaus Begleiterkrankungen und die Wirksamkeit der Behandlung eine Rolle.

In vielen Fällen schätzt der Hautarzt im Gespräch die Einschränkungen der Lebensqualität ein. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihrem Arzt genau mitteilen, wie Sie die Psoriasis im Alltag empfinden und was Sie als Belastung erleben. Jede Psoriasis ist anders und jeder Mensch empfindet auch die Auswirkungen seiner Erkrankung unterschiedlich.

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