Wie wird Schuppenflechte behandelt

Schuppenflechte ist nicht heilbar, kann aber gut behandelt werden. Es stehen unterschiedliche Therapieoptionen zur Verfügung.

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Individuelles Therapiekonzept

Psoriasis ist eine chronische Erkrankung. Aber so unterschiedlich die Erscheinungsformen, so vielfältig sind die Therapiemöglichkeiten. Durch intensive Forschung steht Ihnen eine breite Palette an Wirkstoffen und Optionen zur Verfügung, um die Beschwerden zu kontrollieren.

Außerdem ist die Schuppenflechte mit wesentlichen Einschränkungen der Lebensqualität verbunden. Eine adäquate, frühzeitige und anhaltende Behandlung kann die medizinischen, psychischen und sozialen Folgen der Krankheit minimieren. Jede Schuppenflechte ist in Ausprägung und Verlauf verschieden. Deshalb orientiert sich die Wahl der passenden Therapie individuell an Form und Schweregrad der Krankheit sowie den persönlichen Lebensumständen.

Auswahl der richtigen Therapie

Sowohl für die Wahl der Behandlung als auch zur Überprüfung, ob eine Therapie wirkt, ist die Einschätzung des Schweregrads wichtig. Dabei müssen sowohl die Stärke der Beschwerden als auch die Einschränkungen der Lebensqualität bei der Bewertung berücksichtigt werden. Ziele der Therapie sind das Abheilen der Plaques, das Verhindern von neuen Schüben, die Linderung der Begleiterkrankungen sowie die Wiederherstellung der Lebensqualität.

Was hilft? Generell gibt es drei Arten der Therapie: äußerlich (topisch), physikalisch, zum Beispiel durch Licht oder Bäder und systemisch, das heißt: innerlich.

Äußerlich

Die topische Basistherapie mit salizylsäure- oder ureahaltigen Salben ist fester Bestandteil der Behandlung, unabhängig vom Schweregrad.

Bei der topischen Therapie kommen darüber hinaus Salben oder Cremes zum Einsatz mit Wirkstoffen wie Kortikoiden (Kortison), Vitamin-D3 oder Retinoiden. Diese Form der Behandlung wird in der Regel bei leichter Plaque-Psoriasis gewählt. Kortison hat eine stark entzündungshemmende Wirkung, die schnell eintritt, sollte aber nicht dauerhaft eingesetzt werden, da sonst Nebenwirkungen auftreten können.

Präparate mit Vitamin-D3-Abkömmlingen hemmen das übermäßige Zellwachstum und werden oft als Kombination eingesetzt. Diese Therapie ist gut verträglich, aber nicht für eine großflächige Anwendung geeignet.

Calcineurin-Hemmer werden vornehmlich an empfindlichen Hautpartien angewendet. Sie unterdrücken die Reaktion des Immunsystems und wirken entzündungshemmend. Ein weiterer Wirkstoff dieser Behandlungsgruppe ist Dithranol, das die beschleunigte Zellvermehrung und die Entzündung hemmt. Es wird in einer sogenannten Minutentherapie angewendet und nach kurzer Einwirkzeit wieder abgewaschen. Es kann zu starken Verfärbungen der Haut führen und Hautreizungen auslösen.

Teerpräparate wirken entzündungshemmend, schuppenlösend und lindern den Juckreiz. Wegen ihres unangenehmen Geruchs und der Tendenz, Haut und Kleidung zu verfärben, werden sie jedoch nur noch selten angewendet.

Physikalisch

Licht- und Badetherapie wirken durch physikalische Effekte auf die Haut und werden in der Regel bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis angewendet. Die Therapieformen können einzeln oder kombiniert angewendet werden.

Bei der Lichttherapie oder Fototherapie wird die Haut mit ultraviolettem Licht einer definierten Wellenlänge bestrahlt, was eine entzündungshemmende Wirkung hat. Die UV-Strahlung selbst kann aber die Haut schädigen und zu beschleunigter Hautalterung führen. Die Therapie ist zur großflächigen Anwendung geeignet.

Die PUVA oder Fotochemotherapie besteht aus der Kombination von UV-A-Licht und einem Wirkstoff, der die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Diese Therapie erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Als dritte Variante kann die Bade-Licht-Therapie oder Balneo-Foto-Therapie angewendet werden. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Solebädern und UV-B-Bestrahlung zur Entzündungshemmung. So wird der positive Effekt von Salzwasser und Sonneneinstrahlung, der bei Kuraufenthalten eingesetzt wird, nachgeahmt. Bade- und Lichttherapien werden nur in Kliniken oder speziell ausgestatteten Hautarztpraxen durchgeführt.

Systemisch

Mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis sollte systemisch behandelt werden. Das bedeutet, dass die Medikamente innerlich verabreicht werden. Diese Therapie bedarf besonderer Sorgfalt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine enge Abstimmung mit dem Arzt sind notwendig, um mögliche Nebenwirkungen vermeiden oder frühzeitig erkennen zu können und die Therapie gegebenenfalls anzupassen. Zu den Wirkstoffen, die bei der innerlichen Behandlung angewendet werden, gehören Fumarsäureester, Methotrexat, Ciclosporin und Retinoide. Sie wirken mehrheitlich auf die Aktivität des körpereigenen Abwehrsystems bzw. des Immunsystems, und damit auf die Entzündungsreaktion der Psoriasis. Einige Wirkstoffe, zum Beispiel das Retinoid Acitretin, werden auch mit der Lichttherapie kombiniert.

Biologika

Biotechnologisch hergestellte Medikamente, sogenannte Biologika, greifen gezielt in den Entzündungsprozess ein. Der Körper produziert eine Vielzahl entzündungsfördernder Botenstoffe (Zytokine). Diese helfen dem Immunsystem, Eindringlinge wie Viren oder Bakterien zu bekämpfen. Bei der Schuppenflechte ist dieser Vorgang gestört. Es kommt zu einer dauerhaft erhöhten Ausschüttung dieser Botenstoffe. Dadurch entsteht das Krankheitsbild der Psoriasis. Zu diesen überschüssigen Botenstoffen gehören der Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-alpha) sowie unterschiedliche Interleukine. Biologika fangen einzelne Botenstoffe ab, binden sie und hemmen ihre krankheitsfördernde Wirkung. Eingesetzt werden Biologika bei Plaque-Psoriasis, wenn die Krankheit mittelschwer bis schwer ausgeprägt ist und andere systemische Therapien nicht gewirkt haben oder kontraindiziert sind.

Biosimilars

Biosimilars sind Nachahmerprodukte von originalen Biologika, bei denen es sich um sehr komplexe Arzneimittel handelt. Im Gegensatz zu Nachahmerpräparaten herkömmlicher, chemischer Arzneimittel (Generika), sind Biosimilars nicht mit dem Originalprodukt identisch, sondern ähneln diesem lediglich. Biologika und Biosimilars werden mit Hilfe von Zellen hergestellt. Da für Biosimilars andere Zellen verwendet werden als für die ursprünglichen Biologika, weicht der Herstellungsprozess ab. Aus diesem Grund können sich auch die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil eines Biosimilars von dem des Original-Biologikums unterscheiden. Ausführliche Informationen zu Biosimilars erhalten Sie auf www.biologika-info.de.

Psoriasis ist eine körperliche Erkrankung, aber sie kann auch Ihre Psyche belasten. Durch die sichtbaren Symptome empfinden manche Menschen Scham und eine Einschränkung ihrer Lebensqualität. Das ist normal und Sie können sich hier Unterstützung und Hilfe suchen. Sprechen Sie darüber offen mit ihrem Arzt, falls Sie das Gefühl haben, dass die bei Ihnen angewandte Therapie nicht den erhofften Erfolg hat. Es gibt viele Angebote auch diese Aspekte der Erkrankung zu behandeln.

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