Wie wird Schuppenflechte behandelt

Schuppenflechte ist nicht heilbar, kann aber gut behandelt werden. Es stehen unterschiedliche Therapieoptionen zur Verfügung.

a

Überblick: Behandlung der Plaque-Psoriasis

Für die Behandlung der Plaque-Psoriasis stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Die Therapie bei Schuppenflechte wird individuell ausgewählt und richtet sich nach dem Schweregrad sowie danach, welche Form der Therapie zu den persönlichen Lebensumständen passt. Eine wirksame, frühzeitige und anhaltende Behandlung kann dafür sorgen, die körperlichen und psychischen Folgen der Psoriasis zu minimieren.

Generell lassen sich drei Formen der Psoriasis-Therapie unterscheiden:

  1. Äußerliche (topische) Behandlung: z. B. Salben, Cremes oder Lotionen, werden direkt auf die betroffenen Hautbereiche aufgebracht
  2. Physikalische Behandlung: Licht mit bestimmten UV-Strahlen sowie Bäder wirken durch physikalische Effekte auf die Haut
  3. Innerliche (systemische) Behandlung: z. B. Tabletten, Injektionen oder Infusionen, regulieren auf unterschiedliche Weise das Immunsystem und Beeinflussen damit den Entzündungsprozess der Psoriasis; neben der konventionellen systemischen Therapie wird die Schuppenflechte auch mit Biologika behandelt

Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten werden zum Teil allein angewendet – einige können auch kombiniert werden. Unabhängig vom Schweregrad und von der Wahl der Therapie ist zudem eine gründliche Hautpflege fester Bestandteil der Behandlung.

Darüber hinaus können unterstützende Maßnahmen einen positiven Einfluss auf den Erkrankungsverlauf und das allgemeine Wohlbefinden haben. Psychologische Unterstützung, der Austausch in der Selbsthilfe oder eine Anpassung des Lebensstils sind Beispiele dafür.

Schuppenflechte heilen?

Schuppenflechte ist eine chronische Entzündungserkrankung. Chronisch bedeutet, dass es keine Heilung für Psoriasis gibt. Die Erkrankung kann leider immer wieder auftreten. Doch obwohl die Schuppenflechte nicht geheilt werden kann, können ihre Symptome wirksam und langfristig kontrolliert werden. Einschränkungen durch die Erkrankung können damit minimiert werden.

Ihr Beitrag zum Therapieerfolg ist wichtig
Auch Ihre eigene Mitarbeit ist für den Erfolg der Therapie sehr wichtig – etwa die gewissenhafte Durchführung der Behandlung. Mit einem bewussten Lebensstil haben Sie darüber hinaus die Möglichkeit, selbst positiv auf die Psoriasis einzuwirken. Dazu gehört z. B. eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung oder auch die für Sie passende Stressbewältigung.

Psoriasis-Behandlung: Was ist das Ziel?

Die Symptome und Folgen der Schuppenflechte sind vielfältig, die Therapieziele daher auch:

  • Abheilen der Plaques
  • Verhindern von neuen Schüben
  • Linderung von möglichen Begleiterkrankungen
  • Bei Psoriasis-Arthritis: Wirksamkeit der Medikamente nicht nur auf die Haut, sondern auch auf die Gelenke
  • Ein weitgehend normales Leben ohne Einschränkung der Lebensqualität durch die Psoriasis ermöglichen

Ist eine Therapie ausgewählt, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Hautarzt regelmäß9g überprüfen, ob die gesteckten Ziele auch erreicht werden. Ist das nicht der Fall, kann es notwendig sein, dass Ihre Behandlung angepasst wird oder auch Alternativen gefunden werden müssen.

Leitlinien: Therapiewegweiser für Arzt und Patient

Behandlungsleitlinien werden auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse von Experten erstellt. Sie geben eine Orientierung, welche Behandlung zu welchem Zeitpunkt empfehlenswert ist, und dienen Ärzten als Entscheidungshilfe bei der Wahl der Therapie oder wann Behandlungsalternativen angebracht sind. Auch für die Schuppenflechte gibt es eine solche Leitlinie. Sie wurde von der medizinischen Fachgesellschaft der Hautärzte, der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) entwickelt. Die Patientenorganisation Deutscher Psoriasis Bund e. V. hat eine laienverständliche Version der Behandlungsleitlinie herausgebracht. Ziel dieser Patientenleitlinie ist es, Menschen mit Psoriasis fundierte Informationen zur Behandlung der Schuppenflechte zur Verfügung zu stellen und sie dabei zu unterstützen, partnerschaftlich und gemeinsam mit dem Hautarzt die individuell geeignete Therapie zu finden.

Hier sind beide Versionen der Leitlinie online verfügbar.

In der Behandlungsleitlinie zur Plaque-Psoriasis richtet sich die empfohlene Therapie u. a. nach dem Schweregrad.

Äußerliche (topische) Behandlung … bei leichter Psoriasis
Physikalische Behandlung
Innerliche (systemische) Behandlung … bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis
b

Behandlungsmöglichkeiten

Äußerliche (topische) Therapie der Plaque-Psoriasis

Für die äußerliche Therapie der Schuppenflechte stehen z. B. Cremes, Salben, Gele oder Lotionen zur Verfügung, die unterschiedliche Wirkstoffe enthalten. Sie werden auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Eine äußerliche Behandlung wird in der Regel bei leichten Formen der Plaque-Psoriasis gewählt.

Creme, Salbe, Lösung, Gel oder Lotion unterscheiden sich durch ihren unterschiedlichen Wasser- und Fettgehalt. Eine Salbe enthält z. B. wenig Wasser und viel Fett, ein Gel Wasser, aber kein Fett. Abhängig davon, wo behandelt wird, haben die verschiedenen Formen Vorteile. So ist etwa ein fettfreies Gel zur Behandlung der behaarten Kopfhaut geeignet.

Sorgfältige Hautpflege: Basis der Therapie

Ganz egal, wie schwer die Schuppenflechte ist und welches Mittel gegen Schuppenflechte als Behandlung ausgewählt wird, eine gründliche Hautpflege ist immer fester Bestandteil der Therapie. Für die Hautpflege sind wirkstofffreie Salbengrundlagen geeignet, die zusätzlich entweder Harnstoff (Urea) oder Salizylsäure enthalten. Sie pflegen die Haut und können sie auf andere Behandlungen vorbereiten, indem sie schuppenlösend wirken oder die Haut durchlässiger für äußerlich angewendete Wirkstoffe machen.

Wirkstoffe für die äußerliche Psoriasis-Behandlung

Wirkung:

  • Hemmt die beschleunigte Zellvermehrung
  • Wirkt entzündungshemmend

Einsatz:

  • Oft als sogenannte „Minutentherapie“ (wird nach kurzer Einwirkzeit wieder abgewaschen)
  • Kann mit anderen äußerlichen Wirkstoffen oder mit Lichttherapie kombiniert werden

Besonderheit:

  • Führt zu starken Verfärbungen von Haut und Kleidung
  • Löst Hautreizungen aus (leichte Reizung ist ein Zeichen für die Wirksamkeit der Behandlung)

Wirkung:

  • Unterdrücken die Reaktion des Immunsystems
  • Wirken stark entzündungshemmend
  • Wirkung tritt schnell ein
  • Unterschiedliche Wirkstärken von schwach bis sehr stark

Einsatz:

  • Insbesondere bei starken Entzündungen

Besonderheit:

  • Sollten nicht dauerhaft angewendet werden, da langfristig Nebenwirkungen wie z. B. Dünnerwerden oder Rötung der Haut auftreten können
  • Sollten nicht abrupt abgesetzt werden, da es dann zu einem starken Wiederaufflammen der Schuppenflechte kommen kann

Wirkung:

  • Hemmen die beschleunigte Zellvermehrung
  • Wirken entzündungshemmend

Einsatz:

  • Können mit anderen topischen Wirkstoffen oder mit Lichttherapie kombiniert werden
  • In der Regel auch längerfristig gut verträglich

Besonderheit:

  • Für großflächige Anwendung nicht geeignet
  • Mögliche Nebenwirkungen sind Hautreizungen, Brennen, Juckreiz und Rötungen

Wirkung:

  • Hemmt die beschleunigte Zellvermehrung
  • Wirkt entzündungshemmend

Besonderheit:

  • Ist in Deutschland zugelassen, wird aber nicht mehr vertrieben und ist nur über Auslandsapotheken erhältlich

Wirkung:

  • Wirken entzündungshemmend
  • Wirken schuppenlösend
  • Lindern Juckreiz

Einsatz:

  • Werden heute jedoch nur noch sehr selten angewendet

Besonderheit:

  • Unangenehmer Geruch
  • Verfärben Haut und Kleidung
  • Führen zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut

Physikalische Therapie der Plaque-Psoriasis

Zur physikalischen Behandlung zählen die Licht- und die Badetherapie. Sie wirken durch physikalische Effekte auf die Haut. Beide Behandlungsformen können nur in einer Klinik oder speziell ausgestatteten Hautarztpraxis durchgeführt werden.

Formen der physikalischen Therapie

  • Behandlung der Haut mit ultravioletter Strahlung (UV-A- oder UV-B-Strahlung)

Wirkung:

  • Wirkt entzündungshemmend

Einsatz:

  • Insbesondere bei großflächiger Erkrankung

Besonderheit:

  • Sollte nicht langfristig angewendet werden, da die Hautalterung gefördert werden kann
  • Sollte nicht mit Medikamenten zur innerlichen Anwendung kombiniert werden
  • Kombination aus UV-A-Licht und Psoralen, einem Wirkstoff, der die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht

Wirkung:

  • Wirkt entzündungshemmend

Einsatz:

  • Insbesondere bei großflächiger Erkrankung

Besonderheit:

  • Erhöht das Hautkrebsrisiko
  • Kombination aus Solebädern und UV-B-Bestrahlung

Wirkung:

  • Wirkt entzündungshemmend

Einsatz:

  • Insbesondere bei großflächiger Erkrankung

Besonderheit:

  • Bei der natürlichen Bade-Licht-Therapie wird die positive Wirkung von Licht und Salzwasser auf die Psoriasis in Form von Meerwasser und Sonneneinstrahlung, z. B. bei Kuraufenthalten, genutzt

Innerliche (systemische) Therapie der Plaque-Psoriasis

Bei der systemischen Behandlung werden Medikamente innerlich, etwa als Tabletten oder Injektionen, verabreicht. Sie beeinflussen auf unterschiedliche Weise das körpereigene Immunsystem und damit den Entzündungsprozess der Psoriasis. Einige der systemischen Therapien wirken auch bei Psoriasis-Arthritis. Darüber hinaus kann die Eindämmung der Entzündung auch einen positiven Einfluss auf Begleiterkrankungen haben. Die innerliche Behandlung der Psoriasis muss mit besonderer Sorgfalt erfolgen, damit mögliche Nebenwirkungen vermieden oder frühzeitig erkannt werden. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt notwendig. Eine mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis wird in der Regel systemisch behandelt werden. Neben den konventionellen systemischen Therapien stehen Biologika für die innerliche Therapie der Plaque-Psoriasis zur Verfügung.

Wirkstoffe für die konventionelle systemische Psoriasis-Behandlung

Wirkung:

  • Unterdrücken das Immunsystem und haben dadurch eine entzündungshemmende Wirkung
  • Wirkung tritt erst nach Wochen oder Monaten ein, daher muss u. U. die Zeit bis zum Wirkungsbeginn mit anderen Medikamenten überbrückt werden

Einsatz:

  • Werden als Tabletten oder Injektionen verabreicht
  • Können langfristig eingesetzt werden, um neue Schübe zu verhindern

Besonderheit:

  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sind notwendig, da die langfristige Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann
  • Für genaue Informationen zum Sicherheitsprofil sprechen Sie bitte mit Ihrem Hautarzt.

Wirkung:

  • Beeinflussen bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die beim Krankheitsprozess der Psoriasis eine Rolle spielen
  • Wirkung tritt in der Regel nach ca. 6 Wochen ein

Einsatz:

  • Können auch längerfristig eingesetzt werden

Besonderheit:

  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sind notwendig, da die langfristige Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann

Wirkung:

  • Hemmen die übermäßige Zellvermehrung
  • Wirken entzündungshemmend
  • Wirkung tritt in der Regel nach 4 bis 8 Wochen ein

Einsatz:

  • In der Regel kombiniert mit anderen Behandlungen, z. B. Licht-Therapie

Besonderheit:

  • Dürfen von Frauen im gebärfähigen Alter nur genommen werden, wenn sicher verhütet wird, da sie das ungeborene Leben schädigen können

Biologika zur Therapie der Plaque-Psoriasis

Biologika sind biotechnologisch hergestellte Medikamente und schon seit vielen Jahren bei der Behandlung der Schuppenflechte im Einsatz. Sie greifen gezielt in die fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems ein, indem sie bestimmte Botenstoffe blockieren, durch welche die Entzündung ausgelöst und gefördert wird. Auf diese Weise kann der Entzündungsprozess unterbrochen werden und die Schuppenflechte langfristig kontrolliert. Eingesetzt werden Biologika bei Psoriasis, wenn die Krankheit mittelschwer bis schwer ausgeprägt ist. Einige Biologika sind bei Schuppenflechte nur zugelassen, wenn herkömmliche systemische Therapien nicht gewirkt haben, nicht vertragen wurden oder aus bestimmten Gründen nicht eingesetzt werden dürfen (sogenannte Zweitlinientherapie). Andere Biologika sind für die Psoriasis zugelassen, ohne dass vorher eine andere systemische Therapie angewendet wurde (sogenannte Erstlinientherapie). Darüber hinaus sind einige Biologika ebenfalls für die Behandlung der Psoriasis-Arthritis zugelassen.

Anwendung von Biologika

Biologika werden entweder durch eine Selbstinjektion unter die Haut gespritzt (subkutan) oder durch eine Infusion in die Armvene (intravenös) beim Arzt verabreicht. Da es sich bei Biologika um Eiweiße (Proteine) handelt, können sie nicht als Tabletten eingenommen werden. Die Magensäure würde den Wirkstoff zerstören, bevor er im Körper dort angekommen ist, wo er wirken soll.

Zeigt ein Biologikum Wirkung und wird es vertragen, kann es langfristig eingesetzt werden, um die Erkrankung zu kontrollieren. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, da die Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden sein kann. Zu den unerwünschten Wirkungen bei der Therapie mit Biologika können schwere Infektionen gehören, da das Immunsystem durch die Behandlung geschwächt sein kann. Häufiger treten Rötungen oder Juckreiz an der Einstichstelle der Injektion oder Infusion auf, die jedoch in der Regel schnell wieder abklingen.

Für genaue Informationen zum Sicherheitsprofil sprechen Sie bitte mit Ihrem Hautarzt.

Biosimilars

Biosimilars sind Nachahmerprodukte von originalen Biologika, bei denen es sich um sehr komplexe Arzneimittel handelt. Im Gegensatz zu Nachahmerpräparaten herkömmlicher, chemischer Arzneimittel (Generika), sind Biosimilars nicht mit dem Originalprodukt identisch, sondern ähneln diesem lediglich. Biologika und Biosimilars werden mit Hilfe von Zellen hergestellt. Da für Biosimilars andere Zellen verwendet werden als für die ursprünglichen Biologika, weicht der Herstellungsprozess ab. Aus diesem Grund können sich auch die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil eines Biosimilars von dem des Original-Biologikums unterscheiden. Ausführliche Informationen zu Biosimilars erhalten Sie auf www.biologika-info.de.

Infektionsrisiko und Impfschutz
Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, können das Infektionsrisiko erhöhen. Vor der Therapie müssen daher bestehende Infektionen, z. B. Tuberkulose oder Hepatitis B, ausgeschlossen werden. Darüber hinaus sollte überprüft werden, ob ein ausreichender Standardimpfschutz besteht oder ob Impfungen aufgefrischt werden müssen. Dies trifft sowohl auf die Behandlung mit Immunsuppressiva als auch mit Biologika zu.

Schuppenflechte: Unterstützung der Therapie

Mit der erfolgreichen Behandlung der Psoriasis soll erreicht werden, dass Sie im Leben möglichst wenig von der Erkrankung eingeschränkt werden. Auch Ihr Beitrag zum Therapieerfolg ist dabei sehr wichtig. Was Sie tun können? Sie können für die regelmäßige und genaue Umsetzung der Therapie – etwa bei der Einnahme von Medikamenten – sorgen. Dosierungen und die Häufigkeit der Anwendung sollten Sie nur in Abstimmung mit Ihrem Hautarzt verändern. Wenn Sie mit Ihrer Therapie nicht zufrieden sind, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt. Darüber hinaus können Sie durch einen bewussten und ausgewogenen Lebensstil positiv auf den Verlauf der Schuppenflechte einwirken und zu Ihrem allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Die Ernährung oder regelmäßige sportliche Aktivität sind Beispiele dafür.

Sichtbare Plaques, Juckreiz, aufwendige Therapien – viele Aspekte der Schuppenflechte können belastend sein. Viele Menschen mit Schuppenflechte empfinden durch die Erkrankung eine starke Einschränkung der Lebensqualität. Wie mit den Folgen der Erkrankung umgegangen wird, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Werden die Folgen der Erkrankung jedoch als sehr stark und bestimmend erlebt, kann eine psychologische Unterstützung hilfreich sein. Auf diese Weise kann es gelingen, neue Strategien im Umgang mit der Schuppenflechte zu finden und das Leben mit der Erkrankung ins Gleichgewicht zu bringen. Darüber hinaus kann es bei Schuppenflechte auch zu einer Depression oder starken Ängsten kommen. Ist das der Fall, sollte die Situation sehr ernst genommen und psychotherapeutische Hilfe gesucht werden. Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr seelisches Wohlbefinden aus dem Gleichgewicht geraten ist. Er kann Sie beraten, ob eine psychologische Unterstützung sinnvoll ist.

Selbsthilfe ermöglicht den Austausch mit Menschen, die ganz ähnliche Erfahrungen mit der Psoriasis gemacht haben. Darüber hinaus bieten Selbsthilfegruppen oder Patientenorganisationen gebündeltes Wissen zur Erkrankung. So kann die Selbsthilfe neue Perspektiven schaffen, Mut machen und zu einem aktiven und selbstbestimmten Umgang mit der Erkrankung beitragen. Eine weitere wichtige Aufgabe von Patientenorganisationen ist es, die Öffentlichkeit über Schuppenflechte aufzuklären und Aufmerksamkeit für die Belange von Menschen mit Psoriasis zu schaffen. Doch nicht nur die Selbsthilfegruppe vor Ort bietet Austausch. Auch im Internet werden Foren, Chats und Informationen angeboten.

c

Arztbesuch: Gemeinsam zur passenden Behandlung

Ihr Hautarzt ist der Fachmann für die Schuppenflechte, er kennt die Diagnose und Therapiemöglichkeiten und weiß, welche Behandlungen für Sie infrage kommen. Sie selbst sind der Spezialist für Ihre individuelle Form der Schuppenflechte. Sie kennen die Auswirkungen Ihrer Erkrankung auf den Alltag, wissen, welche Belastungen mit ihr verbunden sind und ob eine Behandlung sich mit Ihrer Lebenssituation vereinbaren lässt. Und: Sie haben es in der Hand, Ihre Behandlung sorgfältig umzusetzen. Ihr Hautarzt und Sie sollten daher partnerschaftlich den Weg zu Ihrer individuell geeigneten Behandlung gehen. Wenn Sie gut vorbereitet zum nächsten Arztbesuch gehen, ist das eine gute Voraussetzung dafür.

  • Notieren Sie sich vor dem Arztbesuch, welche Fragen Sie zu Ihrer Erkrankung und Therapie haben.
  • Scheuen Sie sich nicht nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.
  • Nehmen Sie, wenn Sie möchten, einen Angehörigen oder Freund mit zum Arzt – das kann Sicherheit geben und die Möglichkeit, sich hinterher über das Besprochene auszutauschen.
  • Geben Sie Informationen in eigenen Worten wieder, oft hilft das, Zusammenhänge besser zu verstehen.
  • Machen Sie sich Notizen während des Gesprächs. Häufig ist es schwierig, sich alles zu merken, wenn viele Informationen auf einmal gegeben werden.
  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt, auch darüber, wenn Sie mit Ihrer Behandlung nicht zufrieden sind, denn nur so können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt eine Lösung finden.

Den Schweregrad bestimmen

Die Wahl der Therapie richtet sich u. a. nach dem Schweregrad der Schuppenflechte. Ihr Arzt kann z. B. bestimmen, wie groß Ihre Plaques sind und wie ausgeprägt die Entzündung ist. Doch auch die Einschränkungen der Lebensqualität werden bei der Bestimmung des Schweregrads berücksichtigt. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihrem Arzt mitteilen, ob und wie Ihre unterschiedlichen Lebensbereiche von der Erkrankung beeinträchtigt sind. Die Antworten der folgenden Fragen können einen Eindruck vermitteln, wie die Psoriasis Ihren Alltag beeinträchtigt, und eine Grundlage für das Gespräch mit Ihrem Arzt sein.

  • Fühlen Sie sich durch die Schuppenflechte in Ihrem Beruf beeinträchtigt?
  • Beeinflusst die Erkrankung Ihr soziales Umfeld oder Ihre Freizeitgestaltung?
  • Gibt es negative Auswirkungen auf Ihre Partnerschaft oder auf Ihr Sexualleben durch die Psoriasis?
  • Wann und wie beeinflusst die Schuppenflechte Ihren Alltag?
  • Welche Symptome der Schuppenflechte empfinden Sie als besonders unangenehm (z. B. Nagelbefall, Juckreiz, sichtbare Plaques, Beschwerden im Genitalbereich)?
  • Fühlen Sie sich durch die Schuppenflechte manchmal ausgegrenzt, haben Sie das Gefühl, „angestarrt“ zu werden, oder empfinden Sie Scham?
  • Fühlen Sie sich durch die Schuppenflechte manchmal traurig oder niedergeschlagen?

Welche Therapie passt zu mir?

Ihr Hautarzt hat sich ein Bild von Ihrer Erkrankung gemacht. Nun geht es darum, die für Sie individuell passende Therapie auszuwählen. Dafür ist es wichtig, dass auch Sie die Therapiemöglichkeiten gut kennen und verstehen, warum eine Behandlung für Sie geeignet ist. Die Antworten der folgenden Fragen können Sie beim Arztgespräch unterstützen. Die Entscheidung für die Therapie sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt treffen.

  • Was ist das Ziel der Therapie?
  • Welche Möglichkeiten der Behandlung kommen in meinem Fall infrage?
  • Welche Vor- und Nachteile haben die Therapien?
  • Gibt es mögliche Nebenwirkungen?
  • Wie aufwendig ist die Therapie? Ist sie mit meinem Alltag bzw. Berufs- oder Familienleben vereinbar?
  • Wann ist eine Wirkung der Therapie zu erwarten?
  • Wie häufig wird kontrolliert, ob das Therapieziel erreicht wurde?
  • Wie lange soll die Behandlung andauern?
  • Was kann getan werden, wenn die gewünschte Wirkung ausbleibt?
  • Welche Behandlungsalternativen gibt es, sollte die Therapie keine Wirkung zeigen?
  • Hat die Therapie auch eine Wirkung auf spezielle Symptome, z. B. Nagelbefall, Juckreiz, Begleiterkrankungen, oder müssen diese durch zusätzliche Maßnahmen behandelt werden?
  • Gibt es weitere Dinge, die ich tun kann, um den Therapieerfolg zu unterstützen?
d

Behandlungswege bei Psoriasis: Wie wird die Therapie ausgewählt?

Die eine „richtige“ Therapie für Schuppenflechte gibt es nicht. Unter den verschiedenen Möglichkeiten zur Behandlung kommt es darauf an, diejenige zu finden, die individuell am besten zu den persönlichen Gegebenheiten passt. Der Hautarzt berücksichtigt bei der Auswahl die genaue Form der Psoriasis, die Schwere der Erkrankung und die individuellen Bedürfnisse des Patienten. Ein wichtiges Hilfsmittel für die Therapieentscheidung sind Behandlungsleitlinien. Sie fassen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen und geben eine Empfehlung, welche Behandlung wann infrage kommt. Zur Therapie gehört auch, dass regelmäßig überprüft wird, ob die gewünschte Wirkung erreicht wird. Wirkt die Therapie nicht oder lässt die Wirkung nach, gibt es verschiedene Anpassungsmöglichkeiten. Auf dieser Grundlage können Arzt und Patient gemeinsam Schritt für Schritt den passenden Behandlungsweg finden.

Infomaterialien zum Download

e

PsoBest-Register: Wichtige Daten zur Psoriasis-Behandlung

Sogenannte Register in der Medizin sind Datensammlungen, die wichtige Informationen für Wissenschaftler, Ärzte, Patienten und die Gesundheitspolitik liefern. Auch für die Schuppenflechte gibt es ein Register: PsoBest erfasst Daten zur Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Medikamenten, mit denen Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis innerlich (systemisch) behandelt werden. Zu den Systemtherapien zählen Biologika sowie konventionelle Medikamente wie zum Beispiel Immunsuppressiva, Fumarsäure-Präparate oder Retinoide. PsoBest wurde 2008 ins Leben gerufen und ist das größte deutsche Register in der Dermatologie. Es erfasst bereits die Daten von mehr als 6.500 Patienten. Mehr als 770 Ärzte aus Praxen und Kliniken tragen zu der Datensammlung bei. Durchgeführt wird PsoBest von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen und dem Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm) am Universitätsklinikum Hamburg.

Psoriasis-Therapie im Alltagstest

Durch PsoBest werden Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten unter Alltagsbedingungen gesammelt. Hierzu werden von den Teilnehmern 10 Jahre lang in regelmäßigen Abständen Daten erfasst – auch wenn ihre Behandlung geändert wurde. Register unterscheiden sich in einigen Punkten von klinischen Studien, mit denen Medikamente ebenfalls geprüft werden. Klinische Studien werden vor allem bei der Entwicklung neuer Medikamente durchgeführt. In einem Register werden Therapien beobachtet, die bereits zugelassen sind. Darüber hinaus haben Register meist weniger Ausschlusskriterien für eine Teilnahme. Bei klinischen Studien können zum Beispiel Begleiterkrankungen oder die Einnahme von weiteren Medikamenten dazu führen, dass eine Teilnahme ausgeschlossen ist. Das Register bietet so Daten, die zeigen, wie sich eine Behandlung im Alltag bewährt.

PsoBest: Wer kann teilnehmen?

Bei PsoBest können Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte oder Psoriasis-Arthritis teilnehmen, die ein systemisches Medikament zur Behandlung ihrer Erkrankung erhalten, auf das sie neu eingestellt werden. Patienten, die für das Register geeignet sind, werden vom Hautarzt gefragt, ob sie teilnehmen möchten. Vor einer Teilnahme erfolgt eine ausführliche Aufklärung zum Inhalt und Ablauf von PsoBest. Das Einverständnis zur Teilnahme muss schriftlich bestätigt werden. Die Teilnahme ist anonym: Alle erfassten Daten zur Therapie und zur Erkrankung können nicht mit dem Namen des Teilnehmers oder seiner Adresse in Verbindung gebracht werden. Alle Patienten im Register haben jederzeit die Möglichkeit, ihre Teilnahme auch vorzeitig zu beenden.

Regelmäßige Fragebögen zur Psoriasis-Therapie

Ein Teil der Daten von PsoBest wird durch Fragebögen erfasst, die direkt vom Teilnehmer beim Arztbesuch ausgefüllt werden. Weitere Fragebögen werden zu Hause ausgefüllt. Darüber hinaus hält der Arzt weitere Untersuchungsergebnisse fest. Insgesamt umfasst die Teilnahme bei PsoBest 22 Termine beim Hautarzt und 19 weitere Befragungen durch einen Fragebogen, der zu Hause ausgefüllt wird. Gefragt wird – neben allgemeinen Angaben wie Alter, Geschlecht oder Berufstätigkeit – nach der Ausprägung der Schuppenflechte bzw. Psoriasis-Arthritis, der Lebensqualität und Nebenwirkungen. Auf diese Weise lässt sich über einen Zeitraum von 10 Jahren genau beobachten, wie eine Behandlung wirkt. Zur Behandlungsroutine zusätzliche Untersuchungen werden für PsoBest nicht gemacht und auch die Behandlung selbst wird durch die Teilnahme am Register nicht beeinflusst.

Ihr Hautarzt hat Sie gefragt, ob Sie bei PsoBest dabei sein möchten? Die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Sie haben dadurch jedoch die Möglichkeit, wichtige Erkenntnisse zur Behandlung der Schuppenflechte beizutragen. Das kommt Ihnen, aber auch vielen anderen Menschen mit Psoriasis zugute. Für Sie persönlich bedeutet es außerdem, dass Sie fachärztlich besonders eng bei der Behandlung begleitet werden.

Weitere Informationen zu PsoBest bietet die Webseite www.psobest.de.

  • War diese Seite
    hilfreich?

  • Ja
  • Nein

Vielen Dank für Ihr Feedback.

Schade, das tut uns leid. Wir versuchen ständig uns zu verbessern.

Sie haben einen externen Link gewählt. Wenn Sie auf "Ja" klicken, verlassen Sie die Homepage von AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG. Bitte beachten Sie, dass die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG für den Inhalt der verlinkten Seite nicht verantwortlich ist. Wollen Sie die externe Seite betreten?

Ja Nein

Schließen
Seite empfehlen
Schließen