6. Dezember 2016

Auszeiten sind nötig – und möglich!

Einen an Parkinson erkrankten Menschen im Alltag zu unterstützen, kann aufreibend sein. Umso wichtiger ist es, auch das eigene „Ich“ zu pflegen. Nur wer ausreichend auf sich achtet, kann den anderen kraftvoll unterstützen.

Nicht selten ziehen Angehörige eine Auszeit von den täglichen Pflichten jedoch gar nicht in Betracht. „Ich schaffe das schon“ oder „Wer soll sich denn kümmern, wenn ich nicht da bin?“ sind typische Aussagen, die den Gedanken an eine Pause vom Tisch wischen sollen.

Sie sind jedoch schnell ausgehebelt. Punkt eins: Jede noch so große Energiereserve ist irgendwann aufgebraucht, wenn sie nicht zwischendurch aufgefüllt wird. Punkt zwei: Angehörige können eine ganze Reihe von Hilfen bis hin zu Unterstützung bei der Betreuung des Erkrankten nutzen, wenn sie einmal Zeit für sich brauchen.

Eine ebenso einfache wie praktische Lösung kann es sein, Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn zu fragen: Kann jemand für zwei Stunden bei dem Partner bleiben? – Während man zum Sport geht oder Freunde trifft. Mit Sicherheit kann man sich auf die eine oder andere Weise revanchieren. Vielleicht vereinbart man sogar, sich wechselseitig regelmäßig zu entlasten. Viele Angehörige finden einen „Auszeit-Partner“ auch über eine Selbsthilfegruppe. Hier hat jeder Verständnis und oft die gleichen Sorgen. Wichtig ist in jeden Fall, offen und ohne Scheu über sein Anliegen zu sprechen.

Eine andere Möglichkeit ist, sich bei einem Pflegestützpunkt, seiner Krankenkasse oder den lokalen Anlaufstellen von Wohlfahrtsverbänden, Seniorenbüros und der Altenhilfe nach einer Pflegekraft zu erkundigen, die Betreuungszeiten übernehmen kann.

In manchen Fällen, zum Beispiel bei Krankheit oder wenn der pflegende Angehörigen einen Erholungsurlaub benötigt, besteht auch Anspruch auf eine „Verhinderungspflege“. Sie kann für eine gewisse Zeit von Nachbarn, Freunden oder einem professionellen Pflegedienst geleistet werden. Die Pflegekasse stellt hierfür einen gewissen Betrag zur Verfügung. Nähere Informationen sind bei den Krankenkassen erhältlich.

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