27. März 2018

Der Beipackzettel informiert: Die Behandlung verstehen (Teil 1)

Ihr Arzt hat Ihnen ein neues Medikament zur Behandlung Ihrer chronisch-entzündlichen Erkrankung verschrieben? Damit die Therapie den gewünschten Erfolg hat, kommt es nun darauf an, sie sehr genau umzusetzen. Wie, wie oft und wie lange Sie das Arzneimittel anwenden sollen, erklärt Ihnen Ihr behandelnder Arzt. Auch vom Apotheker erhalten Sie Informationen zum Medikament. Im Beipackzettel können Sie zu Hause noch einmal alles nachlesen. Seine offizielle Bezeichnung lautet Gebrauchsinformation. Ziel des Beipackzettels ist es, über ein Arzneimittel, dessen Anwendung und auch über mögliche Risiken zu informieren. Den Herstellern von Medikamenten ist durch das Arzneimittelgesetz (AMG) genau vorgegeben, welche Informationen in welcher Reihenfolge enthalten sein müssen.

Tablette, Kapsel oder Spritze: Was müssen Sie beachten?

Die erste Information auf dem Beipackzettel ist der Name des Medikaments. Er ist mit dem Warenzeichen „®“ gekennzeichnet. Weiter geht es mit der Bezeichnung und der Menge des Wirkstoffs, z. B. pro Tablette, Spritze oder bei einer Creme pro Gramm. Der nächste Abschnitt nennt die Anwendungsgebiete. Es sind alle Erkrankungen aufgezählt, bei denen das Medikament angewendet werden darf. Für die bessere Verständlichkeit sind die medizinischen Fachbegriffe in allgemein verständlichen Formulierungen aufgeführt. Unter „Was müssen Sie beachten?“ folgen alle Besonderheiten zum Medikament die vor der Anwendung bekannt sein müssen:

  • Wann das Arzneimittel nicht angewendet werden darf (Gegenanzeigen), z. B. wenn eine allergische Reaktion auf einen Bestandteil zu erwarten ist oder bei bestimmten weiteren Erkrankungen
  • Notwendige Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise, z. B. ob der Arzt in bestimmten Situationen informiert werden soll
  • Die Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln oder ob deren Wirkung beeinflusst werden kann (Wechselwirkungen)
  • Ob es in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden darf, auch Kinder das Medikament nehmen dürfen und unter welchen Voraussetzungen

Dosierung: Wie, wann und wie oft wird behandelt?

Sehr wichtig bei der medikamentösen Therapie ist die Dosierung eines Arzneimittels. Im Beipackzettel wird daher genau beschrieben, in welcher Menge und wie oft und wie lange ein Arzneimittel genommen werden soll. Auch das „Wie“ wird erklärt: „Vor den Mahlzeiten“, „in Wasser aufgelöst“ oder „unter die Haut gespritzt“ können Angaben dazu sein. Sie haben aus Versehen zu viel von Ihrem Medikament genommen? Dann sollten Sie in jedem Fall Ihren Arzt kontaktieren. Auch was zu tun ist, wenn Sie die Anwendung vergessen haben, ist erläutert. Bei allen Fragen zur Anwendung eines Medikaments oder auch, wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie das Medikament weiter nehmen sollen, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt. Der Apotheker kann ebenfalls Fragen zu Arzneimitteln beantworten.

Der Beipackzettel verrät Ihnen noch mehr über Ihr Medikament. Was Sie zum Beispiel über Risiken und Nebenwirkungen erfahren, lesen Sie hier in Kürze im zweiten Teil des Textes.