5. April 2018

Der Beipackzettel informiert: Die Behandlung verstehen (Teil 2)

Der Beipackzettel klärt ausführlich über ein Medikament auf. Ihn zu lesen ist wichtig, um genau über alle Aspekte der eigenen Behandlung informiert zu sein. Der große Umfang an Text kann manchmal zunächst abschrecken, sich genauer mit der Gebrauchsinformation zu befassen – so lautet die offizielle Bezeichnung. Hier finden Sie Schritt für Schritt erläutert, welche Angaben Sie im Beipackzettel finden. Im ersten Teil „Der Beipackzettel informiert: Die Behandlung verstehen“ ging es darum, was bei einem Medikament zu beachten ist und um seine Dosierung. Weiter geht es im zweiten Teil mit den Risiken und Nebenwirkungen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Es müssen alle Risiken und Nebenwirkungen im Beipackzettel genannt werden, die schon einmal aufgetreten sind. Nebenwirkungen und auch der Verdacht darauf werden von den Herstellern und auch den Behörden dokumentiert. Die Gebrauchsinformation listet auf, wie häufig sie auftreten.

Das bedeuten die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen:

 Häufigkeit  Wie viele sind betroffen?
 Sehr häufig  Kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
 Häufig  Kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
 Gelegentlich  Kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
 Selten  Kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
 Sehr selten  Kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
 Nicht bekannt  Die Häufigkeit ist auf Grundlage der vorhandenen Daten nicht abschätzbar

Bei der Entwicklung von Medikamenten wird versucht, Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Die Zusammensetzung und Gestaltung des Wirkstoffs, die Anwendungsform (etwa Tablette oder Injektion) sowie die Dosierung können Einfluss darauf haben. Ob es zu einer Nebenwirkung kommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: zum Beispiel den Erbanlagen, dem Alter, ob weitere Erkrankungen vorliegen und von der allgemeinen körperlichen Verfassung. Auch der Lebensstil, etwa das Gewicht, die Ernährung, Rauchen oder die körperliche Aktivität, kann Einfluss darauf haben, wie ein Medikament wirkt. Grundsätzlich werden nur Medikamente zugelassen, bei denen der Nutzen bei bestimmten Krankheiten größer ist als das zu erwartende Risiko durch eventuelle Nebenwirkungen.

Bedenken wegen eines Medikaments? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!

Der Beipackzettel liefert eine Menge Informationen zum Arzneimittel auf einmal. Das kann manchmal auch verunsichern. Überwiegt der Nutzen tatsächlich? Mit welchen Nebenwirkungen muss ich persönlich rechnen? Wenn Sie Bedenken wegen eines Medikaments haben, informieren Sie sich genauer über die Therapie und mögliche Risiken, anstatt es ungenutzt im Arzneischrank liegen zu lassen. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen genau erklären, was es mit der Therapie auf sich hat, wie sie wirkt, welches Ergebnis zu erwarten ist und wie mögliche Risiken einzuschätzen sind. Gemeinsam können Sie herausfinden, welches Medikament tatsächlich die geeignete Behandlung für Sie ist und warum.

Medikamente richtig aufbewahren

„Für Kinder unzugänglich“ – klar, dass Medikamente einen sicheren Platz bekommen sollten, damit sie nicht in falsche Hände gelangen. Im Beipackzettel erfahren Sie, worauf es bei der Aufbewahrung Ihres Medikaments noch ankommt:

  • Ob das Arzneimittel gekühlt werden muss
  • Wie lange es nach dem Anbrechen haltbar ist
  • Was bei der Entsorgung zu beachten ist

Das ist wichtig, damit das Medikament seine Wirkung nicht womöglich durch falsche Lagerung bereits verloren hat, wenn Sie es nehmen. Am Ende des Beipackzettels finden Sie nochmals den Wirkstoff sowie alle Bestandteile des Arzneimittels. So können Sie überprüfen, ob ein Inhaltsstoff dabei ist, den Sie nicht vertragen.

Die Gebrauchsinformation für ein Medikament erweckt zunächst den Eindruck von viel „Kleingedrucktem“. Sie enthält jedoch viele wichtige Informationen, die eine gute Hilfestellung zur Behandlung bieten. Wenn Sie Fragen oder Bedenken nach der Lektüre haben, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber. Die richtige Anwendung eines Medikaments ist eine wichtige Grundlage dafür, dass die Therapie Erfolg hat.

Auf der Internetseite www.patienteninfo-service.de können Sie gezielt nach Gebrauchsinformationen von Medikamenten suchen.