27. Dezember 2017

DGE aktualisiert 10 Regeln zur Ernährung

Bereits seit 1956 gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) 10 Regeln zur Ernährung heraus. Sie geben eine gute Orientierung dafür, wie der tägliche Speiseplan ausgewogen und gesund gestaltet werden kann. Nun hat die DGE eine neue Version veröffentlicht, die nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen überarbeitet wurde. Besonders betont wird in der neuen Fassung, dass die Empfehlungen nicht als starre Ge- oder Verbote angesehen werden sollen, sondern Raum für individuelle Bedürfnisse lassen. Dieser Hinweis ist auch für Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen wichtig. Die 10 Regeln zur Ernährung der DGE helfen, die unterschiedlichen Lebensmittelgruppen richtig einzuschätzen. Darüber hinaus kann eine auf die jeweilige Erkrankung und persönlichen Bedürfnisse angepasste Lebensmittelauswahl sinnvoll sein.

Lebensmittelvielfalt genießen: Abwechslung auf dem Tisch

Die 10 Regeln gehen auf das Essen und Trinken ein, aber auch für das „Drumherum“ werden Tipps gegeben. So gilt auch der Zubereitung von Speisen ein Augenmerk und dem weiteren gesunden Lebensstil mit einem Hinweis auf ausreichend Bewegung. Detaillierte Informationen zu den Empfehlungen bietet die DGE-Internetseite.
Die 10 aktualisierten Regeln der DGE:

  1. Lebensmittelvielfalt genießen
  2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“
  3. Vollkorn wählen
  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen
  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen
  6. Zucker und Salz einsparen
  7. Am besten Wasser trinken
  8. Schonend zubereiten
  9. Achtsam essen und genießen
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

Was ist neu? Auf die Qualität der Lebensmittel achten!

Doch was ist neu an den Regeln? Insbesondere die Hinweise zu Kohlenhydraten und Fetten haben sich geändert. Wurden bislang „reichlich Getreideprodukte sowie Kartoffeln“ empfohlen, wird nun angeregt, Vollkornprodukte zu wählen. Sie haben den Vorteil, dass sie länger sättigen und mehr Nährstoffe enthalten als solche aus Weißmehl. Weggefallen sind die Empfehlungen „Eier nur in Maßen“ sowie „wenig Fett und fettreiche Lebensmittel“. In Bezug auf Fette in der Nahrung wird nun hervorgehoben, dass es auf die richtige Auswahl ankommt: Pflanzliche Öle, zum Beispiel Rapsöl, sind empfehlenswert. Versteckte Fette, wie sie in Wurst, Gebäck oder Fertigprodukten vorkommen, sollten vermieden werden. Bei Milchprodukten wird nicht mehr explizit auf fettarme Sorten hingewiesen. Das Nährstoffverhältnis von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß an sich ist für die neuen Regeln unverändert. Insgesamt liegt der Schwerpunkt der Empfehlungen stärker auf qualitativen Aspekten der Lebensmittel.

Ausgewogen ernähren mit chronisch-entzündlicher Erkrankung

Die 10 Regeln zur Ernährung der DGE sind allgemeingültig und können auch Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Erkrankung eine Orientierungshilfe sein. Krankheitsbedingt können jedoch darüber hinaus besondere Bedürfnisse vorliegen. So ist es bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zum Beispiel wichtig, individuelle Verträglichkeiten bei der Lebensmittelauswahl zu berücksichtigen. Während eines Schubs oder bei Komplikationen ist häufig ebenfalls eine besondere Kost notwendig. Schuppenflechte und Acne inversa sind Beispiele für Erkrankungen, bei denen eine ausgewogene Ernährung zusammen mit ausreichend Bewegung dazu beitragen kann, dem Risiko für bestimmte Begleiterkrankungen entgegenzuwirken. Dazu zählen zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfettwerte. Bei rheumatischen Erkrankungen hingegen kann eine bewusste rheumagerechte Ernährung den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. Dies trifft sowohl auf rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Morbus Bechterew wie auch auf die nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis zu.