10. Mai 2015

DKV-Report 2015: Bewegungsmangel als Risikofaktor

Generell gilt: Bewegung hält fit und tut gut. Für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen gilt das in besonderem Maße. Denn regelmäßige und ausreichende Bewegung hält den Körper beweglich. Bereits zum dritten Mal wurde in diesem Jahr der DKV-Report „Wie gesund lebt Deutschland?“* von der Deutschen Krankenversicherung DKV und dem Zentrum für Gesundheit durch Bewegung und Sport der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) veröffentlicht. Das Ergebnis: Die Deutschen bewegen sich zu wenig.

„Gesellschaft der Sitzenbleiber“

Zur Datenerhebung wurden deutschlandweit mehr als 3.000 Menschen intensiv zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt. Themen waren unter anderem Bewegung, Ernährung, Alkohol- und Nikotinkonsum, Stress sowie bei welchen Gelegenheiten und wie lange die Befragten sitzen. Die Auswertung ergab, dass die Deutschen täglich durchschnittlich siebeneinhalb, junge Erwachsene sogar neun Stunden sitzen. „Wir sind ein Volk der Sitzenbleiber geworden. Das dauerhafte Sitzen hat weitreichende Folgen für den Fett- und Blutzuckerstoffwechsel und macht die Menschen krank“, warnt Dr. Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV.

Bewegungsmangel aus Bequemlichkeit

Die Gründe für den chronischen Bewegungsmangel liegen auf der Hand. Nie zuvor hatten es die Menschen so bequem wie heute: Schon kurze Strecken werden oft mit dem Auto zurückgelegt. Den Arbeitstag verbringen wir meist am Schreibtisch sitzend. Einkaufen lässt es sich per Online-Shopping auch bequem vom Computer aus und abends sitzt der Durchschnittsbürger auf der Couch. „Im Bundesdurchschnitt sitzen die Menschen am längsten vor dem Fernseher“, stellt Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule und wissenschaftlicher Leiter des DKV-Reports fest.

Bewegung in den Alltag einbauen

Dabei gelten dauerhaftes Sitzen und der damit verbundene allgemeine Bewegungsmangel längst als Risikofaktoren für die Gesundheit. Wer in der Freizeit regelmäßig Sport treibt, anstatt seine Zeit vor dem Fernseher zu verbringen, tut sich und seinem Körper schon etwas Gutes. Für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen eignen sich hier besonders gelenkschonende Sportarten, wie Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen oder Wassergymnastik. Sprechen Sie mit Ihrem Rheumatologen über geeignete Trainingsmethoden. Auch in den Arbeitsalltag lassen sich Sitzpausen gut integrieren. Halten Sie Meetings im Stehen ab und suchen Sie einen Kollegen lieber persönlich auf, anstatt zum Hörer zu greifen. Gestalten Sie Ihre Pausen aktiv. Ein Spaziergang in der Mittagspause hält den Körper fit und gibt neue Energie. Ein Stehpult als Alternative zum Schreibtisch oder ein höhenverstellbarer Tisch können ebenfalls gute Lösungen sein. Wenn Sie an Rheuma erkrankt sind, erhalten Sie möglicherweise finanzielle Unterstützung für Arbeitshilfen, wie beispielsweise die Einrichtung eines ergonomischen Arbeitsplatzes. Das zuständige Integrationsamt kann Sie dazu ausführlich beraten.

*Den vollständigen DKV-Report können Sie unter www.dkv.com, PDF nachlesen.