6. Oktober 2020

DPB äußert Bedenken zum Austausch von Biologika und Biosimilars

Im Gespräch mit Karin Maag, Mitglied des Bundestages und gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, haben Vertreter vom Deutschen Psoriasis Bund e.V. (DPB) ihre Bedenken zum Austausch von Biologika und Biosimilars beim Arzt zum Ausdruck gebracht. Aktuell trifft der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Regelungen, ob, wann und wie ein Biologikum oder ein Biosimilar gegen ein anderes Biosimilar durch den behandelnden Arzt ausgetauscht werden soll. Hintergrund ist die Preisstruktur und Rabattierung bei der Medikamentengruppe der sogenannten Biologika. Ob der Patient ein Biologikum vom Originalhersteller oder ein Biosimilar zur Behandlung der Schuppenflechte erhält, ist dann losgelöst von der therapeutischen Notwendigkeit zu einem Wechsel. Als zentrales Gremium im Gesundheitswesen entscheidet der G-BA darüber, welche Leistungen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

Patientenorganisation sieht Gefährdungspotenzial

„Es steht zu befürchten, dass Patientinnen und Patienten gegebenenfalls alle paar Monate ein anderes Biosimilar erhalten“, erklärt der DPB. „Häufige Wechsel zwischen den Biosimilars können jedoch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Unverträglichkeiten und gegebenenfalls auch unerwünschte immunologische Reaktionen – also das Immunwerden gegenüber dem Wirkstoff – auftreten“, so der DPB weiter.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann ergänzend über die Bedingungen für einen automatischen Austausch in der Apotheke entschieden werden. Hierbei warnt die Patientenorganisation, „dass die behandelnden Ärztinnen und Ärzte über den konkreten Austausch nicht informiert würden – sie wüssten also gar nicht, welches Arzneimittel ihren Patientinnen und Patienten letztlich ausgehändigt würde“. Laut DPB handelt es sich dabei um ein gravierendes Gefährdungspotenzial für die Patientinnen und Patienten.

Bei Biologika handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Medikamente, die seit vielen Jahren einen festen Platz im Behandlungsspektrum der Schuppenflechte haben. Biosimilars sind Nachahmerprodukte von Original-Biologika. Im Gegensatz zu Nachahmer-Präparaten chemischer Arzneimittel (Generika) sind Biosimilars nicht mit dem Originalprodukt identisch, sondern ähneln ihm, was jedoch nach Bewertung durch den G-BA keine klinischen Auswirkungen hat.

Gesundheitspolitische Sprecherin an Position des DPB interessiert

Karin Maag zeigte sich im Gespräch mit dem DPB-Vorsitzenden Joachim Koza und dem DPB-Geschäftsführer Marius Grosser an der Sachlage interessiert und sagte zu, sich der Angelegenheit anzunehmen. Die beiden Vertreter vom DPB waren der Einladung der Gesundheitspolitikerin nach Berlin gefolgt, um sich über aktuelle Themen auszutauschen, die bedeutsam für die Selbsthilfe sowie für die medizinische Versorgung von Menschen mit Schuppenflechte sind. Der DPB ist die größte deutsche Patientenorganisation im Bereich der Hauterkrankungen. Zu seinen Zielen zählt neben der Aufklärung und Information zur Schuppenflechte auch die Interessenvertretung von Menschen mit Psoriasis gegenüber der Gesundheitspolitik. Das Gespräch mit Karin Maag in Berlin hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Der Artikel zum Besuch des DPB bei Karin Maag aus dem PSO Magazin, der Mitgliederzeitschrift des DPB, ist hier zu finden.