4. April 2021

E-Health: Digitalisierung im Gesundheitswesen

Online-Banking, Shoppen im Netz oder das Navi im Auto – in vielen Bereichen unseres Alltags ist die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. Auch im Gesundheitswesen gibt es immer mehr Bereiche, in die digitale Lösungen Einzug halten. Realisiert sind bereits Möglichkeiten wie Videosprechstunden oder Gesundheits-Apps auf Rezept. Eine Reihe von neuen gesetzlichen Vorgaben schafft die Basis dafür, dass 2021 und 2022 mit weiteren digitalen Angeboten in der Gesundheitsversorgung gestartet wird. Dazu zählen die elektronische Patientenakte (ePA) und das E-Rezept für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Für Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Bechterew oder Acne inversa sind regelmäßige Arztbesuche und eine kontinuierliche Therapie Teil des Alltags. Hier kann Digitalisierung eine Chance sein, Wege zu sparen und die medizinische Betreuung zu ergänzen oder besser zu organisieren.

Die App auf Rezept: Smartphone im Einsatz für die Medizin

Ende 2019 ist das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) in Kraft getreten. Es ist die rechtliche Grundlage für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Ärzte können nun medizinische Anwendungen auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnen. DiGA umfassen nicht nur Gesundheits-Apps für Smartphones, sondern auch Programme oder Anwendungen, die über einen Computer oder ein Tablet bedient werden. Ihr Einsatzbereich kann sehr unterschiedlich sein. Hilfe beim Umgang mit Schmerzen oder Depressionen sowie Unterstützung bei der Physio- bzw. Bewegungstherapie sind Beispiele für Anwendungsbereiche. Alle Gesundheitsanwendungen, die verordnet werden können, sind im DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aufgeführt.

Elektronische Patientenakte (ePA): Dokumente zur Gesundheit bündeln

Mit der ePA soll es möglich werden, Dokumente zur Gesundheit zu bündeln und allen Beteiligten – Ärzten, Therapeuten, Kliniken und natürlich auch dem Patienten selbst – bei Bedarf zugänglich zu machen. Die ePA soll so eine Möglichkeit sein, die medizinische Betreuung besser zu koordinieren. Patienten haben auf ihre Dokumente am eigenen Smartphone oder Tablet Zugriff und können sie verwalten. Alle Daten, die im ePA-System abgelegt werden, sind verschlüsselt und liegen an einem geschützten Speicherort. Laborergebnisse, Röntgenbilder, Medikationspläne, Diagnosen und Arztberichte sind Beispiele für Gesundheitsdaten, die in der ePA erfasst werden können. Seit Jahresbeginn 2021 sind Krankenkassen dazu verpflichtet, ihren Versicherten eine ePA zur Verfügung zu stellen. Mitte des Jahres erfolgt der nächste Schritt mit dem Anrecht von Patienten, dass die Patientenakte durch Ärzte befüllt wird. Ob die ePA in Anspruch genommen wird, kann jedoch jeder Versicherte selbst entscheiden.

E-Rezept: Arzneimittelverordnung digital

Als ein weiterer Schritt zu mehr Digitalisierung und weniger Zettelwirtschaft im Gesundheitswesen ist das E-Rezept geplant. Es soll ab Januar 2022 eingeführt werden. Das E-Rezept wird die Verordnung für verschreibungspflichtige Arzneimittel in Papierform ersetzen. Es soll Abläufe in der Arztpraxis und Apotheke vereinfachen und kann auch Patienten Wege ersparen. Das E-Rezept wird per Smartphone in einer E-Rezept-App verwaltet und kann dann zum Beispiel digital an die gewünschte Apotheke gesendet werden. Die Datenübermittlung erfolgt über die sogenannte sichere Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen, die Datensicherheit gewährleistet. Alternativ können die für die Einlösung des Rezepts erforderlichen Angaben beim Arzt auch als Papierausdruck erstellt werden. Schrittweise soll das E-Rezept dann auch für Verordnungen von Heilmitteln und Hilfsmitteln erweitert werden.