12. Dezember 2017

Entlassmanagement: Nach dem Krankenhaus gut versorgt

Ein Krankenhausaufenthalt kann auch mit einer chronisch-entzündlichen Erkrankung notwendig werden. Geht es nach der Klinik endlich wieder nach Hause, ist eine lückenlose Weiterbehandlung wichtig. Seit dem 1. Oktober 2017 gibt es eine neue Regelung, nach der das behandelnde Krankenhaus verpflichtet ist, die Anschlussversorgung sicherzustellen. Die neuen Vorgaben zum Entlassmanagement sind Teil des Versorgungsstärkungsgesetzes von 2015. Ziel ist es, Versorgungslücken zu schließen und den Übergang zum weiterbehandelnden Arzt reibungsloser zu gestalten.

Entlassbrief: Wichtige Informationen für die Weiterbehandlung

Vorgegeben ist ein standardisiertes Entlassmanagement, das sich am individuellen Bedarf des einzelnen Patienten orientiert. Das bedeutet, das Krankenhaus stellt fest, ob Unterstützung des Patienten benötigt wird und wenn ja, welche. Bei Bedarf können so frühzeitig Maßnahmen für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt beantragt oder genehmigt werden, beispielsweise bezüglich einer Rehabilitation, Haushaltshilfe oder Hilfsmitteln.

Wichtiger Bestandteil des Entlassmanagements ist auch der Entlassbrief. Diesen bekommt jeder Patient und mit seinem Einverständnis auch der weiterbehandelnde Arzt. Der Brief enthält alle wichtigen Informationen für die Weiterbehandlung nach dem Krankenhaus wie Diagnosen und Behandlungen sowie den Kontakt eines Ansprechpartners in der Klinik für mögliche Rückfragen.

Rezepte und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Fachärzte im Krankenhaus können darüber hinaus für bis zu 7 Tage nach dem Klinikaufenthalt Rezepte für Medikamente ausstellen. Erlaubt ist die jeweils kleinste in der Apotheke erhältliche Packungsgröße. Der Patient muss das Rezept jedoch innerhalb von 3 Werktagen einlösen. Ebenso ist es möglich, dass
Verband-, Heil- und Hilfsmittel für bis zu 7 Tage verordnet werden. Außerdem können Krankenhausärzte nun für bis zu eine Woche nach der Entlassung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. Durch die möglichen Verordnungen müssen Patienten nicht direkt in den ersten Tagen nach dem Krankenhausaufenthalt für ein Rezept zum weiterbehandelnden Haus- oder Facharzt gehen. Ein Anspruch auf die genannten Verordnungen bzw. eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung seitens der Patienten besteht jedoch nicht.