5. Juni 2015

Fettes Essen kann so schädlich sein wie Alkohol

Eine Hepatitis-C-Virus-Erkrankung kann die Leber stark belasten und unbehandelt sogar zu einer dauerhaften Schädigung des Organs führen. Wer an Hepatitis C erkrankt ist, sollte daher darauf achten, seine Leber keinen zusätzlichen Belastungen auszusetzen und sie, soweit möglich, zu schonen. Dass Alkohol eine solche Belastung sein kann, ist hinlänglich bekannt. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) warnt jedoch auch vor zu fettem Essen.

Anfangs oft unbemerkt

Dabei darf, wer sich ansonsten gesund ernährt, auch einmal über die Stränge schlagen, ohne gleich schlimme Folgen befürchten zu müssen. Wer jedoch dauerhaft besonders fettreiche Nahrung zu sich nimmt und sich wenig bewegt, riskiert, an einer Fettleber zu erkranken. „Die Fettleber entwickelt sich in jüngster Zeit in rasantem Tempo zu einer Volkskrankheit“, sagt DGVS-Sprecher Professor Dr. med. Christian Trautwein, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik III) an der Uniklinik RWTH Aachen. Beinahe jeder achte Deutsche sei derzeit davon betroffen. Viele Betroffene bemerken oft zunächst gar nicht, wie schlecht es um ihre Leber bestellt ist. Gerade zu Beginn der Erkrankung sind die Anzeichen sehr unspezifisch: „Völlegefühl, Müdigkeit, manchmal etwas Druck im rechten Oberbauch – das ist alles“, so Trautwein.

Unterschätzte Gefahr

Ursachen für eine Fettleber können neben übermäßigem Alkoholgenuss und einer dauerhaft fettreichen Ernährung auch genetische Vorbelastungen sein. Die Gefahren, die von einer Fettleber ausgehen, werden häufig unterschätzt. Die Erkrankung kann zu einer Leberzirrhose, also zu einer Vernarbung des Gewebes, unter Umständen sogar zu Leberkrebs führen. Darüber hinaus erhöht sie das Risiko für Diabetes, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Ein gesunder Lebensstil mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung kann dem vorbeugen.