7. Dezember 2017

Frühgeburt: die richtige Ernährung für Mutter und Kind

Frühgeborene – Kinder, die vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen – benötigen ganz besondere Aufmerksamkeit, Pflege und medizinische Betreuung. Der Ernährung des Frühchens fällt dabei eine besonders wichtige Rolle zu. Muttermilch ist die beste Nahrung für ein Frühgeborenes. Doch auch wenn es nicht möglich ist, zu stillen oder abzupumpen, gibt es keinen Grund zur Sorge.Moderne Spezialnahrung ist optimal auf die Bedürfnisse von Frühgeborenen abgestimmt. Sie versorgt das Frühchen mit allen notwendigen Nährstoffen und enthält die benötigten Kalorien. Die Ernährung der Mutter sollte ebenfalls nicht in Vergessenheit geraten, denn durch das Stillen besteht ein erhöhter Energiebedarf.

Muttermilch für Frühgeborene

Wenn möglich sollte jedes Baby von Anfang an Muttermilch bekommen. Kann das Frühchen zunächst nicht gestillt werden, gibt es die Möglichkeit, es mit abgepumpter Muttermilch über eine Magensonde zu versorgen. Bis alles richtig klappt, stehen die Hebamme, die Schwestern oder die Stillberaterin mit Rat und Tat zur Seite. Geht es dann nach Hause, wird mit dieser Erfahrung auch dort alles gut funktionieren. Sich über das Stillen zu viele Gedanken zu machen, ist nicht immer nützlich. Wir neigen dazu, alles regeln, steuern und kontrollieren zu wollen. Oft ist es hilfreicher, einfach auf seine Intuition zu hören und auf natürliche Abläufe zu vertrauen. Bekommt das Frühchen Flaschennahrung, unterstützen die Ansprechpartner in der Klinik bei der Ernährung. Sie können die Frühgeborenennahrung, die Anzahl der Mahlzeiten und die Trinkmenge empfehlen.

Auch die Mutter muss gut versorgt sein

  • Mit dem Stillen hat die Mutter einen höheren Energiebedarf. Das darf nicht vergessen werden, auch wenn der Tagesablauf turbulent ist. Etwa 500 Kalorien macht der Mehrbedarf aus.
  • Wichtig ist nicht nur, dass es dem Baby gut geht, auch die Mutter braucht Kraftreserven. Eine „babyschonende“ einseitige Kost ist nicht für jede das Richtige.
  • Eine regelmäßige und ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen. Eiweiß, Kalzium und Vitamine sind besonders wichtig.
  • Auch eine ausreichende Trinkmenge gehört zur gesunden Ernährung.
  • Grundsätzlich kann die Mutter alles essen – in Maßen. Wird das Kind nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel unruhig, wund oder bekommt es Bauchschmerzen, sollten die entsprechenden Speisen eingeschränkt werden.
  • Alkohol und Koffein gehören nicht auf den Speiseplan.

Frühchenernährung: Gewichtszunahme und Beikost

In der Klinik wird das Frühgeborene täglich gewogen. Das ist zu Hause nicht mehr nötig. Die Anzahl der Mahlzeiten, die Trinkmenge und die Gewichtszunahme sind bei jedem Kind verschieden. Das Baby signalisiert, ob alles ausreichend ist und ob es zufrieden ist oder nicht. Bestehen trotzdem Unsicherheiten, ist der behandelnde Kinderarzt der richtige Ansprechpartner. Er kann das Frühchen auch wiegen.

In den ersten Tagen zu Hause meldet sich das Frühgeborene vielleicht häufiger zum Stillen als in der Klinik. Das ist normal, denn es muss sich erst an die neue Situation gewöhnen. Auch auf die Mutter kann die neue Situation Auswirkungen haben: Manchmal wird die Milchproduktion gehemmt. Häufiges Anlegen regt diese wieder an. Auch die Fortsetzung des „Känguruhens“ wirkt sich positiv auf alle Beteiligten aus. Bei der sogenannten „Kängurupflege“ wird das Frühchen einem Elternteil auf den Bauch gelegt. Der Hautkontakt hat eine positive Wirkung.

Es kommt der Zeitpunkt, an dem das Baby beim Stillen nicht mehr satt wird. Der Kinderarzt oder die Hebamme können beraten, ob und wann zusätzlich Nahrung gegeben werden soll. Im Allgemeinen erfolgt der Nahrungsaufbau wie bei einem termingerecht Geborenen, gerechnet vom erwarteten Geburtstermin. Klappt das Stillen gut, können durchaus sechs Monate bis zur ersten Breikost vergehen. Es wird empfohlen, mit „klaren“ Gemüsebreien anzufangen. Die können z. B. erst nur aus Karotten, dann aus Karotten und Kartoffeln und nach und nach aus weiteren Bestandteilen bestehen. So zeigt sich schnell, was dem Baby am besten bekommt.