22. März 2019

Gürtelrose: Impfung bei CED ab dem 50. Lebensjahr empfohlen

Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können durch die chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) ein erhöhtes Risiko für Infektionserkrankungen haben. Darüber hinaus können Therapien, die das Immunsystem beeinflussen, dieses Risiko nochmals erhöhen. Ein besonderes Augenmerk auf einen vollständigen Impfschutz ist daher empfehlenswert. Zu den empfohlenen Standardimpfungen bei CED ist im Dezember 2018 eine neue hinzugekommen: Die Impfung gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) mit dem relativ neuen Totimpfstoff sollte ab dem 50. Lebensjahr vorgenommen werden. Die Impfempfehlungen werden in Deutschland von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) gegeben. Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Gürtelrose-Impfung für Menschen mit CED ab dem 50. Lebensjahr.

Varizella-Zoster-Virus verursacht Gürtelrose

Verantwortlich für die Gürtelrose ist das sogenannte Varizella-Zoster-Virus (VZV). Bei Kindern verursacht das Virus Windpocken. Nach einer Windpockenerkrankung bleibt das Virus als sogenannter „Schläfer“ in den Nervenzellen im Körper zurück und kann zu einem späteren Zeitpunkt Gürtelrose verursachen. Jährlich erkranken mehr als 300.000 Menschen in Deutschland an Herpes Zoster. Betroffen sind insbesondere Ältere. Ist das Immunsystem beeinträchtigt – zum Beispiel durch eine CED –, ist das Risiko für eine Gürtelrose erhöht. Erstes Anzeichen von Herpes Zoster ist meist ein brennender Schmerz. Charakteristisch ist, dass sich später Bläschen in dem Bereich der Haut bilden, der zu dem von der Erkrankung betroffenen Hautnerv gehört.

Impfung mit Totimpfstoff auch bei CED möglich

Bei der vom RKI empfohlenen Impfung handelt es sich um einen Totimpfstoff, der seit Mai 2018 zugelassen ist. Er kann auch verabreicht werden, wenn die CED mit Medikamenten behandelt wird, die das Immunsystem beeinflussen. Lebendimpfstoffe dürfen dann hingegen nicht angewendet werden. Die Impfung erfolgt mit zwei Injektionen im Abstand von zwei bis sechs Monaten. Wenn Sie eine CED haben und 50 Jahre oder älter sind, lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt beraten, ob die Impfung für Sie infrage kommt. Geht es dann zum Impfen, vergessen Sie Ihren Impfpass nicht, damit der neue Schutz dort eingetragen werden kann.