9. Oktober 2015

Muttermilchbank für Frühchen am Klinikum Dortmund eröffnet

Für Frühchen ist Muttermilch besonders wichtig. Mütter von Frühchen können ihre Neugeborenen jedoch nicht immer mit eigener Muttermilch versorgen. Das Klinikum Dortmund hat am 05. August 2015 eine Muttermilchbank eröffnet. Kinder auf der Frühchenstation des Klinikums können bei Bedarf daraus versorgt werden. Gespendet wird die Muttermilch ausschließlich von Müttern, die selbst ein Frühchen am Klinikum Dortmund geboren haben und mehr Milch haben, als ihre Kinder benötigen. In Deutschland gibt es mittlerweile 24 Muttermilchbanken. Seit der Gründung der Muttermilchbank am Klinikum Dortmund kamen 11 weitere in vielen großen Städten Deutschlands hinzu.

Muttermilch schützt Frühchen

„Frühchen unter 1.500 Gramm Geburtsgewicht sind besonders auf die Muttermilch angewiesen. Muttermilch von Frühchen-Müttern ist die beste Nahrung für Frühchen. Sie schützt die Kinder vor Infektionen und anderen Komplikationen“, erläutert Prof. Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Dortmund. Insbesondere bestimmte Enzyme und Abwehrstoffe sind in der Muttermilch enthalten und können Frühchen schützen. Sie können nicht synthetisch hergestellt werden.

Die Spenderinnen der Milch werden sehr sorgfältig ausgesucht und die Milch streng überprüft. Die Mütter von Frühchen, die Milch spenden, müssen gesund sein. Die gespendete Milch wird genau untersucht, pasteurisiert und gefroren aufbewahrt. Nur hygienisch einwandfreie Milch wird an die Frühchen abgegeben. Mit der gespendeten Muttermilch werden nur Frühchen versorgt. Sie profitieren am meisten davon. 80 bis 100 Liter Muttermilch für Frühgeborene benötigt das Klinikum Dortmund jährlich. Mehr als 120 Frühchen kommen dort zur Welt.

Frühchen haben ein erhöhtes Risiko für Infektionen

Wird ein Kind vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren, ist es eine Frühgeburt. Das Geburtsgewicht liegt dann in der Regel unter 2.500 Gramm. Babys, die weniger als 1.500 Gramm wiegen, gelten als Frühgeborene mit sehr niedrigem Geburtsgewicht. Sie kommen meist vor der 32. SSW zur Welt. Bei Frühchen ist das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet und häufig auch die Lunge nicht voll entwickelt. Ihr Risiko für eine Infektion oder einen schweren Verlauf bei einer Infektionserkrankung ist daher erhöht. Dazu gehören auch ernsthafte Atemwegserkrankungen durch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) . Ihre Ernährung und andere Maßnahmen tragen dazu bei, Komplikationen zu vermeiden und eine gute Entwicklung zu ermöglichen.