19. März 2019

Neue Behandlungsleitlinie für rheumatoide Arthritis

Eine neue Version der Leitlinie zur Therapie der rheumatoiden Arthritis unterstützt Ärzte bei der Auswahl und Umsetzung der Behandlung. Herausgegeben wurden die neuen Empfehlungen von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Ebenfalls erhältlich ist eine Patientenversion, die unter Beteiligung der Deutschen Rheuma-Liga erstellt wurde. Sie gibt allgemein verständlich die wichtigsten Punkte aus der Leitlinie wieder. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Krankheitsprozessen der rheumatoiden Arthritis haben in den letzten Jahren die Entwicklung neuer Therapien ermöglicht. Alle aktuell verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten werden in der Leitlinie berücksichtigt. Es sind jedoch nicht nur neue Behandlungsmöglichkeiten hinzugekommen, das Verständnis dafür, was mit der Therapie erreicht werden soll hat sich ebenfalls gewandelt. Auch damit beschäftigt sich die neue Leitlinie.

Rheumatoide Arthritis: Therapieziel Remission

Die Diagnose und Behandlung einer rheumatoiden Arthritis sollten möglichst früh beginnen, um schnell gegen die Entzündung anzugehen und Schäden an den Gelenken aufzuhalten. Idealerweise sollte innerhalb von 12 Wochen nach Beginn der Beschwerden mit der Therapie gestartet werden. Ziel der Behandlung ist die sogenannte Remission. Der medizinische Fachbegriff meint einen möglichst entzündungs- und damit beschwerdefreien Zustand. Ist dies nicht möglich, etwa weil die Erkrankung bereits länger besteht oder Therapien nicht gut wirken, ist eine möglichst niedrige Krankheitsaktivität das Ziel.

Arzt und Patient: Gemeinsam zu den Therapiezielen

Thematisiert wird in der neuen Leitlinie, dass die individuellen und realistischen Therapieziele gemeinsam von Arzt und Patient festgelegt werden sollten. Eine wichtige Grundlage dafür ist, dass der Rheumatologe seinen Patienten gut über die Erkrankung, ihre Diagnose und den Nutzen bzw. die Risiken der Behandlungsmöglichkeiten informiert. Das Verständnis der eigenen Erkrankung und ihrer Therapie kann Patienten dabei unterstützen, die Behandlung umzusetzen, und den Umgang mit dem Rheuma erleichtern.

Empfohlen werden in der Leitlinie zudem regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um zu überprüfen, ob die Therapieziele erreicht werden. Die erste Therapiekontrolle nach ein bis drei Monaten bietet Gelegenheit, etwa die Dosierung und Verträglichkeit des Medikaments zu überprüfen und auch zu besprechen, ob die Umsetzung der Behandlung problemlos möglich ist und regelmäßig erfolgt. Nach drei Monaten sollte eine wesentliche Verbesserung eingetreten und nach einem halben Jahr das zuvor festgelegte Therapieziel möglichst erreicht sein. Ist dies nicht der Fall, sollte die Therapie geändert werden.

Rheuma-Behandlung auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand

Behandlungsleitlinien sind in der Medizin wichtige Entscheidungshilfen, die Ärzten dabei helfen, die individuell passende Therapie auszuwählen. Ziel von Leitlinien ist es, Patienten flächendeckend mit einer Therapie zu versorgen, die sich an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert. Darüber hinaus sind Behandlungsleitlinien evidenzbasiert, das bedeutet, die Entscheidungen werden auf Grundlage von wissenschaftlich belegten Erkenntnissen getroffen.

Die neue Behandlungsleitlinie zur rheumatoiden Arthritis als Download

Eine Liste der Behandlungsleitlinien im Bereich Rheuma inklusive der Patientenversionen bietet die Deutsche Rheuma-Liga hier. Auch die neue Leitlinie zur rheumatoiden Arthritis finden Sie dort.