1. Oktober 2016

Offen mit Parkinson umgehen

Es ist von Vorteil, wenn Parkinson-Betroffene ihre Erkrankung akzeptieren und nicht versuchen zu verstecken, was sich nicht verstecken lässt. Das hilft ihnen, selbstverständlicher mit Parkinson zu leben. Es verringert zugleich die Unsicherheit der anderen, die oft nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Auch Vorurteile und falsche Rückschlüsse nach dem Motto „Der hat doch getrunken“ lassen sich so viel eher verhindern.

Das alles gilt allerdings gleichermaßen für Angehörige! Sie sind von den Auswirkungen der Erkrankung ebenso betroffen: Auch ihre Alltagsstrukturen verändern sich, es kommen neue Aufgaben oder ungewohnte Rollenverteilungen auf sie zu, die Zukunftsperspektive ist verschoben.

Um das stemmen zu können, sollten Sie sich nicht unnötig Energie abringen, um gegen Parkinson zu arbeiten. Nutzen Sie Ihre Kraft besser dort, wo sie wirklich sinnvoll ist. Parkinson zu akzeptieren ist zudem eine wichtige Basis, um Ihr Leben weiterhin positiv zu sehen und aktiv zu gestalten. Das klingt zunächst vielleicht seltsam. Doch nur wer anerkennt, wie es ist, kann den Blick auf tatsächliche Potenziale und realistische Ziele richten.

Versuchen Sie zudem, anderen offen zu sagen, dass Ihr Partner oder ein Elternteil Parkinson hat. Das kann viele Situationen entspannen, etwa wenn Sie beim gemeinsamen Einkauf an der Kasse länger brauchen und jemand hinter Ihnen drängelt. Ihre Offenheit und Ehrlichkeit hat einen weiteren Vorteil: Sie müssen sich nicht verbiegen, um den Eindruck zu erwecken, dass immer alles perfekt ist. Vielmehr können Sie dazu stehen, wenn Ihnen der Alltag einmal schwer fällt. Das ist ein wichtiges Ventil und kann Sie sehr entlasten.