2. September 2016

Reisen mit CED: 7 einfache Hygiene-Tipps

Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sind aufgrund ihrer Erkrankung häufig anfälliger für Magen-Darm-Infekte. Gerade in Ländern mit niedrigeren Hygienestandards ist daher besondere Vorsicht geboten. Häufig lassen sich Infektionen mithilfe einiger einfacher Regeln vermeiden. Mehr über unsere Hygiene-Tipps und wie Sie sich unterwegs schützen können, erfahren Sie im zweiten Teil unserer Reihe „Reisen mit CED“.

7 einfache Hygiene-Tipps zur Vorbeugung von Infektionen

1. „Boil it, cook it, peel it or forget it!“

„Kochen, garen, schälen oder vergessen!“, lautet die deutsche Übersetzung dieser Grundregel. Hintergrund dieser Empfehlung ist folgender: Hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen häufig das Wachstum von Krankheitserregern auf der Oberfläche von Lebensmitteln. Diese können entweder durch Braten, Kochen oder Garen abgetötet oder beim Schälen entfernt werden.

2. Verzichten Sie auf Rohmilchprodukte und Rohmilch.

Greifen Sie stattdessen lieber zu pasteurisierter Milch oder zu daraus hergestellten Milchprodukten. In unbehandelter Milch können Bakterien enthalten sein, die verschiedene Infektionserkrankungen hervorrufen können. Durch das Pasteurisieren, also das Erhitzen der Milch, können diese abgetötet werden.

3. Greifen Sie nicht zu lauwarmen oder rohen Speisen.

Auch diese bilden einen hervorragenden Nährboden für Krankheitserreger. Besondere Vorsicht ist bei Fisch, Fleisch und Eiern geboten. Rohe, tierische Lebensmittel sind häufig mit Keimen belastet, die sich bei unsachgemäßer Kühlung und Zubereitung ungehindert vermehren können. Durch Hitze beim Kochen können diese abgetötet und so kann einer Infektion vorgebeugt werden.

4. Meiden Sie Speiseeis und Eiswürfel.

Speiseeis enthält häufig rohes Ei und birgt daher, vor allem bei unsachgemäßer Kühlung, ebenfalls ein Risiko für Infektionserkrankungen. Durch mangelnde Trinkwasserqualität oder niedrige Hygienestandards können auch Eiswürfel mit Krankheitserregern belastet sein. In vielen Großstädten wird heute veganes Eis angeboten. Hier können Sie sicher sein, dass kein Ei enthalten ist. Zur Sicherheit können Sie sich vor Ort über die Zutaten erkundigen.

5. Waschen Sie erst die Frucht, dann die Hände.

Durch das Schälen von Obst und Gemüse werden die Keime entfernt, die auf der Oberfläche haften. Waschen Sie im Vorfeld zunächst die Frucht und dann Ihre Hände gründlich. Andernfalls können die Keime beim Schälen auf die Frucht gelangen.

6. Greifen Sie zu Getränken aus originalverschlossenen Flaschen.

Vor allem bei hohen Temperaturen ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Bedenken Sie jedoch, dass nicht alle Regionen über eine so hohe Trinkwasserqualität verfügen wie Mitteleuropa. In exotischen Ländern ist Leitungswasser häufig mit Krankheitserregern belastet. Um eine Infektion zu vermeiden, sollten Sie daher, auch zum Zähneputzen, nur zu originalverschlossenen Getränken greifen. Diese erkennen Sie daran, dass der Plastikring am Drehverschluss unbeschädigt ist und beim Öffnen knackt. Kohlensäurehaltige Getränke schäumen beim Öffnen leicht auf. Es ist bekannt, dass Straßenhändler in einigen Ländern gebrauchte Flaschen sammeln und wieder befüllen. Kaufen Sie Getränke daher besser im Geschäft.

7. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände.

Wussten Sie, dass 80 Prozent aller Infektionserkrankungen über die Hände übertragen werden? Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen. Dadurch kann die Zahl der Keime auf den Händen reduziert werden. Das Risiko, dass Krankheitserreger mit dem Essen in den Mund oder über die Schleimhäute in den Körper gelangen, wird so verringert. Darüber hinaus verhindern Sie, dass Sie selbst Krankheitserreger über Ihre Hände weitergeben. Häufig befindet sich neben dem Seifenspender am Handwaschbecken auch eine Desinfektionslösung, die Keime zusätzlich bekämpft. Sollten Sie in Ihrem Urlaubsland nicht die Möglichkeit haben, sich regelmäßig die Hände zu waschen, können Sie stattdessen ein Desinfektionsgel nutzen. Drogerien und Apotheken bieten meist auch kleine Größen an, die Sie bequem in die Tasche stecken können.

Im dritten und letzten Teil unserer Serie erfahren Sie, warum Reiseimpfungen auch für Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wichtig sind und was es dabei zu beachten gibt.