7. September 2016

Reisen mit CED: Reiseimpfungen

Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung sind häufig anfälliger für Infektionen. Dafür kann die Erkrankung selbst oder die Einnahme bestimmter Medikamente, die Einfluss auf das Immunsystem haben, verantwortlich sein. Ein guter Impfschutz ist daher für Betroffene besonders empfehlenswert. Je nach Reiseziel können auch spezielle Reiseimpfungen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sinnvoll sein. Mehr dazu erfahren Sie im dritten und letzten Teil unserer Reihe „Reisen mit CED“.

Rechtzeitig vor Reisebeginn informieren

Beziehen Sie Ihren Arzt in Ihre Reiseplanungen mit ein. Er kann Sie unterstützen und bei Ihren Impfungen beraten. Darüber hinaus haben sich einige niedergelassene Ärzte auf das Thema Reisemedizin spezialisiert und bieten eine entsprechende Beratung an. Umfassende Informationen erhalten Sie außerdem bei Tropeninstituten, Gesundheitsämtern und dem Auswärtigen Amt. Für einen wirksamen Impfschutz sind manchmal mehrere Impfungen nötig, zudem kann es einige Zeit dauern, bis der Impfschutz aufgebaut ist. Daher ist es ratsam, Ihren Arzt so früh wie möglich, spätestens jedoch sechs Wochen vor Reisebeginn aufzusuchen. Doch auch bei kurzfristigen Reisen sollten Sie nicht auf eine Impfberatung verzichten. Grundsätzlich gilt: Es ist besser, kurzfristig zu impfen als auf den vollen Impfschutz zu verzichten.

Vorsicht bei Lebendimpfstoffen unter Therapie

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen werden häufig mit Medikamenten behandelt, die sich auf das körpereigene Abwehrsystem auswirken. Dazu zählen beispielsweise Immunsuppressiva oder Biologika. Reiseimpfungen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind grundsätzlich auch unter einer solchen Therapie möglich. Dann dürfen jedoch nur sogenannte Totimpfstoffe verabreicht werden. Im Gegensatz zu den Lebendimpfstoffen sind darin keine lebenden, sondern nur abgetötete Krankheitserreger enthalten. Lebendimpfstoffe können abhängig von der Krankheitsaktivität bei einem eingeschränkten Immunsystem zu Komplikationen führen. Welche Impfung für Sie sinnvoll ist und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, entscheiden Sie am besten gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt. Er kennt Sie und Ihre Erkrankung, kann Sie umfassend beraten und alle Ihre Fragen beantworten.