3. November 2017

RheumaPreis 2017: Gelungene Integration im Berufsleben

Drei Arbeitnehmer mit einer rheumatischen Erkrankung und ihre Arbeitgeber konnten sich am 9. September 2017 darüber freuen, den diesjährigen RheumaPreis zu erhalten. Die Auszeichnung wird an Menschen mit Rheuma und ihre Arbeitgeber verliehen, die gemeinsam kreative Lösungen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit gefunden haben. „Rheuma ist alles andere als ein Zuckerschlecken, aber ich wollte der Erkrankung um keinen Preis zu viel Macht über mich und mein Leben geben“, betont Preisträgerin Juliane Rikirsch. Bei der 30-Jährigen wurde bereits in der Kindheit rheumatoide Arthritis festgestellt. Die Modedesignerin hat sich von ihrem beruflichen Weg jedoch durch die Erkrankung nicht abbringen lassen. „Ich habe sozusagen meinen Traumjob gefunden und bin in der glücklichen Lage, einen verständnisvollen Vorgesetzten und ein kollegiales Team um mich zu haben“, berichtet sie. Bereits seit vier Jahren ist sie als Fachberaterin für Herrenmaßkonfektionen bei der XUITS GmbH tätig. Ein abwechslungsreicher Arbeitsplatz, der kein stundenlanges Sitzen am Computer verlangt, ermöglicht ihr die berufliche Entfaltung.

Gemeinsame Leistung von Arbeitgeber und -nehmer

Vielfältige Krankheits- und Berufsbilder sowie Lösungswege für die berufliche Integration spiegelt der RheumaPreis wider. Ganz bewusst werden mit der Auszeichnung der Arbeitnehmer und sein Arbeitgeber als Team bedacht. Schließlich sind beide Seiten gefragt, wenn es darum geht, die passenden Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz zu schaffen. „Zu unseren Grundwerten gehört es, den Menschen in seiner Gesamtheit aus Körper, Geist und Seele in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen. Unser Ziel ist es, diese Haltung in die Gestaltung unserer Betriebs- und Führungskultur sowie unserer Arbeitsplätze zu integrieren“, erläutert Johannes Prahl, Leiter der Mitarbeiterentwicklung der GLS Bank in Bochum, seine Sicht als einer der prämierten Arbeitgeber. Bei seinem Mitarbeiter Udo Lücke sind Morbus Bechterew, rheumatoide Arthritis und Psoriasis-Arthritis diagnostiziert. Er ist gegenüber seinem Arbeitgeber von Anfang an ehrlich mit der Krankheit umgegangen und erfährt volle Unterstützung.

Arbeitsfähigkeit von Menschen mit Rheuma fördern

Für Offenheit plädiert auch Preisträgerin Kazal Yasen: „Ich möchte allen Rheuma-Patienten Mut machen, sich nicht zu verstecken, sondern ehrlich und offen mit der Krankheit umzugehen.“ Die 54-jährige Sprachmittlerin und pädagogische Assistentin für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund arbeitet bei der Arbeiterwohlfahrt e. V. in Schleswig-Holstein. Eine rheumatische Erkrankung kann die Arbeitsfähigkeit stark beeinflussen. So müssen etwa 12 % der Erwerbstätigen mit rheumatoider Arthritis in den ersten fünf Jahren ihrer Erkrankung den Beruf aufgeben. Nach mehr als zehn Jahren sind es sogar 40 %. Dabei können in vielen Fällen eine rheumagerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes oder andere Anpassungen den Fortbestand der Erwerbsfähigkeit erleichtern. Ziel der Initiative RheumaPreis ist es, zu einem Wandel der öffentlichen Wahrnehmung beizutragen und Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen zu motivieren, die berufliche Situation von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zu verbessern. Weitere Informationen zum RheumaPreis und den Preisträgern gibt es auf der Internetseite www.rheumapreis.de.