3. Dezember 2020

RheumaPreis 2020 verliehen: Gemeinsam AufRheumen am Arbeitsplatz

Neue Wege gehen und Alternativen finden, was in vielen Fällen für das Berufsleben mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung gilt, trifft dieses Jahr auch auf die Verleihung des RheumaPreises zu. Die Corona-Pandemie machte einer feierlichen Preisverleihung zwar einen Strich durch die Rechnung, die Preisträgerinnen erhielten selbstverständlich trotzdem ihre Auszeichnung. Ein Grußwort der Schirmherrin wurde per Video und die Gratulation durch die Partner der Initiative ebenfalls zunächst auf digitalem Wege übermittelt. Die Feier zur Preisverleihung wird 2021 nachgeholt.

„Gemeinsam AufRheumen am Arbeitsplatz“ lautete das Motto des RheumaPreises 2020. Dessen Ziel ist es, über das Thema Rheuma im Beruf aufzuklären und zu mehr Offenheit im Umgang mit der Erkrankung zu ermutigen. Geehrt wurden in diesem Jahr zwei Arbeitnehmerinnen und eine Selbstständige für ihren erfolgreichen Weg mit einer rheumatischen Erkrankung am Arbeitsplatz. Gemeinsam haben die Preisträgerinnen, dass sie fest im Berufsleben stehen, offen mit der Krankheit umgehen und damit anderen Betroffenen Mut machen. Wie sie das erreicht haben, ist sehr unterschiedlich. Damit sind sie ein schönes Beispiel dafür, wie viele verschiedene Möglichkeiten es für einen positiven Umgang mit Rheuma am Arbeitsplatz gibt.

Mona Heyen: „Ich möchte meine positiven Erfahrungen weitergeben.“

Mona Heyen ist eine der drei Preisträgerinnen des RheumaPreises 2020. Sie erhielt vor fünf Jahren die Diagnose rheumatoide Arthritis und Psoriasis-Arthritis. Sie ist als Bilanzbuchhalterin tätig. Bei ihrem Arbeitgeber, der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim, war sie damit nicht nur medizinisch gut aufgehoben. Ihr Arbeitgeber bewies Flexibilität im Umgang mit der Erkrankung, etwa wenn Arzttermine während der Arbeitszeit wahrgenommen werden mussten. Eine angepasste Ausstattung des Arbeitsplatzes, unter anderem mit höhenverstellbarem Schreibtisch, erleichtert die Tätigkeit mit der chronischen Erkrankung. Ihre verantwortungsvolle Position kann sie weiter in Vollzeit ausüben.

Carolina Iazzetta Alves: „Sprecht offen über eure Erkrankung und habt positive, motivierende Beispiele anderer Betroffener vor Augen.“

Carolina Iazzetta Alves zählt ebenfalls zu den Preisträgerinnen in diesem Jahr. Die selbstständige Übersetzerin hat ihr Berufsleben, nachdem sie 2018 die Diagnose systemischer Lupus erythematodes erhielt, komplett neu geordnet. Ihren Wunsch, neben der Übersetzungstätigkeit als Yogalehrerin zu arbeiten, musste sie aufgeben. Sie konzentrierte sich auf die Übersetzungen und erweiterte ihre Tätigkeit in diesem Bereich. Beim selbstständigen Arbeiten kann sie flexibel damit umgehen, wenn sie einen Krankheitsschub hat. Ihr berufliches Netzwerk und der offene Umgang mit der Erkrankung Kunden gegenüber helfen ihr dabei. „Das Arbeiten hat mir Kraft gegeben und das Gefühl, wieder etwas Kontrolle über mein Leben zu haben“, betont sie.

Julia Jacobi: „Verliert nie den Mut und die Wertschätzung für euch selbst! Ihr bestimmt euer Leben!“

Rheumatoide Arthritis und Fibromyalgie lautet die Diagnose der dritten Preisträgerin. Auch in ihrem Beruf war das ein schwerer Schlag für Julia Jacobi, denn ihre Tätigkeit als Rettungssanitäterin konnte sie nicht weiter ausüben. In ihrem Umfeld musste sie mit Skepsis und Unwissen in Bezug auf ihre gesundheitliche Situation umgehen. Doch sie ließ sich nicht entmutigen und suchte trotz aller Herausforderungen eine neue Arbeitsstelle. Dabei ging sie sehr offen mit ihrer Erkrankung um, was ihren heutigen Arbeitgeber, die MEDICLIN Kliniken Bad Wildungen, unter anderem überzeugte. Dort ist sie heute als Kodierkraft angestellt. Nicht nur die ergonomische Ausstattung ihres Arbeitsplatzes sind eine Unterstützung, auch die positive Einstellung und die Wertschätzung ihres Arbeitsteams.