15. März 2019

Risiko RS-Virus: Frühchen besonders gefährdet

Bis in den April hinein hat das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RS-Virus, Hochsaison. Laut Robert-Koch-Institut ist es für Babys und Kleinkinder der bedeutendste Erreger von Atemwegsinfektionen. Frühgeborene sowie Kleinkinder mit Lungenerkrankungen und angeborenen Herzfehlern tragen ein besonders hohes Risiko, sich zu infizieren. Wandert das Virus in die unteren Atemwege, kann es sogar zu einer Entzündung der Lunge oder der kleinsten Bronchien (Bronchiolitis) kommen. Die Infektionsprophylaxe ist daher von großer Bedeutung, Hygiene- und Schutzmaßnahmen helfen.

Wie viele andere Krankheitserreger, gelangt das RS-Virus hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion in den Körper. Niest oder hustet ein Erkrankter, verteilen sich die Erreger in der Luft und können von anderen Menschen eingeatmet werden. Da die Abwehrkräfte von Babys und Kleinkindern noch nicht voll ausgebildet sind, stecken sie sich deutlich leichter an als Erwachsene. 90 Prozent der Kleinen bekommen in den ersten beiden Lebensjahren eine RSV-Infektion, unter Umständen auch mehrmals. Sie erkranken zudem oft schwerer an dadurch ausgelöste Atemwegserkrankungen als Erwachsene.

Erste Anzeichen für schwere Verläufe erkennen

Bei gesunden Kindern und Erwachsenen verläuft die Infektion meist harmlos, ein leichter Schnupfen ist typisch. Anders sieht es bei Frühgeborenen sowie Kleinkindern mit Lungenerkrankungen und angeborenen Herzfehlern aus: Sie haben ein deutlich höheres Risiko für einen schweren Infektionsverlauf. Gelangt das Virus in die unteren Atemwege, kann es dort zu einer Entzündung der Bronchien oder der Lunge insgesamt kommen. Zu den ersten Anzeichen dafür zählen Husten – mit Schleimbildung –, Schwierigkeiten beim Atmen und pfeifende oder knisternde Atemgeräusche. Oft ist dann eine Behandlung im Krankenhaus nötig. Unter Umständen kann es zudem zu Spätfolgen kommen, wie eine Überempfindlichkeit der Atemwege oder asthmaähnliche Symptome.

Gründe für ein erhöhtes Ansteckungsrisiko
Bei Frühchen sind die Lunge und das Immunsystem häufig noch nicht vollständig entwickelt, zudem wurden die schützenden Antikörper von der Mutter nicht vollständig auf das Kind übertragen. Dies geschieht hauptsächlich im letzten Drittel der Schwangerschaft. Bei einer Erkrankung der Lunge ist das erhöhte Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in vielen Fällen darauf zurückzuführen, dass die Aufnahme von Sauerstoff über die Lunge eingeschränkt ist, bei angeborenen Herzfehlern sind die Herz- oder herznahe Blutgefäße meist nur eingeschränkt funktionstüchtig.

Ansteckungsrisiko minimieren

Bei einer akuten RSV-Infektion gibt es bis heute keine Therapie, die die Ursache der Erkrankung bekämpft. Doch schon einfache Hygiene- und Schutzmaßnahmen helfen, das Infektionsrisiko bei den Kleinen zu mindern:

  • Vor jedem Kontakt mit Säuglingen und Kleinkindern die Hände gründlich mit Seife und warmem Wasser waschen. Auch Freunde, Großeltern und Geschwister darum bitten.
  • Das RSV kann auf Oberflächen mehrere Stunden überleben. Daher stets alle Dinge, mit denen das Kind in Berührung kommt, sauber halten – vom Tisch über Fläschchen bis hin zum Spielzeug.
  • So wenig wie möglich an Orten aufhalten, wo viele Menschen zusammenkommen, etwa Busse, Bahnen und Geschäfte. Dort können immer auch erkältete Menschen sein.
  • Ein Geschwisterchen oder die Oma haben Schnupfen? Lieber den Kontakt meiden.
  • Nicht in Gegenwart eines Kindes rauchen.

Für Kinder, die zu einer der Risikogruppen gehören, gibt es neben diesen Hygiene- und Schutzmaßnahmen eine weitere Möglichkeit, das Ansteckungsrisiko zu minimieren: Mit der sogenannten passiven Immunisierung; spezielle Antikörper helfen dem Körper bei der Abwehr von RSV. Um zu erfahren, ob ihr Kind für eine Prophylaxe in Frage kommt, sollten sich Eltern an den Kinderarzt wenden. Umfangreiche Informationen rund um das Virus finden Sie zudem auf dieser Webseite.