16. Januar 2018

Schuppenflechte: Aktionsbündnis gegen Stigmatisierung

Menschen mit Psoriasis und anderen Hautkrankheiten bekommen im Alltag auch heute noch viele Vorurteile und häufig Ablehnung zu spüren. Das von Hautärzten und Patienten gegründete „Aktionsbündnis gegen Stigmatisierung“ hat das Ziel, dagegen vorzugehen. Es setzt sich für eine bessere gesellschaftliche Akzeptanz von Hautkrankheiten wie Schuppenflechte ein. Unterstützt wird das Anliegen der Initiative auch vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Das Aktionsbündnis gegen Stigmatisierung hat bereits einen Maßnahmenkatalog verabschiedet, der dem BMG als Projektantrag vorliegt. Die wissenschaftlich gestützten und begleiteten Projekte sollen ab 2018 über einen Zeitraum von zwei Jahren umgesetzt und ausgewertet werden.

Vorurteile gegen Psoriasis: Umfrage bestätigt Handlungsbedarf

Wie dringend es ist, etwas gegen die Stigmatisierung von Menschen mit Schuppenflechte zu unternehmen, bestätigen auch die Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage. Sie wurde vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und dem Förderverein der bundesweiten Psoriasisnetze (PsoNet) in Auftrag gegeben. Ziel war es, herauszufinden, wie Schuppenflechte in der Bevölkerung wahrgenommen wird. Mehr als 2.000 Menschen in ganz Deutschland wurden dafür befragt. Die Umfrage deckt Irrtümer auf: So glaubten fast 10 % der Teilnehmer, dass die Erkrankung ansteckend ist. Etwa 15 % wussten nicht, was Schuppenflechte ist und der Begriff „Psoriasis“ war sogar bei ca. 75 % der Befragten unbekannt. Auch im Umgang mit Betroffenen wurden Vorbehalte deutlich: Etwa 25 % möchten einem Menschen mit Schuppenflechte nicht die Hand geben. Ziel des Aktionsbündnisses gegen Stigmatisierung ist es, Vorurteile gegen Schuppenflechte abzubauen und dafür zu sorgen, dass sichtbare Hauterkrankungen in der Gesellschaft akzeptiert werden.

WHO ruft auf, Diskriminierung bei Psoriasis zu bekämpfen

Das Aktionsbündnis gegen Stigmatisierung kommt auch einem Appell der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach. Sie hat mit einer Resolution alle Mitgliedsstaaten aufgefordert, Diskriminierung bei Psoriasis zu bekämpfen. Mit der Resolution wurde die Schuppenflechte als fünfte nicht infektiöse Krankheit neben Diabetes, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie Krebs in die Liste der besonders unterstützenswerten Erkrankungen aufgenommen. In einem globalen Report zur Schuppenflechte hat die WHO darüber hinaus die weltweite Situation zur Psoriasis umfassend analysiert und Empfehlungen für die Verbesserung der Situation gegeben.