12. Juni 2018

Schuppenflechte und Gelenke: Psoriasis-Arthritis erkennen

Schuppenflechte ist keine reine Hauterkrankung. Obwohl sich die auffälligsten Beschwerden – die Plaques – auf der Haut zeigen, zählt Psoriasis zu den sogenannten chronisch-entzündlichen Systemerkrankungen. Das bedeutet, dass auch andere Körperbereiche von der Entzündung betroffen sein können. Ein Beispiel dafür, dass Psoriasis auch tiefer geht, sind Veränderungen an den Gelenken. Etwa ein Drittel der Menschen mit Schuppenflechte entwickelt im Laufe der Zeit Gelenkbeschwerden. Sind sowohl Haut als auch Gelenke von der Entzündung betroffen, spricht man von Psoriasis-Arthritis. Bei einer Gelenkbeteiligung ist es besonders wichtig, dass die Entzündung frühzeitig erkannt wird. Unbehandelt kann die Entzündung bleibende Schäden an den Gelenken verursachen. Wenn Sie Schuppenflechte haben und Gelenkprobleme bemerken, sollten Sie daher umgehend Ihren behandelnden Hautarzt oder einen Rheumatologen aufsuchen.

Typisch: Symptome an Nägeln, Sehnen oder Kopfhaut

Einige typische Merkmale von Psoriasis-Arthritis können helfen, die Erkrankung aufzudecken. So ist die Wahrscheinlichkeit, auch Probleme mit den Gelenken zu bekommen, besonders hoch, wenn die Hautveränderungen der Psoriasis stark ausgeprägt sind. Auch bei Plaques an der Kopfhaut oder in der Analfalte kommt es häufiger zur Psoriasis-Arthritis. Die Gelenkentzündung beginnt oft an den kleinen Gelenken der Finger und Zehen. Schmerzen, Schwellungen oder auch Steifigkeit sind die Folge. Typisch ist zudem, dass mehrere Gelenke zugleich entzündet sind. Schwellen gleichzeitig alle Gelenke eines Fingers oder Zehs an, nennt sich das Daktylitis. Auch dieses Phänomen kann bei Psoriasis-Arthritis auftreten. Doch nicht nur die Gelenke selbst, auch die Sehnen können in Mitleidenschaft gezogen werden: Bei der sogenannten Enthesitis entzünden sich die Sehnenansätze.

Die Nägel spielen bei Psoriasis-Arthritis eine weitere wichtige Rolle: Etwa 50 % der Menschen mit Schuppenflechte haben auch eine Nagelpsoriasis. Bei Psoriasis-Arthritis kommen Nagelveränderungen in etwa 80 % der Fälle vor. Treten Nagelveränderungen zusammen mit Gelenkbeschwerden auf, kann das daher ein Hinweis auf eine unentdeckte Psoriasis-Arthritis sein.

Systemische Erkrankung – systemische Therapie?

Die Psoriasis-Arthritis verdeutlicht, dass es sich bei Schuppenflechte nicht um eine reine Hauterkrankung handelt. Diese Tatsache spielt auch bei der Behandlung eine wichtige Rolle. Bei leichten Formen der Schuppenflechte kommt eine äußerliche (topische) Therapie infrage. Salben, Cremes oder Lotionen werden direkt auf die betroffene Hautpartie aufgetragen und wirken auch an dieser Stelle. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kommen innerliche (systemische) Medikamente zum Einsatz. Sie beeinflussen direkt den Entzündungsprozess und dadurch die Aktivität der Schuppenflechte. Einige der systemischen Therapien wirken daher auch bei Psoriasis-Arthritis. Generell wird die Behandlung der Schuppenflechte immer individuell ausgewählt. Bei Psoriasis-Arthritis ist es entscheidend, dass die Therapie sowohl gegen die Haut- als auch gegen die Gelenkbeschwerden wirkt. Heilbar sind Schuppenflechte wie auch Psoriasis-Arthritis nicht. Es gibt jedoch eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, mit denen sich die Erkrankungen gut kontrollieren lassen.