24. August 2015

Ernährung ist Lebensqualität (Teil 3)

Der dritte und letzte Teil unserer Serie „Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen“ (CED) beschäftigt sich mit dem Aspekt der Lebensqualität. Hier lesen Sie, wie Sie mit der richtigen Ernährung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Ihre Lebensqualität positiv beeinflussen können.

Beschwerdefreie Zeit ausdehnen

Körperliches Wohlbefinden ist die Grundlage für ein Maximum an Lebensqualität. Je besser Sie sich fühlen, umso mehr können Sie das Leben genießen. Daher ist es für Menschen mit CED wichtig, die schubfreien Phasen so weit wie möglich auszudehnen. Man geht davon aus, dass durch die Ernährung weder die Erkrankungen Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa noch ein akuter Krankheitsschub verhindert werden können. Professor Dr. Jost Langhorst, Leiter des Zentrums für Integrative Gastroenterologie der Kliniken Essen-Mitte und Ernährungsexperte beim Crohn & Colitis-Tag 2014, ist jedoch davon überzeugt, dass die Ernährung eine große Bedeutung hat, wenn es darum geht, die beschwerdefreien Phasen zu verlängern. Er geht davon aus, dass durch eine entsprechende Ernährung einem eventuellen CED-Schub vorgebeugt und damit der Allgemeinzustand der Betroffenen verbessert werden kann.

Nahrungsmittel mit antientzündlicher Wirkung

Neben Nahrungsmitteln, die Menschen mit CED individuell besonders gut bekommen, sollten laut Langhorst auch Ernährungskomponenten auf dem Speiseplan stehen, die eine antientzündliche Wirkung haben und das Immunsystem des Darms und damit die Barrierefunktion der Darmschleimhaut stärken. Erfahrungen und verschiedene Studien deuten darauf hin, dass eine mediterrane Vollwertkost mit viel frischem Gemüse und Fisch sowie wenig Fleisch und Wurst besonders empfehlenswert sei: „Sie gewährleistet eine optimale Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Omega-3-Fettsäuren, enthält viele antientzündliche Stoffe und wenig tierische Fette“, so Langhorst.

Bedeutung der Fette

Die richtigen Fette spielen eine wichtige Rolle für eine ausgewogene Ernährung und sollten daher auf keinem Speiseplan fehlen. Doch welche Fette sind für den Körper wichtig und welche können eher negativen Einfluss auf die Gesundheit haben? Ernährungsexperten empfehlen besonders Omega-3-Fettsäuren, die häufig in Fischölen vorkommen. „Seefisch wie Lachs, Makrele, Hering oder Sardine sollte, wenn er gut vertragen wird, ein oder zwei Mal in der Woche auf dem Speiseplan stehen. Auch Raps-, Walnuss-, Lein- und Sojaöl bilden eine wichtige Quelle für Omega-3-Fettsäuren – und auch Olivenöl enthält antientzündliche Stoffe“, rät Langhorst. Entzündungsfördernde Fettsäuren finden sich dagegen in Fleisch und Wurst sowie in Sonnenblumen-, Distel- und Maiskeimöl. Diese Lebensmittel sollten daher eher selten auf den Tisch kommen.

Quellen:

  1. www.crohn-colitis-tag.de