6. November 2015

Rheuma bei Kindern und Jugendlichen – Wie erkennen? (Teil 2)

Rheuma bei Kindern und Jugendlichen hat viele Gesichter. Alle Arten haben eines gemeinsam: Sie sollten frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Woran Sie Gelenkrheuma bei Kindern erkennen können und warum eine rasche Behandlung so wichtig ist, lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie „Rheuma bei Kindern und Jugendlichen“.

Richtige Diagnose für rasche Behandlung

Eine juvenile idiopathische Arthritis (JIA) beginnt meist schleichend. Das macht es unter Umständen schwierig, frühzeitig die richtige Diagnose zu stellen. Gerade die ist jedoch die Voraussetzung für eine rasche und gezielte Therapie. Denn unbehandelt führt eine chronische Entzündung im Gelenk zu einer Wucherung der Gelenkinnenhaut. Diese kann Knochen und Knorpel angreifen. Darüber hinaus kommt es zu einer übermäßigen Bildung von Gelenkflüssigkeit, die das Gelenk anschwellen lässt. In der Folge wird es heiß und schmerzt, die Bewegungsfähigkeit ist eingeschränkt. Das kann die Gelenke dauerhaft schädigen. Besonders schwere Verläufe von JIA können unter Umständen zu Wachstumsstörungen führen. Je eher mit einer zielgerichteten Behandlung begonnen werden kann, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, bleibende Schäden zu verhindern und die Krankheit, auch langfristig, zum Stillstand zu bringen.

Veränderungen am Kind wahrnehmen

Für Kinder ist es oftmals nicht leicht, Veränderungen am eigenen Körper wahrzunehmen und richtig einzuordnen. Vor allem Kleinkinder sind häufig nicht in der Lage, Schmerzen zu äußern oder zu lokalisieren. In den meisten Fällen sind es daher die Eltern, die erste Anzeichen für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung an ihren Kindern feststellen. Ist beispielsweise ein Gelenk ohne vorausgegangenen Unfall angeschwollen und fühlt sich heiß an oder nimmt ein Kind auch in Ruhesituationen eine Schonhaltung ein, können das erste Hinweise sein. Auch Bewegungsveränderungen, wie beispielsweise Humpeln oder das Nachziehen eines Beins, können darauf hindeuten. Vielleicht schläft das Kind unruhig, erwacht häufig beim Umdrehen oder aufgrund von Schmerzen. Bei kleinen Kindern fällt oft auf, dass sie nicht mehr laufen und lieber getragen werden wollen. Vor allem am Morgen brauchen viele Kinder mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sehr lange zum Anziehen oder Treppensteigen. Ursache dafür ist die charakteristische Morgensteifigkeit. Wichtige Hinweise können auch Augenentzündungen oder Fieberschübe beim Kind sowie Fälle von Schuppenflechte in der Familie sein. Sollten Sie diese oder ähnliche Veränderungen bei Ihrem Kind feststellen, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Er kann entsprechende Untersuchungen durchführen und Sie gegebenenfalls zur weiteren Behandlung an einen Kinder- und Jugendrheumatologen, einen Facharzt für rheumatische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, verweisen.

Wie gut sich Gelenkrheuma bei Kindern heute behandeln lässt, lesen Sie in der Fortsetzung unserer Reihe.