1. Dezember 2015

Rheuma bei Kindern und Jugendlichen – Bewegung ist wichtig (Teil 7)

Bewegung tut gut: Das gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche mit einer juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA). Warum Sport und regelmäßige Bewegung aber gerade bei einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung wichtig sind und was Sie beim Thema Schulsport beachten sollten, lesen Sie im siebten Teil unserer Reihe „Rheuma bei Kindern und Jugendlichen“.

Eigene Grenzen austesten, Selbstvertrauen gewinnen

Kinder haben von Natur aus einen enormen Bewegungsdrang. Beim Sport oder beim gemeinsamen Toben mit Gleichaltrigen lernen sie, eigene Grenzen auszutesten und Selbstvertrauen aufzubauen. Für Kinder und Jugendliche mit JIA kommt der regelmäßigen Bewegung eine weitere wichtige Bedeutung zu: Sie ist ein wichtiger Baustein der JIA-Therapie, kann die Beweglichkeit betroffener Gelenke erhalten und sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Zudem stärkt Sport die Muskulatur, trainiert Koordination und Gleichgewicht und beugt einer Verkürzung der Sehnen vor.

Besonderheit Schulsport

So wichtig Sport und Bewegung auch sind, sollte auch immer darauf geachtet werden, die Gelenke nicht zusätzlich zu belasten. Stoß- und Stauchbelastungen, Hüpfen, Springen oder Laufen sind beispielsweise für Kinder und Jugendliche mit JIA meist weniger gut geeignet. Liegt eine akute Entzündung vor, sollte aktive Bewegung eher vermieden werden. Betroffene Kinder können dann beispielsweise vom Schulsport befreit werden. Geht die Entzündung zurück, kann das Kind nach Rücksprache mit dem behandelnden Kinderrheumatologen und dem Lehrer wieder am Schulsport teilnehmen. Eventuell kann diese Teilnahme ohne Benotung erfolgen. Auch sollten Übungen, die die Gelenke besonders beanspruchen, ausgenommen werden. Bedenken Sie auch, dass sich manchmal bereits das Sitzen in der kalten Halle sowie die Hilfestellung für Mitschüler negativ auf die Gelenke auswirken können. Nach Absprache mit der Schulleitung kann der Schulsport möglicherweise an den Beginn oder das Ende des Unterrichts gelegt werden. So können betroffene Kinder und Jugendliche diese Zeit in akuten Krankheitsphasen unter Umständen für Arztbesuche oder Physiotherapie nutzen.

Welche Sportarten für Kinder und Jugendliche mit Rheuma besonders gut geeignet sind, erfahren Sie im nächsten und zugleich letzten Teil unserer Serie.