6. Dezember 2015

Rheuma bei Kindern und Jugendlichen – Gelenkfreundliche Sportarten (Teil 8)

Wie wichtig regelmäßige Bewegung für Kinder und Jugendliche mit einer juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) ist, konnten Sie im vorhergehenden Teil unserer Reihe „Rheuma bei Kindern und Jugendlichen“ lesen. Im achten und letzten Teil stellen wir Ihnen nun einige Sportarten vor, die für Betroffene besonders gut geeignet sind.

Bewegen ja, überlasten nein

Generell gibt es keine Sportart, die Kinder und Jugendliche mit JIA nicht ausüben dürfen. Es macht vielen Kindern Spaß, sich in verschiedenen Richtungen auszuprobieren und eigene Talente und Vorlieben zu entdecken. Allerdings sollte darauf geachtet werden, betroffene Gelenke nicht zu überlasten. Spezielle Bandagen für die jeweiligen Gelenke können bei leichten Beschwerden unterstützend wirken. Sprechen Sie den Physiotherapeuten Ihres Kindes darauf an. Er und der behandelnde Kinderrheumatologe können Sie auch dazu beraten, welche Sportarten für Ihr Kind geeignet sind und welche eher nicht.

Talente und Interessen entdecken

Versuchen Sie im gemeinsamen Gespräch mit Ihrem Kind herauszufinden, wo seine Interessen liegen und ermutigen Sie es auch dazu, einmal etwas Neues auszuprobieren. Grundsätzlich sind die Sportarten gut geeignet, die Koordination und Körperbeherrschung fördern. Ein hoher Kraftaufwand sowie schnelle Start- und Stoppbewegungen sollten möglichst vermieden werden. Es gibt eine Reihe verschiedener Sportarten, die den Körper ganzheitlich trainieren, ohne dabei die Gelenke zu überlasten. Hierzu zählen beispielsweise Aquagymnastik oder Schwimmen. Viele Betroffene fühlen sich im Wasser besonders wohl und können sich dort schmerzfrei bewegen. Beim therapeutischen Reiten können sich die weichen Bewegungen der Pferde positiv auf die Gelenke auswirken. Körperhaltung, Muskelspannung und verschiedene Bewegungsabläufe werden so trainiert, die Gelenke umfassend und schonend bewegt. Auch Tanzen, Gymnastik, Radfahren im Sommer oder Skilanglauf im Winter gelten ebenfalls als gelenkschonend. Falls Ihr Kind eher Ballspiele wie Fußball, Volleyball oder Basketball bevorzugt, ist es nicht nötig, mit Verboten zu reagieren. Suchen Sie stattdessen nach Kompromissen. Schon kleine Abwandlungen, wie beispielsweise die Verwendung von Softbällen, niedrigere Netze oder kleinere Spielfelder können die Belastung für die Gelenke mindern. Beim Spiel in der Gruppe werden nicht nur Kommunikation und Interaktion trainiert, sondern auch Koordination und Feinmotorik.