6. Oktober 2016

Komorbidität bei rheumatischen Erkrankungen – Was ist das? (Teil 1)

Rheumatische Erkrankungen können verschiedene Gelenke, Knochen, Muskeln, Sehnen oder auch die Wirbelsäule betreffen. Manchmal zeigen sich jedoch auch über den Bewegungsapparat hinaus Beschwerden. Ursache dafür können Erkrankungen sein, die mit der entzündlich-rheumatischen Erkrankung einhergehen. Die Rede ist von Komorbidität oder Begleiterkrankungen. Mehr dazu erfahren Sie in unserer Serie „Komorbidität bei rheumatischen Erkrankungen“.

Was ist eine Komorbidität?

Unter einer Komorbidität versteht man eine oder mehrere Erkrankungen, die zusätzlich zu einer Grunderkrankung auftreten können. Das Krankheitsbild der Begleiterkrankung lässt sich in der Diagnose meist klar von der Grunderkrankung abgrenzen.

Welche Faktoren haben Einfluss auf Begleiterkrankungen bei rheumatischen Erkrankungen?

Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind mehrere dieser Begleiterkrankungen bekannt. Sie können maßgeblichen Einfluss auf den Verlauf und die Behandlung haben. Ob und in welcher Häufigkeit eine Komorbidität auftritt, hängt sowohl mit dem Alter der Betroffenen als auch mit der Erkrankungsdauer zusammen. Eine Analyse von mehreren großen Beobachtungsstudien* hat zudem gezeigt, dass es in der Art und Ausprägung von Begleiterkrankungen bei rheumatischen Erkrankungen Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Frauen mit einer rheumatoiden Arthritis erkranken häufiger an Depressionen, Fibromyalgie und einer Schilddrüsenunterfunktion. Männer mit einer rheumatoiden Arthritis dagegen sind anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes*. Begleiterkrankungen bei rheumatischen Erkrankungen sollten von einem entsprechenden Spezialisten versorgt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Rheumatologen, er kann Sie an einen zuständigen Facharzt verweisen. Die konsequente und langfristige Behandlung der entzündlich-rheumatischen Grunderkrankung kann sich auch positiv auf die Beschwerden der Begleiterkrankung auswirken.

Welche Erkrankungen häufig mit rheumatischen Erkrankungen einhergehen, lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie.

Mehr Informationen zum Thema Komorbidität bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen finden Sie auch in der Broschüre „Begleiterkrankungen erkennen, vorbeugen und behandeln“.

Quelle: *Albrecht, K.: Gender-spezifische Unterschiede der Komorbidität bei rheumatoider Arthritis. Zeitschrift für Rheumathologie. 2014 Sep, 73(7): 607–614. Published online: www.link.springer.com