18. Mai 2017

Chronisch-entzündliche Hauterkrankung ohne Altersgrenze (Teil 1)

In Deutschland leben etwa 1,6 Millionen Menschen mit einer Schuppenflechte. Ein Drittel aller Betroffenen ist bereits seit dem Kindesalter erkrankt. Schon bei Säuglingen und Kleinkindern kann die chronisch-entzündliche Hauterkrankung auftreten. Mehr zum Thema „Schuppenflechte bei Kindern“ lesen Sie in unserer gleichnamigen Serie.

Unterschiede zur Schuppenflechte bei Erwachsenen

Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris). Charakteristisch für diese Art sind die sogenannten Plaques. Das sind rote, scharf begrenzte Hautstellen, die sich meist von der umgebenden Haut abheben und mit glänzenden weißen Schuppen bedeckt sind. Bei Kindern zeigt sich diese Form der Schuppenflechte oft etwas anders als bei Erwachsenen. So können unter anderem neben typischen Körperstellen wie Kopfhaut, Knie und Ellenbogen auch Körperfalten wie Achseln oder Gesäßfalten sowie das Gesicht betroffen sein. Die Schuppung und Verdickung der Plaques sind bei Kindern meist weniger stark ausgeprägt als bei Erwachsenen.

Verschiedene Formen der Schuppenflechte

Eine weitere Form der Schuppenflechte bei Kindern ist die Windelpsoriasis, die sich hauptsächlich im Windelbereich zeigt. Vor allem Säuglinge sind davon betroffen. Weitere Arten sind unter anderem die tropfenförmige Schuppenflechte (Psoriasis guttata), die mit sehr kleinen Herden an Rumpf und Armen einhergeht, sowie die seltenere pustelförmige Psoriasis (Psoriasis pustulosa). Kleine Eiterbläschen auf geröteten Hautpartien sind für diese Form charakteristisch. Darüber hinaus kann eine Schuppenflechte auch Nägel oder Gelenke betreffen. Dann spricht man von einer Nagelpsoriasis bzw. einer Psoriasis-Arthritis.

Verwechslung mit anderen Hauterkrankungen

Da sich die Schuppenflechte bei Kindern stark von der Erscheinungsform bei Erwachsenen unterscheiden kann, ist es oftmals nicht einfach, auf Anhieb zur richtigen Diagnose zu gelangen. Darüber hinaus kann eine Schuppenflechte bei Kindern auch leicht mit anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Hautentzündungen, Windeldermatitis oder – besonders häufig – Pilzerkrankungen, verwechselt werden. Um eventuellen Verwechslungen vorzubeugen, ist es wichtig, dass Betroffene dem behandelnden Arzt ihre Symptome genau und umfassend beschreiben. Wie Sie sich und Ihr Kind auf ein solches Gespräch vorbereiten können, erfahren Sie hier. Der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Diagnose und Behandlung einer Schuppenflechte bei Kindern geht, ist der Hautarzt (Dermatologe). Er kann Ihnen alle Fragen zum Thema Schuppenflechte bei Kindern beantworten und Sie zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten beraten.

Im nächsten Teil unserer Reihe lesen Sie, wie Eltern ihre Kinder mit Schuppenflechte unterstützen können.

Mehr zum Thema Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen erfahren Sie hier.