29. April 2016

Sportlich mit Hepatitis C – So wirkt Bewegung auf Körper und Psyche (Teil 1)

Sport kann Gesundheit und körperliches Wohlbefinden positiv beeinflussen. Das gilt für Menschen mit Hepatitis C ebenso wie für Gesunde. Denn gegen Sport mit Hepatitis C ist nichts einzuwenden, im Gegenteil. Welche Effekte regelmäßige Bewegung bei Betroffenen haben kann, was es dabei zu beachten gibt und wie sich Sport auf Körper und Psyche auswirkt, lesen Sie in unserer Serie „Sportlich mit Hepatitis C“.

Regelmäßige Bewegung: Immunsystem stärken

Regelmäßige Bewegung hat eine ganze Reihe positiver Effekte: Der Körper wird gestärkt, Kraft und Koordination verbessern sich. Besonders in Bezug auf das Herz-Kreislauf-System zeigt körperliche Aktivität große Wirkung. Darüber hinaus kurbelt Sport Atmung und Stoffwechsel an und kann das Immunsystem stärken. Das Immunsystem ist ein körpereigenes Abwehrsystem. Es ist für die Abwehr von Eindringlingen, wie beispielsweise Viren oder Bakterien, zuständig und schützt so vor Infektionen. Von einer Stärkung dieser körpereigenen Abwehr profitieren Menschen mit einer chronischen Erkrankung, wie beispielsweise Hepatitis C, in besonderem Maße, da ihr Immunsystem durch die Erkrankung geschwächt ist. Durch regelmäßige Bewegung werden zudem zusätzliche Kalorien verbrannt. Bis zu 800 zusätzliche Kilokalorien können, je nach Art und Intensität der Bewegung, in einer Stunde Sport verbraucht werden. Somit kann körperliche Aktivität dazu beitragen, Gewicht zu halten oder zu reduzieren. Letzteres kann bei übergewichtigen Menschen mit einer chronischen Leberentzündung zu einer Verbesserung der Leberwerte führen. Jedoch sollte beim Sport nicht der Kalorienverbrauch, sondern in erster Linie immer der Spaß an der Bewegung im Mittelpunkt stehen.

Sport gegen psychische Beschwerden bei Hepatitis C

Die Diagnose Hepatitis C wirft häufig Fragen auf, die verunsichern können. Die neue Situation, die Reaktion nahestehender Menschen sowie mögliche Folgen für die eigene Lebensplanung sind nur einige Themen, die viele Betroffene beschäftigen. Einige Menschen mit Hepatitis C kommen damit nicht gut zurecht. Das kann unter Umständen psychische Beschwerden bei Hepatitis C nach sich ziehen. Eine jüngst veröffentlichte Studie* zeigt, dass psychische Beschwerden bei Hepatitis C häufig auch nach einer erfolgreichen Therapie bestehen bleiben können. Sport kann eine gute Methode sein, gegen psychische Beschwerden vorzugehen. Die positiven Auswirkungen von Sport auf die Psyche lassen sich medizinisch erklären: Regelmäßiges Training verbessert die Durchblutung, was entspannend auf das vegetative, also das nicht willentlich gesteuerte Nervensystem wirkt. Der Körper kommt zur Ruhe, Regenerationsfähigkeit und Konzentration verbessern sich. Stresshormone werden abgebaut und stressige Situationen können leichter gemeistert werden. Im Gehirn findet eine vermehrte Produktion von Glückshormonen statt, die das seelische und körperliche Wohlbefinden steigert.

Regelmäßiges Training bewirkt eine höhere Stresstoleranz und setzt Glückshormone frei. Wie es sich auf Ihr Selbstbewusstsein auswirken kann, lesen Sie in der Fortsetzung unserer Reihe.

Quelle: * Trimborn F. et al.: HCV-Patienten – 12 Jahre nach erfolgreicher antiviraler Therapie: reduzierte leberassoziierte Mortalität und Morbidität, jedoch keine Besserung psychischer Komorbiditäten. Internist 2015; 56(1).
(http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00108-015-3699-7)