21. März 2017

Arzneimittel richtig entsorgen – Verschiedene Wege der Entsorgung (Teil 2)

Eine deutschlandweit einheitliche Regelung zur Arzneimittelentsorgung gibt es nicht. Wie abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente entsorgt werden sollen, geben die jeweiligen Städte und Gemeinden vor. Welche Möglichkeiten der Arzneimittelentsorgung grundsätzlich zur Verfügung stehen, lesen Sie im zweiten und letzten Teil unserer Reihe.

Arzneimittelentsorgung über den Hausmüll

In Deutschland gibt es verschiedene Wege der Arzneimittelentsorgung. Verantwortlich dafür ist die jeweilige Kommune. In vielen Städten und Gemeinden können Medikamente im Restmüll entsorgt werden. Dieser wird meist verbrannt, bevor er auf Deponien gelagert wird. Durch die Verbrennung werden die meisten Schadstoffe weitestgehend zerstört oder unschädlich gemacht. Eventuell vorhandene Reststoffe stellen bei der Deponielagerung keine Gefahr für das Grundwasser dar. Einige wenige Medikamente, wie beispielsweise Zytostatika zur Krebstherapie, dürfen nicht in den Hausmüll und müssen als Sondermüll entsorgt werden. Bei diesen Arzneimitteln findet sich jedoch ein entsprechender Hinweis auf der Packungsbeilage.

Bei der Entsorgung im Hausmüll ist es wichtig, darauf zu achten, dass die weggeworfenen Medikamente nicht in Kinderhände gelangen können. Hier empfiehlt es sich, Arzneimittel nicht obenauf liegen zu lassen, die Mülltüte gut zu verschließen und schnellstmöglich in die Mülltonne zu entsorgen. Gefährliche Gegenstände, wie beispielsweise Spritzen und Kanülen, sollten ausschließlich durchstichsicher verpackt in den Hausmüll gelangen. Für eine umweltbewusste Mülltrennung sollten Pappschachteln und Packungsbeilagen in den Papiermüll und leere Blister in die Wertstoffsammlung gegeben werden.

Alternative Schadstoffmobil oder Recyclinghof

In einigen Kommunen wird der Restmüll nicht verbrannt, sondern mechanisch-biologisch für die Deponielagerung aufbereitet. Der Müll wird dazu unter anderem sortiert, zerkleinert und biologisch abgebaut. Dieses Verfahren kann nicht alle Wirkstoffe vollständig zerstören. Daher empfehlen entsprechende Städte oder Gemeinden andere Wege zur Arzneimittelentsorgung. Dazu zählt beispielsweise die Entsorgung über ein sogenanntes Schadstoffmobil, also eine mobile Schadstoffsammelstelle. Einige Gemeinden betreiben auch Recyclinghöfe, die abgelaufene oder nicht mehr benötigte Arzneimittel entgegennehmen. Apotheken sind heute nicht mehr zur Medikamentenrücknahme verpflichtet. Einige bieten diesen Service jedoch auf freiwilliger Basis an.

Für nähere Informationen zur Arzneimittelentsorgung in Ihrem Wohnort wenden Sie sich bitte an Ihre kommunale Abfallberatung oder erkundigen Sie sich bei Ihrer Apotheke. Einen guten Überblick über die jeweiligen Möglichkeiten vor Ort bietet auch die Internetseite www.arzneimittelentsorgung.de.