24. November 2016

Die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt – Behandlungsoptionen (Teil 2)

Die eine Therapieform, die für jeden Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) geeignet ist, gibt es nicht. Jede CED ist in ihrem Verlauf und ihrer Ausprägung unterschiedlich. Und jeder Betroffene bringt eigene Voraussetzungen in die Behandlung mit ein. Daher ist es nötig, die Therapie individuell auf den jeweiligen Krankheitsverlauf und den Betroffenen abzustimmen. Welche Therapieoptionen wann zur Verfügung stehen und wie Sie Patientenleitlinien im Umgang mit Ihrer Erkrankung unterstützen können, erfahren Sie im zweiten Teil unserer Reihe „Die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt“.

Verschiedene Präparate zur CED-Therapie

Es gibt eine Vielzahl von Medikamenten zur Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. So werden leichte Erkrankungsformen häufig mit Aminosalizylaten behandelt, während bei schwereren Verläufen ein kurzzeitiger Einsatz von Steroiden (Kortisonpräparaten) nötig sein kann. Zur Behandlung einer stark ausgeprägten CED sind u.a. Immunsuppressiva geeignet. Zeigen diese CED-Therapien nicht die gewünschte Wirkung oder werden sie nicht vertragen, können Biologika zur Langzeitbehandlung von mittelschwer bis schwer ausgeprägten Krankheitsverläufen eingesetzt werden. Lässt sich die Erkrankung durch eine medikamentöse Behandlung nicht eindämmen oder kommt es zu Komplikationen, kann unter Umständen auch eine Operation nötig sein. Ihr behandelnder Arzt kann Sie umfassend zu allen Behandlungsoptionen und den jeweiligen möglichen Nebenwirkungen beraten.

Patientenleitlinie: Informationen für Betroffene

Detaillierte Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen geben die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS). Experten verschiedener medizinischer Fachgesellschaften erarbeiten diese Leitlinien auf Basis wissenschaftlicher Veröffentlichungen und praktischer Erfahrungen. Sie richten sich in erster Linie an Ärzte und Naturwissenschaftler. Die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung DCCV e.V. veröffentlicht auf dieser Basis für Betroffene verständliche Versionen, die sogenannten Patientenleitlinien. Diese können Menschen mit CED dabei unterstützen, Untersuchungen oder Behandlungsempfehlungen besser zu verstehen. So sind sie auch besser in der Lage, die Entscheidungen mitzutragen. Darüber hinaus können die Patientenleitlinien eine gute Vorbereitung auf das persönliche Gespräch mit dem behandelnden Arzt sein. Ersatz für einen Arzttermin sind sie aber in keinem Fall.

Wie Sie als Betroffener zum Erfolg einer CED-Therapie beitragen können, lesen Sie in der Fortsetzung unserer Reihe.