7. Juni 2017

Kinder und Jugendliche mit CED – Behandlungsmöglichkeiten (Teil 2)

Eine rasche Diagnose und eine anschließende wirksame Therapie können einer Entwicklungsverzögerung bei Kindern mit Morbus Crohn vorbeugen. Dank moderner Behandlungsmethoden ist es heute möglich, Beschwerden langfristig zu kontrollieren. Einen wichtigen Beitrag zur Therapie von Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen leistet die Ernährungstherapie. Mehr dazu lesen Sie im zweiten Teil unserer Reihe „Kinder und Jugendliche mit CED“.

Ernährungstherapie

Die Ernährungstherapie ist die wichtigste Behandlungsform von Morbus Crohn bei Betroffenen unter 18 Jahren. Die alleinige Ernährung durch Trink- oder Sondennahrung („exclusive enteral nutrition“, EEN) kann die Beschwerden vermindern und das Fortschreiten der Erkrankung stoppen. Dazu werden spezielle Flüssigkeiten mit hoch konzentrierten Nährstoffen verwendet. Diese sollten über vier bis acht Wochen ohne weitere normale Nahrungszufuhr verabreicht werden. Durch eine EEN können ähnlich gute Behandlungsergebnisse erzielt werden wie durch die Gabe von Kortikosteroiden, bei nahezu keinen Nebenwirkungen. Sie kann den Ernährungs- und Wachstumszustand der Kinder verbessern, die Abheilung der Schleimhaut begünstigen und den Knochenstoffwechsel positiv beeinflussen. Eine längerfristige Gabe kann die schubfreie Phase verlängern und damit die Notwendigkeit einer medikamentösen Therapie hinauszögern.

Medikamentöse Behandlung

Zur wirksamen Behandlung von Morbus Crohn bei Kindern stehen heute verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. So können zur medikamentösen Behandlung folgende Präparate eingesetzt werden:

  • Aminosalizylate: Sie wirken entzündungshemmend und eignen sich vor allem zur Behandlung leichterer Verlaufsformen.
  • Kortikosteroide: Sie wirken schnell und stark gegen Entzündungen und kommen bei mittelschweren bis schweren Verläufen zum Einsatz. Bei Kindern und Jugendlichen sollten Kortikosteroide jedoch möglichst zurückhaltend und nur kurzfristig eingesetzt werden, da sie das Wachstum beeinträchtigen können.
  • Immunsuppressiva: Sie unterdrücken das Immunsystem und wirken so entzündungshemmend. Vor allem schwere Krankheitsverläufe können damit behandelt werden.
  • Biologika: Sie greifen gezielt in fehlgeleitete Prozesse des Abwehrsystems ein und unterbrechen so den Krankheitsprozess. Eingesetzt werden Biologika meist bei schweren Verlaufsformen und wenn andere Therapien nicht wirken oder vertragen werden.

Zu den genannten Medikamenten und möglichen Nebenwirkungen kann Sie der behandelnde Arzt Ihres Kindes umfassend informieren.

Operationen

Zeigen Ernährungstherapie und Medikamente bei sehr aktiven Verlaufsformen keine Wirkung oder kommt es zu schweren Komplikationen wie Stenosen, Fisteln oder Abszessen, können sehr selten auch Operationen nötig werden. Dabei können unter anderem stark entzündete Teile des Darms entfernt werden. Da für einen solchen Eingriff besondere Erfahrung notwendig ist, sollte er in einer Klinik durchgeführt werden, die sich auf diese Operationen spezialisiert hat.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen können auch für die Eltern eine große Herausforderung sein. Wie Eltern ihr Kind im Alltag und bei der Behandlung unterstützen können, lesen Sie im dritten und letzten Teil unserer Reihe „Kinder und Jugendliche mit CED“.