1. Dezember 2016

Die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt – Therapietreue (Teil 3)

Je besser Sie über Ihre chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) und die verschiedenen Therapiemöglichkeiten Bescheid wissen, umso eher sind Sie in der Lage, wichtige Entscheidungen mitzutragen. Und je mehr Sie hinter Ihrer Therapie stehen, umso leichter wird es Ihnen möglicherweise fallen, daran mitzuwirken. Warum Ihrer Mitarbeit bei der CED-Therapie eine große Bedeutung zukommt und welchen Einfluss das Alter auf die Therapietreue haben kann, lesen Sie im dritten Teil unserer Reihe „Die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt“.

Alter hat Einfluss auf Therapietreue

Der Erfolg einer Behandlung hängt zu einem großen Teil von der Therapietreue ab. Also davon, dass Sie sich an die Vereinbarungen halten, die Sie mit Ihrem Arzt hinsichtlich Ihrer CED-Therapie getroffen haben. Denn nur, wenn ein Medikament in der vom Arzt empfohlenen Menge und Häufigkeit eingenommen wird, kann es auch entsprechend wirken. Ein Faktor, der Einfluss auf die Therapietreue haben kann, scheint das Alter zu sein. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ältere Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung eine höhere Therapietreue aufweisen als jüngere. Dazu werteten sie Fragebögen von rund 2.000 Erwachsenen mit CED aus. Die Studie* zeigt, dass die Therapietreue bei Betroffenen mit Morbus Crohn ab einem Alter von 35 Jahren, bei den Studienteilnehmern mit Colitis ulcerosa ab 41 Jahren steigt. Dabei nimmt die Therapietreue mit jedem Lebensjahr zu. Ein Grund dafür kann den Forschern zufolge die Erfahrung im Umgang mit der Erkrankung sein. Ältere Betroffene haben häufig bereits eine längere Erkrankungs- und Behandlungsdauer hinter sich. Sie sind eher von der Notwendigkeit einer Behandlung überzeugt und wollen Gesundheitsrisiken vermeiden.

Entscheidung für CED-Therapie gemeinsam mit dem Arzt treffen

Neben dem Alter gibt es weitere Faktoren, die sich auf die Therapietreue auswirken können. Dazu kann beispielsweise Unsicherheit bei der Einnahme der Medikamente oder die Angst vor möglichen Nebenwirkungen zählen. Auch eine schlechte Vereinbarkeit von Behandlung und Alltag kann die Therapietreue negativ beeinflussen. Daher ist es wichtig, die Entscheidung für die individuell geeignete CED-Therapie gemeinsam mit dem behandelnden Gastroenterologen zu treffen. Ihr Arzt kann Sie umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten und eventuellen Nebenwirkungen informieren. Und Sie können Ihre Erwartungen und Bedenken hinsichtlich der Behandlung mit ihm besprechen.

Was eine gute Kommunikation mit dem Arzt ausmacht und wie Sie Missverständnissen vorbeugen können, erfahren Sie im vierten und letzten Teil unserer Reihe.

Quellen: * Michetti, P. et al.: Effect/Impact of Age on Beliefs About and Adherence to Medications in Patients With Inflammatory Bowel Disease: Results from the ALIGN Study. J. Crohn´s Colitis 2016, 10 (suppl 1): S253-S254; DOI: http://dx.doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjw019.434 / ECCO 2016 Poster P315.