1. Februar 2016

Rauchfrei leben – Körperliche Abhängigkeit (Teil 3)

Es gibt zahlreiche Gründe dafür, mit dem Rauchen aufzuhören. Einige davon haben Sie in den vorangehenden Artikeln erfahren. Warum ein endgültiger Schlussstrich vielen Rauchern dennoch so schwerfällt, lesen Sie im dritten Teil unserer Reihe „Rauchfrei leben“. 

Von der Gewohnheit zur Sucht

Der regelmäßige Griff zur Zigarette ist nicht nur eine schlechte Angewohnheit: Rauchen kann schnell zur Sucht werden. Wer raucht, läuft Gefahr, körperlich abhängig zu werden. Verantwortlich dafür ist das im Tabak enthaltene Nikotin. Der Wirkstoff greift direkt in den Stoffwechsel des Gehirns ein und verursacht dort die Ausschüttung des Hormons Dopamin. Dieser Botenstoff wird auch als Glückshormon bezeichnet, der dem Körper Glück und Lust signalisiert. Für gewöhnlich wird das Hormon in Zusammenhang mit den menschlichen Trieben zur Selbsterhaltung und Fortpflanzung ausgeschüttet, beispielsweise beim Essen und Trinken oder beim Sex. Mit jedem Zug verbindet der Körper nun auch das Rauchen mehr und mehr mit Glück. Das Gehirn belohnt also den Griff zur Zigarette. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an den Wirkstoff Nikotin. Daher wird immer mehr davon benötigt. Das körperliche Verlangen nimmt zu. Wird nicht genug Nikotin zugeführt, kann es zu Entzugserscheinungen kommen.

Mit Bewegung und Entspannung gegen Entzugserscheinungen

Zu den typischen Beschwerden zählen unter anderem Schlafstörungen, Reizbarkeit, Unruhe, Besorgnis, Nervosität, Aggressivität, ein verlangsamter Puls, verminderte Konzentrationsfähigkeit oder gesteigerter Appetit und damit verbundene Gewichtszunahme. Lassen Sie sich davon jedoch nicht entmutigen. Zum einen ist es individuell sehr unterschiedlich, welche Entzugserscheinungen in welchem Ausmaß auftreten und ob es überhaupt dazu kommt. Zum anderen sind diese nicht von langer Dauer: Sie treten häufig schon wenige Stunden nach der letzten Zigarette auf und erreichen ihren Höhepunkt nach etwa zwei Tagen. Insgesamt können die Entzugserscheinungen mehrere Wochen anhalten, sind jedoch etwa sieben bis zehn Tage nach der letzten Zigarette bereits deutlich abgemildert. Hinzu kommt, dass Sie den Beschwerden auch aktiv entgegenwirken können. Bewegung, Entspannung oder Ablenkung können gegen die unliebsamen Begleiterscheinungen eines Rauchstopps helfen.

Rauchen kann nicht nur körperlich abhängig machen, häufig stellt sich auch eine psychische Abhängigkeit ein. Mehr dazu lesen Sie im nächsten Teil unserer Serie.

Quellen:

  1. DiFranza, J. R., et al.: Susceptibility to nicotine dependence: the development and assessment of nicotine dependence in youth 2 study. Pediatrics 2007; 120: 974–983
  2. Kandel, D. B., et al.: On the development of nicotine dependence in adolescence. Drug Alcohol Depend 2007; 91: 26–39