15. März 2017

Treat to Target – Empfehlungen zur Therapie (Teil 3)

Als Leitfaden für Ärzte und Betroffene hat eine internationale Arbeitsgruppe von Rheumatologen das Treat-to-Target-Konzept entwickelt. Darin geben die Mediziner Empfehlungen für eine zielführende Therapie (engl.: „Treat to Target“ oder „T2T“). Diese Empfehlungen können Unterstützung bei der gemeinsamen Entscheidung für eine geeignete Therapie bieten. Mehr dazu lesen Sie im dritten und letzten Teil unserer Reihe „Treat to Target“.

Remission kann nicht immer erreicht werden

Als wichtigstes Behandlungsziel in den Empfehlungen der Rheumatologen wird die Remission benannt. Sie bedeutet, dass die Beschwerden, die durch die Entzündung hervorgerufen werden, nahezu vollständig verschwinden. Nicht bei allen Betroffenen kann eine Remission erzielt werden. Eine Alternative dazu kann – zum Beispiel, wenn die Erkrankung bereits lange andauert – eine verminderte Krankheitsaktivität sein. Bis das gewünschte Behandlungsziel erreicht wird, ist es sinnvoll, die medikamentöse Behandlung alle drei Monate anzupassen, da sich frühestens nach diesem Zeitraum zeigt, ob die Medikamente Wirkung zeigen oder nicht. Um den Behandlungserfolg zu überprüfen, ist es nötig, die Krankheitsaktivität regelmäßig zu messen und zu dokumentieren. Betroffene können dazu beispielsweise ein Patiententagebuch führen. Bei Betroffenen mit hoher oder mäßiger Krankheitsaktivität wird eine monatliche Untersuchung empfohlen. Liegt eine niedrige Krankheitsaktivität oder Remission vor, genügt möglicherweise ein Zeitraum von drei bis sechs Monaten. Zur Untersuchung ist die Anwendung der richtigen Messinstrumente von großer Bedeutung.

Verschiedene Faktoren beeinflussen das Behandlungsziel

Neben der Krankheitsaktivität sollten auch mögliche Gelenkschäden und Einschränkungen im Alltag eine Rolle bei der Festlegung des Behandlungsziels und der Therapieentscheidung spielen. Regelmäßige Röntgenuntersuchungen können dazu beitragen, eventuelle Schäden an Gelenken frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Betroffene ihren Arzt über mögliche Einschränkungen im Alltag informieren. Auch persönliche Lebensumstände können das individuelle Behandlungsziel beeinflussen. Dazu zählen unter anderem eventuelle Begleiterkrankungen, die Einnahme von Medikamenten, das Alter, die körperliche Verfassung oder der Lebensstil der Betroffenen.

Das gemeinsam gewählte Behandlungsziel steht während der gesamten Therapie im Zentrum. Im Laufe der Zeit sollte überprüft werden, ob Veränderungen der Lebensumstände, wie beispielsweise ein Jobwechsel oder eine Schwangerschaft, eine Anpassung des Ziels notwendig machen. Wird das Ziel erreicht, gilt es, diesen Zustand aufrechtzuerhalten. Die regelmäßige Kontrolle der Krankheitsaktivität leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Weiterhin wird empfohlen, Betroffenen das Behandlungsziel und die Therapiestrategie ausführlich zu erläutern. Der behandelnde Rheumatologe sollte darüber umfassend informieren. Je mehr Betroffene selbst über ihre rheumatoide Arthritis wissen, umso mehr können sie sich in die Entscheidungsfindung einbringen.