22. April 2016

Bewegungstipp Wandern – Der passende Schuh (Teil 4)

Die gute Nachricht zuerst: Ein teures Sportgerät brauchen Sie sich für das Wandern nicht anzuschaffen. Je höher Sie aber hinaus möchten, umso mehr Wert sollten Sie auf eine gute Ausrüstung legen. Vor allem im Gebirge kommt dem Equipment eine große Bedeutung zu. Worauf Sie beim Kauf des richtigen Schuhwerks achten sollten, erfahren Sie im vierten Teil unserer Reihe „Bewegungstipp Wandern“.

Gelände bestimmt das Modell

Die Grundlage jeder Wanderausrüstung ist ein guter Schuh. Er schützt und entlastet die Füße und fördert die Trittsicherheit. Welcher Schuh für Sie der richtige ist, hängt ganz davon ab, in welchem Gelände Sie sich bewegen. Im Flachland und den Mittelgebirgen genügt meist ein Outdoor-Halbschuh. Er hat ein griffiges Profil, wenig Gewicht und lässt dem Fuß viel Bewegungsfreiheit. Wer die Knöchel schützen und die Gelenke stabilisieren möchte, greift besser zum Wanderstiefel. Der Schaft ist hochgezogen und verhindert so, dass Sie umknicken. Für anspruchsvollere Bergtouren ist ein Trekkingstiefel aus widerstandsfähigem Material gut geeignet. Der Schuh hat ein ausgeprägtes Profil und ist mit einer Brandsohle, also einer Zwischensohle, ausgestattet. Sie gibt dem Fuß Halt und sorgt auch auf hartem Untergrund für angenehmes Gehen. Wer im Hochgebirge unterwegs ist, sollte zum klassischen Bergstiefel greifen. Mit diesem Schuh lässt sich auch das eine oder andere Schnee- oder Geröllfeld queren. Er ist besonders warm und robust, sein Profil ist noch etwas gröber als das des Trekkingstiefels.

Richtige Beratung ist das A und O

Beim Kauf eines Wander- oder Bergschuhs müssen einige wichtige Punkte beachtet werden, vor allem kommt es aber auf die optimale Passform und die größtmögliche Trittsicherheit an. Sie sollten sich daher unbedingt Zeit für eine ausführliche Beratung im Fachhandel nehmen. Das lohnt sich in jedem Fall. Jeder, der schon einmal eine Wanderung mit falschem oder schlecht sitzendem Schuhwerk gehen durfte, kann davon ein Lied singen. Da die Füße im Tagesverlauf leicht anschwellen, ist der Nachmittag die beste Zeit für den Besuch im Outdoor-Geschäft. Die im Schuh angegebenen Größen dienen nur als Orientierungshilfen. Wichtig ist, dass der Schuh perfekt sitzt. Das bedeutet, dass er weder drückt noch zu viel Spielraum für den Fuß lässt. Die Ferse sollte festen Halt haben, der Mittelfuß gestützt werden. Die Zehen brauchen nach vorn und oben etwas Luft, sodass sie auch beim Bergabgehen nicht vorn anstoßen. Zur Anprobe sollten Sie Trekking- oder Wandersocken tragen. Sie polstern den Fuß zusätzlich. Da sie jedoch dicker als gewöhnliche Socken sind, brauchen sie im Schuh auch etwas mehr Platz. Viele Fachgeschäfte verfügen über Teststrecken. Hier können Sie den Schuh auf unterschiedlichem Untergrund ausprobieren.

Neue Schuhe gut einlaufen

Haben Sie sich für ein Modell entschieden, ist es wichtig, die neuen Schuhe vor der ersten Tour gut einzulaufen. Das sollte auf möglichst ebener, anspruchsloser Strecke geschehen. Bevor Sie mit den Schuhen nach draußen gehen, können Sie sie beispielsweise schon einmal für ein paar Stunden zu Hause tragen. Es ist wichtig, sich mit dem neuen Schuhwerk vertraut zu machen. Neue Schuhe können die Füße schnell ermüden und damit das Verletzungsrisiko erhöhen.

Was neben den richtigen Schuhen sonst noch zu einer guten Wanderausrüstung gehört, erfahren Sie im nächsten Teil unserer Serie.