18. Dezember 2015

Impfen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) – Grippeschutz in der kalten Jahreszeit (Teil 4)

Der Winter steht vor der Tür und damit die Hochsaison für Grippeerkrankungen (Influenza). Wer sich jetzt impfen lässt, hat gute Chancen, eine Infektion zu vermeiden. Warum die Grippeschutzimpfung bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa besonders empfehlenswert ist, erfahren Sie im vierten Teil unserer Reihe „Impfen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)“.

Höheres Infektionsrisiko, schwererer Verlauf

Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung haben häufig ein erhöhtes Risiko, an Infektionen zu erkranken. Ursache dafür kann, besonders bei einem schweren Krankheitsverlauf, zum einen die Erkrankung selbst sein. Zum anderen können Behandlungen, die das Immunsystem beeinträchtigen (immunsuppressive Therapien), dafür verantwortlich sein. Hinzu kommt, dass eventuelle Infektionen einen schwereren Verlauf nehmen können. Auch die Grippe ist eine solche Infektionserkrankung. Daher ist die Grippeschutzimpfung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eine wichtige Vorsorgemaßnahme.

STIKO empfiehlt Grippeschutzimpfung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt die jährliche Grippeschutzimpfung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Nach der Impfung dauert es etwa zehn bis vierzehn Tage, bis der Impfschutz aufgebaut ist. Für einen rechtzeitigen und umfassenden Schutz ist der Herbst, genauer Oktober oder November, der ideale Zeitpunkt für die Impfung. Es kann aber auch sinnvoll sein, eine versäumte Impfung zu Beginn oder während der Grippesaison im Januar oder Februar nachzuholen. Wichtig ist, sich jedes Jahr neu gegen Influenza impfen zu lassen. Zum einen wird der Impfstoff jedes Jahr an die jeweils aktuellen Grippeviren angepasst. Zum anderen lässt der Impfschutz nach einiger Zeit nach. Bei den meisten Impfstoffen gegen Influenza handelt es sich um Totimpfstoffe, die keine lebenden Erreger enthalten. Daher kann die Grippeschutzimpfung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bedenkenlos durchgeführt werden. Allerdings kann ihre Wirksamkeit durch eine immunsuppressive Therapie beeinträchtigt sein. Die Impfung sollte also am besten vor Beginn einer solchen Behandlung verabreicht werden. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, er kennt Ihren Impfstatus und Ihren Krankheitsverlauf und kann Sie umfassend beraten.

Welche Schutzimpfungen darüber hinaus für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen empfehlenswert sind, lesen Sie im nächsten Teil unserer Serie. Weitere Informationen sowie den aktuellen Impfkalender der STIKO finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de.

Quellen:

  1. www.rki.de