9. September 2016

Rheuma und Reisen – Medikamente unterwegs (Teil 4)

Auf Reisen mit Rheuma haben auch Ihre Medikamente einen festen Platz im Reisegepäck. Wie Sie Ihre Arzneimittel richtig transportieren und welche Besonderheiten Sie beim Medikamententransport berücksichtigen sollten, lesen Sie im vierten und letzten Teil unserer Reihe „Rheuma und Reisen“.

Ärztliche Bescheinigung gegen Missverständnisse

Im Zuge der Reisevorbereitungen ist es sinnvoll, auch mit Ihrem behandelnden Arzt zu sprechen. Er kann Ihnen wertvolle medizinische Tipps für das Reisen mit Rheuma geben und Ihnen sagen, worauf Sie beim Medikamententransport achten sollten. Lassen Sie sich für Ihre Reise eine ausreichende Menge Ihrer Arzneimittel verschreiben. Darin enthalten sollte auch eine Reserve sein. So können Sie eventuelle Verspätungen oder einen möglichen Verlust überbrücken. Für einige Medikamente, zum Beispiel für starke Schmerzmittel, die zur Gruppe der Opioide gehören, ist für die Einfuhr in einige Länder eine ärztliche Bescheinigung notwendig. Diese kann Ihnen Ihr Arzt ausstellen. Bitten Sie ihn auch um ein Attest, das bestätigt, dass Sie die übrigen mitgeführten Medikamente und das Zubehör zu Ihrer medizinischen Behandlung benötigen. Eine solche Bescheinigung kann bei Sicherheitskontrollen, beispielsweise am Flughafen, Missverständnissen vorbeugen. Idealerweise sollte das Attest in Deutsch, Englisch und der Landessprache des Urlaubslandes verfasst sein. Sollten Sie eine Flugreise unternehmen, erkundigen Sie sich bei Ihrem Reiseunternehmen oder direkt bei der Fluglinie nach den Sicherheitsbestimmungen. Das ist vor allem wichtig, wenn Sie Injektionshilfen wie Pens oder Spritzen mit sich führen.

Besonderheiten beim Medikamententransport

Generell sind Medikamente auf Reisen am besten im Handgepäck aufgehoben. Hier können Sie jederzeit darauf zugreifen. Einige Medikamente müssen gekühlt werden. Dazu zählen zum Beispiel Biologika, die bei einer Temperatur von 2 °C bis 8 °C gelagert werden müssen. Transportieren Sie diese am besten in einer Kühltasche. Für die Anreise im Auto gibt es Kühlboxen, die an den Zigarettenanzünder angeschlossen werden können. Auf Flugreisen sind die Arzneimittel in einer Kühltasche im Handgepäck gut aufgehoben. Sollten Kühlakkus an Bord nicht erlaubt sein, können Sie ein Modell wählen, das ohne Flüssigkeit kühlt. Prüfen Sie vorab, ob der Kühlbehälter Ihrer Wahl die gewünschte Temperatur auch tatsächlich hält. Der Transport im Frachtraum ist für kühlungspflichtige Medikamente nicht zu empfehlen. Hier herrschen Temperaturen von unter 0 °C, die die Wirksamkeit der Medikamente beeinträchtigen können. Sollten Sie Ihre Arzneimittel vor Ort in der Minibar aufbewahren, stellen Sie sicher, dass diese permanent mit Strom versorgt wird. In einigen Hotels werden Chipkarten als Zimmerschlüssel eingesetzt, über die auch die Stromversorgung reguliert wird. Verlassen Sie das Zimmer, wird es nicht mehr mit Strom versorgt. Sollte das in Ihrem Hotel der Fall sein, wenden Sie sich an die Rezeption. Das Personal kann die Funktion entweder abschalten oder Ihnen eine zweite Chipkarte aushändigen, die in der entsprechenden Vorrichtung im Zimmer verbleiben und so die Stromversorgung aufrechterhalten kann.