20. Juni 2016

Gut informiert über Acne inversa – Medikamentöse Therapieansätze (Teil 5)

Acne inversa ist eine Systemerkrankung. Sie ist chronisch, das bedeutet, dass die Erkrankung bestehen bleibt bzw. immer wiederkommt. Bislang ist Acne inversa nicht heilbar. Dank moderner Behandlungen kann sie heute jedoch gut kontrolliert werden. Welche Alternativen zur Behandlung der Acne inversa derzeit zur Verfügung stehen, erfahren Sie im fünften Teil unserer Serie „Gut informiert über Acne inversa“.

Keine Heilung, aber Besserung möglich

Vor der wirksamen Behandlung einer Acne inversa steht eine frühzeitige Diagnose. Je eher mit einer Behandlung begonnen wird, umso größer ist die Chance, die Erkrankung bestmöglich zu kontrollieren. Acne inversa kann nicht vollständig und dauerhaft geheilt werden. Daher zählt zu den Behandlungszielen unter anderem eine Verbesserung des Hautbildes. Darüber hinaus soll die passende Behandlung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und möglichen Folgen der Erkrankung, wie beispielsweise Narbenbildung, entgegenwirken. Schmerzen sollen, wenn möglich, gelindert und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden. Grundsätzlich lässt sich die Behandlung bei Acne inversa in drei Bereiche unterteilen: die medikamentöse Therapie, Operationen und psychologische Unterstützung.
www.acneinversa.de, www.acne-inversa-charite.de

Antibiotika zur Besserung des Hautbildes

Eine Möglichkeit der medikamentösen Therapie bei Acne inversa sind Antibiotika. Diese können innerlich, also in Form von Tabletten, oder äußerlich, beispielsweise als Lotion, angewendet werden. Antibiotika wirken gegen Bakterien, die auf betroffenen Hautarealen angesiedelt sind, und haben so einen positiven Effekt auf das Entzündungsgeschehen. Die Entzündung kann zurückgehen, was zu einer Verbesserung des Hautbildes führt. Eine vollständige Abheilung durch die Gabe von Antibiotika ist allerdings unwahrscheinlich. Antibiotika werden meist begleitend zu anderen Medikamenten oder einer Operation verabreicht.

Biologika können den Krankheitsprozess unterbrechen

Eine weitere Maßnahme der medikamentösen Therapie bei Acne inversa ist die Verabreichung von Biologika. Dabei handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen. Der Körper produziert eine Reihe entzündungsfördernder Botenstoffe, sogenannte Zytokine, die das Immunsystem bei der Bekämpfung von Viren oder Bakterien unterstützen. Dieser Ablauf ist bei Acne inversa aus dem Gleichgewicht geraten, sodass es zu einer dauerhaft erhöhten Ausschüttung dieser Botenstoffe kommt. Zu den Zytokinen zählen unter anderem der Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-alpha) sowie verschiedene Interleukine. Diese werden von Biologika abgefangen und gebunden. Dadurch wird ihre entzündungsfördernde Wirkung gehemmt. Bei Acne inversa werden Biologika bislang bei mittelschweren bis schweren Ausprägungen eingesetzt oder wenn andere Therapien nicht vertragen werden. Sie werden intravenös oder subkutan verabreicht. Subkutan heißt, dass sie unter die Haut gespritzt werden. Nach Anleitung durch den Arzt können sich Betroffene die Spritze eigenständig legen.

Über die operative Therapie sowie die Möglichkeit der psychologischen Unterstützung lesen Sie in der Fortsetzung unserer Serie.